Efringen-Kirchen Bürgerbus auf großer Fahrt

Christiane Breuer
Vor der „Parade“ der Bürgerbusse auf dem Eppinger Marktplatz: Das Bürgerbus-Team aus Efringen-Kirchen mit (v.l.) Christiane Breuer, Inge Schmid, Alwin Martin, Karin Gartner, Felix Kammerer und Hansjörg Obermeier Foto: zVg/Bürgerbus

Ziel einer Sternfahrt von allen 80 Bürgerbussen Baden-Württembergs war in der vergangenen Woche die Landesgartenschau in Eppingen im Kraichgau. Mit dabei waren sechs Teammitglieder mit dem Bürgerbus Efringen-Kirchen.

Von Christiane Breuer

Efringen-Kirchen/Eppingen - Zur Sternfahrt eingeladen hatte die Organisation „Pro Bürgerbus“ zusammen mit dem Bürgerbusverein Eppingen und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Kurz nach 10 Uhr füllte sich der Marktplatz im historischen Stadtkern von Eppingen. Ein Kleinbus nach dem anderem reihte sich ein zu einer eindrucksvollen Parade der Bürgerbusse. 32 sehr unterschiedliche Fahrzeuge mit 250 Fahrerinnen und Fahrern zum Beispiel aus Bad Krozingen, Breisach, Wiernsheim, Ostrach, Aichtal, Wendlingen und Wannweil waren gekommen, um ihr Angebot zu präsentieren und sich auszutauschen. Die Stadt Eppingen lud zum Besuch der Landesgartenschau und zum Essen ein.

Gartenschau mit Essenseinladung

Die Veranstalter wollten sich bei den Ehrenamtlichen bedanken, die sich durch ihr Engagement in besonderer Weise um die Mobilität im ländlichen Raum verdient machen. Eppingen hat erst seit 2020 einen Bürgerbus, dazu jetzt noch ein Bürger-Rufmobil. Oberbürgermeister Klaus Holaschke: „Durch den Einsatz unserer Ehrenamtlichen können viele, vor allem ältere Menschen ihre Einkäufe erledigen, Termine bei Ärzten und Physiotherapeuten wahrnehmen, Verwandte und Freunde oder kulturelle Veranstaltungen besuchen. Sie können selbstbestimmt leben.“

Den Dank des Landes überbrachte die Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Elke Zimmer. „Gerade in ländlichen Regionen schließen Bürgerbusse Lücken im Netz des öffentlichen Nahverkehrs und tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und Miteinander bei.“ Der Bürgerbus Efringen-Kirchen mit sechs Teammitgliedern hatte von allen die weiteste Anfahrt. Auf dem Marktplatz waren die „Grünen Engel“ mit ihrem Outfit und dem Plakataufsteller gut erkennbar und stießen auf großes Interesse.

Efringer hatten die weiteste Anfahrt

Die meisten Bürgerbusse im Land fahren Linie, das heißt, es gibt einen täglichen Service, feste Haltestellen und Fahrpläne wie beim Öffentlichen Personennahverkehr. Nur sehr wenige Fahrdienste im Land haben wie Efringen-Kirchen das Model „Bürger-Rufmobil“ gewählt.

Dabei werden die Fahrgäste zuhause abgeholt, zu ihrem Wunschziel gefahren und danach wieder nach Hause gebracht. „Das ist viel komplizierter, als den Bus nach einem festen Fahrplan zu steuern,“ merkte ein Fahrer aus Bad Krozingen an. In Efringen-Kirchen werden zweimal pro Woche Tourenpläne nach den telefonischen Anfragen der Fahrgäste erstellt.

„Das erfordert vom Telefonteam, aber auch von den Fahrern ein hohes Maß an Kreativität und Flexibilität, weiß Fahrdienstleiter Hansjörg Obermeier.

Obermeier steuerte den großen Ford-Transporter souverän die 230 Kilometer nach Eppingen und zurück. Die Telefondamen Inge Schmid und Karin Gartner genossen die Fahrt. „Es ist ein neues Gefühl, im Bus mal Fahrgast zu sein, Der Bus ist geräumig und sehr bequem“, urteilten sie. Das konnten Fahrzeugbetreuer Felix Kammerer und die Vorsitzenden des Bürgerbus-Teams, Christiane Breuer und Alwin Martin, bestätigen. Und der Bus? „Dem hat es sicher gut getan, mal eine längere Strecke hinter sich zu bringen“, so das Fazit der Reisenden..

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