Efringen-Kirchen Ernteausfälle sind teils erheblich

Der Frost im April hat in den Anlagen teils große Schäden angerichtet. Foto: sba

Efringen-Kirchen -  Dass die Frostnächte im April zu Schäden in den Anlagen der Landwirte geführt haben, stand bereits nach kurzer Zeit fest. Ein genaues Bild der Auswirkungen der nächtlichen Minusgrade ergibt sich aber erst jetzt. Dabei zeigt sich, dass die Schäden teils erheblich sind.

„Mittlerweile können wir die Situation etwas besser einordnen“, legt Landwirt Kevin Brändlin aus Huttingen dar. Die Frostschäden seien erheblich und etwa in der Größenordnung beziehungsweise leicht über jenen vergangenen Jahres, berichtet er. „Bei den Aprikosen liegt der Ertragsausfall wie erwartet bei 99 Prozent.“

Bei den Kirschen dürfte unsere Gesamterntemenge dieses Jahr über alle Sorten hinweg etwa 40 Prozent unter dem Durchschnitt liegen, schätzt Brändlin. Die Ausfälle in den Frühsorten seien massiv, während man bei den Spätsorten noch mit einer ganz guten Ernte rechnen könne. Bei den Stachelbeeren beträgt der Ausfall gut 30 Prozent. „Am besten sind noch die Äpfel weggekommen“, so Brändlin. Dort dürfte die Erntemenge nur leicht unter dem Durchschnitt liegen. Abzuwarten sei dort allerdings noch, wie hoch der Anteil der durch Frost deformierten Früchte sein wird.

Schwere Schäden im zweiten Jahr in Folge

„Unterm Strich haben wir im vergangenen und diesem Jahr die schwersten Frostschäden in unserer Betriebsgeschichte zu verzeichnen“, berichtet der Huttinger Landwirt. Versichert sei man gegen diese Schäden nicht. „Es ist nichts Neues, dass Wetterereignisse periodisch über mehrere Jahre auftreten. Trotzdem hoffen wir natürlich jetzt auf etwas bessere Jahre“, richtet sich sein Blick nun voraus.

Vor dem Hintergrund der zwölf Frostnächte im April sei man aber froh, überhaupt noch etwas ernten zu können. Denn so bitter die Verluste auch seien, der „Worst Case“ sei glücklicherweise nicht eingetreten.

Aber nicht nur die Frostnächte, sondern auch das zuletzt kühle und regnerische Wetter stellt die Landwirte vor Herausforderungen. Wobei beide Aspekte miteinander verbunden sind. Die Witterung der vergangenen Wochen habe das Wachstum extrem verlangsamt, erklärt Michael Lang. So liege man im Moment etwa zwei Wochen hinter einem durchschnittlichen Jahr zurück, legt der Landwirt aus Wintersweiler dar.

Genau deshalb gebe es beispielsweise mit Blick auf die Frostschäden bei den Kirschen noch immer offene Fragen. Man sehe Sorten, die rund zehn Prozent Schäden aufweisen, aber auch solche mit bis zu 95 Prozent. „Dazu hat nicht nur der extreme Frost Anfang April beigetragen, sondern das kalte Wetter den ganzen Monat über, wodurch in den Pflanzen nur ein unzureichender Nährstoff-Transport stattfand und so die Früchte nicht oder zu wenig versorgt wurden“, erklärt Lang.

Recht genau kann Lang hingegen bereits die Schäden in den Weinbergen beziffern. „Wir gehen in unserem Betrieb von einem Frostschaden von 30 bis 40 Prozent aus.“

Mit Blick auf die Verzögerungen in der Vegetation geht Kevin Brändlin davon aus, dass dadurch auch die Ernte später als üblich beginnen wird. Da durch die ausgiebigen Regenfälle ausreichend Wasser bis in tiefe Bodenschichten vorhanden sei, werde die Vegetation wahrscheinlich noch den ein oder anderen Tag aufholen, glaubt er. „Wir rechnen mit den ersten Kirschen um den 7. Juni herum.“

Hoffen auf schöneres Wetter

Auch freuen sich die Landwirte auf die künftige steigenden Temperaturen. „Wie auch uns Menschen würde eine Schön-Wetter-Phase den Pflanzen extrem guttun“, sagt Lang. Und Brändlin ergänzt augenzwinkernd: „Wenn sich Pflanzen und Obstbauern das Wetter wünschen dürften, hätten wir ab jetzt den Rest des Sommers 20 Grad, Sonnenschein und alle zwei Wochen irgendwann nachts 25 Liter Regen.“

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