Binzen Vorrang für den Radverkehr

Christoph Schennen
Die Förderung des Radverkehrs gewinnt in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Foto: Christoph Schennen

In Binzen ist ein Planungsbüro mit einem Konzept für umweltfreundliche Mobilität beauftragt worden.

Der Binzener Gemeinderat hat am Donnerstag das nächste große Projekt angestoßen. Es trägt den Titel „Binzen setzt aufs Fahrrad“.

Durch die E-Bikes erlebt die Zweiradmobilität einen enormen Aufschwung. Längere Strecken können mit dem Rad zurückgelegt werden. Die umweltschonende Fortbewegung führt zu einer höheren Luftqualität und zu einer größerem Wohlbefinden im Alter, sagte Stadtplaner Stephan Kahl. Um den Radverkehr im Ort noch weiter zu fördern, müssten verkehrliche Maßnahmen ergriffen werden, sagte Kahl weiter. Er zeigte Bilder, die belegen sollten, dass das Auto in der Gemeinde, die sehr stark geprägt ist vom Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße, immer noch eine größere Bedeutung hat als das Zweirad. Als gefährliche Stelle für Velo-Fahrer gilt zum Beispiel die Einmündung von der A 98 auf die L 134, wo Radfahrer froh sind, wenn sie sie ohne Kollision überquert haben. Auch die Unterführung am Dreispitz würde man laut Kahl heute so nicht mehr bauen, weil sie „eng und unübersichtlich“ ist.

Um solche Probleme soll sich demnächst das Planungsbüro Verkehrsalternativen Radfahren plus Zufußgehen (VAR+; Darmstadt) kümmern, dessen Geschäftsführer Uwe Petry aus Leipzig in die Sitzung geschaltet wurde. In der Sachsenmetropole fand bis Freitag der Weltfahrradgipfel statt.

Online-Fragebogen geplant

Der Bauingenieur stellte das Leistungsspektrum seines Büros vor und kündigte an, unter anderem mittels eines Online-Fragebogens herauszufinden, wo die Binzener noch Verbesserungspotenzial für den Radverkehr sehen. Sein Büro will unter anderem Fahrwege analysieren, sich vor Ort die Situation des Radverkehrs anschauen, um dann Maßnahmen für die optimale Verkehrsführung für die Biker vorzuschlagen. Wichtig sind dem Verkehrsplaner auch die Fußgänger, legte er in der Gemeinderatssitzung dar.

Mehrheit für Vorschlag

Nadja Lützel begrüßte das Projekt, fand aber, dass es angesichts der vielen Projekte der Verwaltung zu früh sei, jetzt schon damit zu beginnen. Sie stellte den Antrag, die Entscheidung über das Projekt zu vertagen. Ihr Antrag wurde aber nur von Regina Barwich unterstützt.

Eine große Mehrheit fand hingegen der Verwaltungsvorschlag. Ihm zufolge startet ab sofort die Initiative „Binzen setzt aufs Fahrrad“. Das Büro VAR+ wurde mit dem Planungsprozess zur Förderung des Radverkehrs beauftragt. Das kostet der Gemeinde 33 000 Euro. Es wird geprüft, ob über das Mobilitätsnetzwerk Kandertal/Markgräflerland eine Förderung möglich ist.

Auch das Planungsbüro VAR+ hat die Aufgabe, für die Umsetzung seines Konzepts nach Fördermitteln zu suchen. Der Gemeinderat ist in die einzelnen Schritte des Prozesses einzubinden.

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