Bürgermeisterwahl in Maulburg Dienstleisterin für die Bürger

Manuel Hunn
Anja Herzog auf dem Maulburger Wochenmarkt. Foto: Manuel Hunn

In Maulburg findet am Sonntag, 25. Februar, die Wahl für das Bürgermeisteramt statt. Während des Wahlkampfs stellen wir die sechs Kandidaten vor. Heute: Anja Herzog.

Anja Herzog hat am ersten Tag der Bewerbungsphase die Unterlagen für ihre Kandidatur für das Maulburger Bürgermeisteramt eingereicht. Ihr Wahlkampf führt die 49-Jährige auch mehrmals auf den Wochenmarkt direkt neben dem Rathaus der Gemeinde. Unsere Zeitung traf sie zwischen den Obst- und Gemüseständen zu einem Gespräch über ihren persönlichen Hintergrund, ihre Motivation und ihre Ziele.

Herzog erzählt, dass sie in den Jahren 2020 und 2021 während des Landtagswahlkampfs, sie war damals Zweitkandidatin der CDU, alle Bürgermeister im Landkreis besucht hat. Hier habe sie die Amtsinhaber gut kennengelernt und sich mit ihnen ausgetauscht, auch wie sie ihre Gemeinden führen. „Da habe ich schon den Wunsch gehegt, Bürgermeisterin zu werden“, schildert sie. Dieser Gedanke sei im Anschluss weiter gereift.

Die Geschäftsführerin eines Immobilienunternehmens in Lörrach sei realistisch genug, um zu sagen: „Als Quereinsteigerin ist vielleicht Lörrach oder Weil am Rhein eine Nummer zu groß.“ Aber Maulburg habe eine Größe, „die ich mir durchaus zutraue“. Herzog erwähnt in diesem Zusammenhang die Verwaltungsfachhochschule in Kehl. „Da habe ich mir für den März schon Bildungsmaßnahmen ausgesucht“, sagt sie. Dort könne sie die Arbeit eines Bürgermeisters und die Fachthemen einer Verwaltung erlernen. „Wenn ich etwas mache, dann möchte ich es richtig machen. Dann möchte ich mich auch weiterbilden.“

Mitarbeiterführung

Erfahrung habe sie schon jetzt in der Mitarbeiterführung durch ihre Arbeit in ihrem Immobilienunternehmen – diese könne sie auch als Leiterin der Verwaltung anwenden. Teamgeist sei wichtig; „dass man es zusammen anpackt und die Mitarbeiter stärkt und fördert“. Dies nun in der Verwaltung umzusetzen wäre für sie eine „schöne neue Herausforderung“, betont Herzog.

Dabei kann sie auch mit dem Rückhalt ihrer Familie rechnen. Die in Weil am Rhein geborene 49-Jährige erzählt, dass sie zwei erwachsene Kinder hat. Mit ihrem Ehemann, von Beruf Architekt, ist sie seit über 25 Jahren verheiratet. Ihre Kinder seien in ihre Fußstapfen getreten. Ein Sohn arbeite bei ihr im Unternehmen und habe zu ihr gesagt: „Du kannst dich neuen Herausforderungen widmen, ich übernehme dann das Geschäft von dir.“

Für Maulburg

Für ihr Wahlkampfmotto wählte Herzog „Maulburg-Miteinander-Menschlich“. „Die Reihenfolge sagt alles“, erläutert sie. Ihre Arbeit solle Maulburg dienen.

Das Miteinander stehe dafür, dass sie sich als Bürgermeisterin als Teil des Gemeinderats sehe und sich im Team abstimme sowie Entscheidungen treffe.

Und menschlich, „da ich menschenbezogen bin“: Sie liebe den Umgang mit Menschen und gehe auf sie zu. „Ich bin aber niemand der nur redet, sondern ich möchte zuhören und im Diskurs mitnehmen wo die Probleme liegen und was man daran ändern kann“.

Herzensanliegen

Oft seien es Senioren, mit denen sie auf dem Markt ins Gespräch kommt, berichtet Herzog. Gerne erzähle sie dann von einem „Herzensanliegen“, das sie als Bürgermeisterin umsetzen möchte: das Seniorenprojekt. Herzog erläutert, dass dieses Vorhaben seit acht Jahren in der Gemeinde gärt, bisher aber nicht umgesetzt wurde.

Einige Bürger würden sich in den Gesprächen auch über die Verwaltung beschweren. „Sie sollte mehr ein Dienstleister für die Bürger sein“, sagt Herzog.

Auch sei sie ein Vereinsmensch und Mitglied in vielen Vereinen und „Maulburg hat eine sehr breit gefächerte Vereinskultur“, erklärt Herzog. Daher möchte sie die Vereine in der Gemeinde fördern und die ehrenamtliche Arbeit unterstützen.

Nicht zuletzt erwähnt Herzog die Wirtschaft. Sie als Unternehmerin lege Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Maulburger Firmen. Man müsse im „engen Austausch“ mit ihnen sein und sie im Ort halten. Dabei schließe sie auch die kleinen Handwerksbetriebe ein. „Das sind die Steuerzahler, damit wird die Verwaltung schlussendlich bezahlt“, bringt es Herzog auf den Punkt.

Chancen

Zu ihren Chancen am Wahltag betont Herzog, dass sie denke, dass sich viele Maulburger auch gut eine Frau im Bürgermeisteramt vorstellen können. Zwischen den beiden weiblichen Kandidaten müssten die Bürger entscheiden, ob sie jemanden „von der Verwaltungs- oder von der Wirtschaftsseite“ möchten.

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