Binzen Neue Bahnstation im historischen Gewand

Weiler Zeitung, 12.06.2018 22:00 Uhr

Binzen (rr). Obwohl die Einwohner vom „Bahnhof“ sprechen hat Binzen lediglich einen Haltepunkt – so heißt es betrieblich korrekt. Und obwohl es niemals mehr als ein Haltepunkt gewesen ist, hat Binzen mit dem Kürzel „Bzn“ seinen Platz im internationalen Verzeichnis der Tarifpunkte. Dieses Kürzel stammt noch aus früheren Jahrzehnten.

Sehen lassen kann sich die neugestaltete Station auf jeden Fall. „Wir haben den Haltepunkt re-historisiert,“ erklärte Jürgen Lange, Oberster Betriebsleiter der Kandertalbahn. Blickfang ist ab sofort wieder ein Wellblechhäuschen wie sie früher auf hunderten solch kleiner Haltepunkte in ganz Deutschland zu finden waren. Das Binzener Häuschen wurde in Straßburg gebaut. Das kleine Gebäude ist innen noch nicht ganz fertiggestellt, doch noch im Verlauf dieser Saison sollen darin die ersten Fahrkarten verkauft werden. Einst standen in Binzen sogar drei dieser Blechhütten.

Gerade in Arbeit ist auch ein Unterstand nach historischem Vorbild. Das Original liegt zwar noch in der Werkstatt in Kandern, ist aber in einem solch schlechten Zustand, dass es nicht mehr sicher aufzubauen wäre. Deshalb wird nun ein neues Schutzdach nach dem Vorbild des alten gebaut.

Im Mittelteil erhielt der Bahnsteg sein historisches Pflaster zurück. An den beiden Seiten wurden Lampen im alten Design aufgestellt. Zwar sind sie mit LED-Leuchten ausgestattet, aber die Form ist unverkennbar aus früheren Jahrzehnten.

„Nun sucht der Verein“, wie Lange sagte, „noch einen Paten, der die neue Anlage etwas im Blick behält und Kleinigkeiten dort erledigt“.

Auch Bürgermeister Andreas Schneucker, der die Gäste empfing, die mit dem „Chanderli“ angedampft kamen, freute sich über die neue Ausstattung des Bahnhofs im historischen Design. Dies werde sicherlich Binzen als Zustiegsort für die Museumsbahn aufwerten. Bis der Verein einen Paten gefunden hat, sagte Schneucker die Betreuung durch den Binzener Werkhof zu.

 
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