Bürgermeisterwahl in Maulburg Kommunikation mit den Bürgern ist wichtig

Ines Bode
Bürgermeister-Kandidat Lars Halter (zweiter von rechts) lud zum zwanglosen Austausch. Foto: Ines Bode

Dies betonte der Bürgermeisterkandidat Lars Halter im Zuge seiner Stammtisch-Einladung in den Maulburger „Ochsen“.

Mit den Menschen zu reden, sei spannend, sagte Bürgermeister-Kandidat Lars Halter über seine Treffen mit Maulburger Bürgern. Bis zur Wahl plane er weitere Hausbesuche, und bis zum kommenden Wahlsonntag habe er dann an jeder Tür geklingelt.

Und als möglicher neuer Bürgermeister wolle er einiges angehen: Einmal in der Woche eine Bürgersprechstunde und einmal im Monat ein Treffen. Letzteres könne in einer Firma sein oder auf einem Bauernhof, je nachdem, welches Thema das Treffen trage. Denkbar sei auch ein Rundgang durchs Dorf. Als Bürgermeister komme man nicht in jede Ecke, deshalb sei er dankbar für Hinweise.

Etwa der einer Anwesenden, die darauf hinwies, der Eingangsbereich des Friedhofs sei matschig. Oft seien es kleinere Sachen, die sich zeitnah und ohne große Kosten realisieren lassen. Eine ähnlich kleinere Angelegenheit sprach ein Besucher an, zwei Jahre habe er den Fall im Rathaus moniert, bis das Problem gelöst war.

Ansprechbar sein

Halter gab an, er wisse von den „heimlichen drei, vier Bürgermeistern“, die ein Auge aufs Umfeld haben und „Druck machen“. Man müsse ansprechbar sein und reden, auch wenn es nicht immer eine Antwort gebe, etwa bei großen Projekten. „Den Leuten zuhören, um zu erfahren, was sie wollen, das habe ich in den letzten drei Wochen gelernt.“

Zur Wahl sagte er, die Maulburger werden sich zwischen Mitbewerberin Jessica Lang, die aus der Verwaltung komme, und ihm als kreativen Menschen mit einer anderen Sichtweise, entscheiden. „Wenn man wegen der Vorschriften nicht zuständig ist, dann macht man sich eben zuständig“, so seine Überzeugung.

Anwesende meinten, Bürgermeister zu sein, bedeute eigene Ideen zu haben und nicht nur dem Verwaltungsjob nachzukommen. Das wurde in der Vergangenheit vermisst.

Dass es dem gebürtigen Maulburger, den es zurück in die Heimat zieht, nicht an Vorschlägen mangelt, zeigte der Austausch: Anwesende erinnerten an frühere Zeiten, als das Areal am Rathaus schönen Festivitäten diente. Oft sei etwas losgewesen im Dorf. Heute müsse der Musikverein Gebühren zahlen, wenn er ein Platzkonzert am Rathaus geben wolle. Aktuell gehe es im Gemeinderat um den Wochenmarkt am Freitagvormittag. Bereits vor zwei Wochen habe er sich der Kritik angenommen und mit den Händlern gesprochen, gab Halter an. Diese seien durchaus bereit, den Markt auf den Nachmittag zu verschieben, damit Berufstätige auch einkaufen können. Natürlich werde man aber nicht das Einkaufsverhalten aller ändern, schränkte er ein.

Ohnehin wünschen sich die örtlichen Landwirte eine Plattform zur Direktvermarktung. Denkbar sei ein Hofladen als gemeinsame Anlaufstelle. Als Ersatz für den fehlenden Dorfladen hieß es, ein mobiler Laden könnte Steinen, Maulburg und womöglich Schopfheim abfahren. Man müsse alles organisieren, aber es koste nicht die Welt.

Auch der Trubel des Dorffestes wird vermisst. Laut Halter müsse man über neue Konzepte nachdenken, statt einfach alles zu streichen.

Weiter wolle er das Gewerbe an einen Tisch bitten. Früher gab es einen Gewerbeverein, erinnerte Halter. Es gebe wohl 20 kleine Betriebe. Was machen die eigentlich“, fragte ein Bürger.

Vieles machbar

Die Sprache kam auf das zehn Jahre alte „Seniorenprojekt Köchlinstraße“. Das Zahlenpaket stimme nicht mehr, alles sei viel teurer, Aspekte seien nicht mehr zeitgemäß, Pläne seien veraltet – die Gemeinde habe zu lange gewartet. Halter: Auch wenn es problematisch werde, vieles sei machbar.

Die Stichwahl um das Maulburger Bürgermeisteramt findet am Sonntag, 17. März, statt. Die Wähler können sich dabei zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen des ersten Wahlgangs entscheiden: Jessica Lang und Lars Halter.

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