Binzen Lokales Angebot stärker bewerben

Eine Gewerbeschau von überregionalem Interesse war jedes Jahr im April der Frühlingsmarkt in Binzen. Anfang des Jahres wurde bekannt gegeben, dass die Großveranstaltung im Gewerbegebiet am Dreispitz ab sofort nur noch im Zwei-Jahres-Turnus stattfinden soll. Da konnten die Veranstalter von der IG Lebendiges Binzen noch nicht ahnen, dass der Frühlingsmarkt 2020 sowieso ausgefallen wäre.Foto: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

„Binzen ist dank des Gewerbegebiets am Dreispitz ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit überproportional vielen Arbeitsplätzen.“ Mit diesen Worten wurden die Teilnehmer der großen Online-Umfrage mit Blick auf das Gemeindeentwicklungskonzept 2035 auf den Themenkomplex „Wirtschaft“ neugierig gemacht. Die Fragen dazu richteten sich an Gewerbetreibende, Arbeitnehmer und Konsumenten.

Von Alexandra Günzschel

Binzen. Obwohl viele Binzener auswärts arbeiten, zu einem großen Teil in der Schweiz, ist die Anzahl der Einpendler mehr als doppelt so hoch wie die der Auspendler. 2275 Personen kommen laut einer Auflistung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg aus dem Jahr 2019 in die Kandertalgemeinde am Dreispitz zum Arbeiten. Demgegenüber stehen 945 Auspendler und noch einmal 1235 Erwerbstätige am Wohnort.

Das sind durchaus ungewöhnliche Zahlen für eine 3000-Einwohner-Gemeinde.

Fragen an die Gewerbetreibenden

Die ersten Fragen richteten sich an Gewerbetreibende. Die Unternehmer, so das Ergebnis der Einstiegsfrage, die mittels einer Skala von 0 bis 100 beantwortet werden konnte, fühlen sich im Großen und Ganzen durch die Gemeinde gut unterstützt.

Bedarf an Erweiterungsflächen haben die meisten nicht, 64 Prozent verneinten diese Frage. 21 Prozent hielten einen Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt für möglich. Rund acht Prozent wollen offenbar expandieren, sie bejahten dies.

Mehrheitlich soll auf den Erweiterungsflächen, sofern diese überhaupt gewünscht werden, wohl gebaut werden, wie eine entsprechende Nachfrage nach Erweiterungsbauten mit sehr ähnlichem Ergebnis zeigt.

Fragen an die Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer wurden zunächst gefragt, ob ein Arbeitsplatz in der Nähe zum Wohnort für sie wichtig ist. Die Antworten auf der Skala von 0 bis 100 zeigten, wenig überraschend, eine klare Präferenz für kurze Arbeitswege. Folgerichtig würden sich auch 75 Prozent der Umfrageteilnehmer, die zu ihrem Arbeitsplatz auspendeln müssen, für eine gleichwertige Arbeit in Binzen entscheiden, wenn es diese gäbe.

Fragen an die Konsumenten

In einem weiteren Themenblock waren vor allem die Konsumenten gefragt. Denn ohne ihre Unterstützung könnten das lokale Kleingewerbe, die Handels- und Dienstleistungsbetriebe sowie die Hofläden und Direktvermarkter kaum überleben. Sie sind ein „wichtiger Teil der lokalen Wertschöpfung, gut verankert und tragen damit viel zum Leben und Austausch in Binzen bei“, hieß es in der Umfrage einleitend zu diesem Themenkomplex.

73 Prozent der Befragten zeigten sich mit dem Angebot vor Ort zufrieden. 28 Prozent hatten angekreuzt, dass sie sich ein größeres Angebot und mehr Vielfalt wünschten. Schließlich wurden die Teilnehmer danach gefragt, wie viele lokale Produzenten und Dienstleister sie kennen. Im Durchschnitt waren es 41.

Ein Großteil der Umfrageteilnehmer gab an, die Angebote des lokalen Gewerbes regelmäßig wahrzunehmen. Wer nicht oder nur wenig in Binzen einkauft, führte als Hauptgrund die „günstigeren Preise“ außerhalb an (51 %). Eine bessere Auswahl an Produkten nannten 41 Prozent als Gegenargument zum lokalen Einkauf. Nicht einmal vier Prozent gaben an, woanders lieber einzukaufen, und die meisten wollen den Erhalt kleiner landwirtschaftlicher Familienbetriebe ausdrücklich unterstützen.

Wie der Konsum vor Ort gesteigert werden könnte

Dann ging es darum, wie die Gemeinde Binzen Betriebe, die die lokale Nah- und Grundversorgung sicherstellen, besser unterstützen kann. Die Antworten waren vorgegeben, Mehrfachnennungen möglich.

Die meisten (67 %) hielten „gezielte Werbung für den lokalen Konsum“ für eine gute Idee, die „lokalen Netzwerke stärken“ wollten 61 Prozent der Befragten, digitale Plattformen für einzelne Branchen nannten immerhin 43 Prozent der Teilnehmer als eine gute Möglichkeit der Unterstützung. Weniger häufig wurden eine Strategieentwicklung mit dem Gewerbeverein IG Lebendiges Binzen (34 %), Subventionen für lokale Produkte (31 %), finanzielle Wirtschaftsförderung (24 %) sowie die Einrichtung eines Investitionsfonds für lokale Unternehmen (15 %) genannt.

Viele könnten sich für Binzen einen Einkaufsführer vorstellen, um lokale Produkte besser zu bewerben. Aber auch die Idee einer lokalen Markthalle anstelle einzelner Hofläden kam bei den Befragten gut an. Zusätzliche Erlebnisangebote braucht es den meisten Umfrageteilnehmern zufolge eher nicht.

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