Binzen Hitexpress: echt abgefahren

Jennifer Ningel
Der Männerchor und seine Dirigentin Ibolya Barla waren mit Volldampf in der Gemeindehalle unterwegs. Foto: Jennifer Ningel

Stimmgewaltig hat der Binzener Gesangverein „Eintracht“ am Samstag das Publikum mitgenommen und mit einem abwechslungsreichen Programm für Begeisterung gesorgt.

Von Jennifer Ningel

Binzen - Der Saal verdunkelt sich. Es herrscht Stille, als der Vorhang sich öffnet. Rauch steigt von der Bühne auf. Passend zum ersten Lied wird im Hintergrund Morgenrot projiziert. Mit diesem fast schon dramatischen Einstieg hat der Gesangverein „Eintracht“ Binzen sein Jahreskonzert begonnen und mit dem ersten von 16 Liedern gleich gezeigt, dass er in den vier Jahren Konzertpause nichts verlernt hat.

Der Chor trat 2018 zum letzten Mal auf und gleichzeitig zum ersten Mal mit Ibolya Barla als Dirigentin – damals noch Interimsdirigentin. Mit Barla kamen auch neue Sänger hinzu.

Im Lauf der nächsten sieben Lieder taute das Publikum immer mehr auf. Die ersten Bravo-Rufe waren bei „Das deutsche Lied“ und „Ich wollte nie erwachsen werden“ zu hören, die für Gänsehaut sorgten.

Solistin singt sonst Wohnzimmerkonzerte

Im ersten Teil des Konzerts sang Anna Spadinger als Gastsängerin ihr erstes Solo mit dem Titel „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“. Als einzige Sängerin auf der Bühne wurde sie mit Applaus und Pfiffen bejubelt.

In einem Gespräch in der Pause erzählte Spadinger, die im Programmheft noch mit ihrem alten Namen Anna Schneider geführt wurde, dass sie schon seit der Grundschule auf der Bühne steht und ihren ersten Auftritt in einem Grundschulmusical hatte. Mittlerweile tritt sie mit einer weiteren Sängerin, einem Pianisten und einem Percussionisten bei „Wohnzimmerkonzerten“ auf. Einen Namen hat die Gruppe noch nicht, aber die Konzerte finden manchmal tatsächlich in Wohnzimmern statt. Sonst tritt sie aber in öffentlichen Räumen wie dem Dorfstübli in Maulburg auf.

Nach dem Lied „Zeit ist ein Geschenk“ entließ Itzin die Besucher mit der Info, dass nun der Punkt „Luft holen“ dran sei. Für Verpflegung war im Eingangsbereich der Gemeindehalle gesorgt. Hier stellte man sich mit einem „Sektchen“ und Laugenstangen zusammen und redete. Die Sänger nutzten die Pause für einen Outfitwechsel.

Löwenhausschuhe über die Hände gestülpt

Der zweite Teil wurde mit dem Lied „We will Rock You“ eröffnet und war bestückt mit verschiedenen Choreografien. So stülpten sich einige Sänger – passend zum Lied „The Lion sleeps tonight“ – Löwenhausschuhe über die Hände, und einer hielt sogar ein Kuscheltier in der Hand. Überraschend standen Anna Spadinger und der Männerchor für dieses Lied gemeinsam auf der Bühne, bevor sie ihr letztes Lied des Abends „You raise me up“ anstimmte. Sichtlich berührt verließ die Sängerin danach die Bühne.

Für eine weitere Überraschung sorgte Harald Lau, der beim Lied „Fürstenfeld“ die Tuba auspackte. Turbulent ging es weiter, als Guido Chudoba mit einer Comedyeinlage die Stimmung auflockerte und dann das „Schwipslied“ anstimmte.

Nach dem letzten Lied „Always Look on the Bright Side of Life“ wurden auf Wunsch des Publikums noch drei Zugaben angestimmt, bevor der Vorhang sich schloss und die Sänger unter Standing Ovations die Bühne verließen.

Fazit: Nach vierjähriger Pause war es ein gelungenes Konzert, welches das Publikum begeisterte. Auch als junger Zuschauer hatte man großen Spaß. Wäre man ein Mann, würde man glatt vorsingen wollen. Aber auch so freut man sich auf das nächste Konzert.

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