Efringen-Kirchen App und iPad statt Kreide und Tafel

Wie sehen die neuen Klassenräume im Schulzentrum aus? Und wie stellt sich die Digitalisierung des Unterrichts konkret dar? Auf beide Fragen gab es bei einem Rundgang durchs Schulzentrum am Dienstagnachmittag eine Antwort.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Neben Bürgermeister Philipp Schmid und dem stellvertretenden Bauamtsleiter Marc Braun waren auch mehrere Ortsvorsteher und Mitglieder des Gemeinderats der Einladung von Schulleiter Timo Pilz gefolgt, sich vor Ort einen Eindruck über die Neuerungen im Schulzentrum zu verschaffen.

Nach einer kurzen Begrüßung führte Pilz die Gruppe in einen der neu gestalteten Räume für die persönliche Lernzeit (Pele). Bei den Pele-Angeboten lernen die Schüler in Eigenverantwortung, dementsprechend sind die Möbel im neu gestalteten Raum auch nicht auf Frontalunterricht ausgelegt, sondern erinnern eher an Arbeitsplätze in einem modernen Unternehmen.

In allen neu gestalteten Schulräumen wurden die alten Schreibtafeln durch große Bildschirme und Whiteboards ersetzt. Während im Pele-Raum noch ein sogenannter Desktop-Rechner benutzt wird, um digitale Inhalte auf den Bildschirm zu projizieren, läuft das in den neuen Klassenräumen direkt über die iPads.

Von denen gibt es im Schulzentrum inzwischen 107 Stück. Die Schüler benutzen die Geräte entweder vor Ort während den Unterrichtsstunden, oder nehmen sie mit nach Hause, wenn etwa privat kein adäquates Endgerät vorhanden ist.

Endgeräte gerade in Corona-Zeiten wichtig

Gerade in Corona-Zeiten sei dieser Aspekt von hoher Bedeutung, erläuterte Pilz. Denn komme es wie kürzlich zu einem Corona-Fall an der Schule oder müsse die Einrichtung wieder für längere Zeit geschlossen werden, finde der Unterricht online statt. Dafür sei man mit den iPads nun bestens gerüstet, legte Pilz dar.

Aber auch unabhängig von Corona spielen die Tablets eine immer wichtigere Rolle bei der Gestaltung des Unterrichts. Was dabei alles möglich ist, zeigten mehrere Lehrer bei einigen praktischen Beispielen in einem der neuen Klassenzimmer. Und so hieß es für den Bürgermeister und die Gemeinderäte kurzerhand: Zurück auf die Schulbank.

Musiklehrer Gero von Frieling gab eine kleine Einführung in die App „Garageband“ und stellte Musikstücke vor, die Schüler im Unterricht kreiert hatten. Damit das nicht nur Spielerei ist, sondern auch einen pädagogischen Anspruch hat, werden den Schülern dabei auch bestimmte Grundzüge der Musiktheorie vermittelt, legte von Frieling dar.

In einem interaktiven Quiz konnten die Kommunalpolitiker unter der Anleitung von Lehrerin Eva Gärtner ihre Englisch-Kenntnisse unter Beweis stellt, und dass das iPad auch im Mathe-Unterricht eine hilfreiche Ergänzung ist, legte Lehrer Mario Singer dar. So lassen sich etwa komplexe Probleme wie die Berechnung eines Prismas mithilfe der digitalen Geräte visualisieren, was das Verständnis enorm erleichtern kann.

Auch zeigte Singer wie sich durch QR-Codes auf den Arbeitsblättern Hilfestellungen einbinden lassen, die von den Schülern individuell abgerufen werden können. Dadurch zeigte sich ein entscheidender Vorteil des digitalen Lernens: Die Schwierigkeit der Aufgaben kann geschickt an das Niveau der einzelnen Schüler angepasst werden.

Apropos QR-Codes: Diese erlauben es auch, die gemeinsam erarbeiteten digitalen Inhalte zu speichern und für alle – auch von zu Hause aus – verfügbar zu machen.

Für die Sicherheit ist bei all dem gesorgt. Nicht nur ist die Software mit entsprechenden Filtern versehen, auch wird die Hardware, wenn sie nicht in Benutzung ist, in einem eigens angebrachten Schrank eingeschlossen. In diesem werden die iPads mit UV-Licht auch desinfiziert.

Viel Lob für das digitale Angebot

Die Gemeinderäte zeigten sich von den digitalen Angeboten angetan. „Das ist ja wie im Raumschiff Enterprise“, sagte etwa Anja Schaffhauser.

Ein besonderes Lob gab es zudem von Bernd Meyer für die bereits umgesetzten Online-Angebote am Schulzentrum. Und ganz allgemein zeigten die Reaktionen der Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Ortsvorsteher auf die digitalen Angebote, dass das Lernen mit den iPads viel Freude machen kann. Denn wer hätte sich in seiner Schulzeit nicht gewünscht, den Verlauf einer Parabel mithilfe von „Angry Birds“ zu lernen, anstatt durch stures Pauken von Funktionen?

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