Efringen-Kirchen Den Blick gen Himmel richten

Der Bannerschlepp zieht bei vertretbaren Kosten viel Aufmerksamkeit auf sich. Diese Art der Werbung kommt langsam wieder in Mode.  Foto: dpa/Bernd Thissen

Luftwerbung gehört noch immer zu den spektakulärsten Möglichkeiten, Hunderte von Augen auf sich zu lenken. Das dachte sich auch Yannick Brändlin, der für sein Startup-Unternehmen „Wochenmarkt 24“ auf diese Weise wirbt.

Von Zoë Schäuble

Efringen-Kirchen. Am 25. September startete der Werbe-Jungfernflug, wie Brändlin, Obstbaumeister und Regionalleiter im Dreiländereck von „Wochenmarkt 24“, erzählt. Mit einem an ein Ultraleichtflugzeug angehängtes Schleppbanner überflog Pilot Heinz Korella, der die in Eschbach im Markgräflerland gelegene Firma Air Profis by Korella’s Aero Service leitet, Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Weil am Rhein, Binzen, und Efringen-Kirchen. Dass das Flugzeug trotz des geringen Lärmpegels einige Blicke auf sich zog und die Werbeaktion damit geglückt war, berichteten die Efringen-Kirchener Brändlin am darauffolgenden Tag. „Viele Kinder haben den Bannerschlepp am Himmel entdeckt.“

Das Ultraleichtflugzeug sei, wie Pilot Korella erklärt, das leiseste und ökonomischste unter den motorisierten Luftfahrzeugen.

Den Schalldruckpegel von 60 dBA, was in etwa vergleichbar mit der Lautstärke eines Rasenmähers in zehn Metern Entfernung ist, übersteigt ein solches Flugzeug nicht.

„Deshalb bemerken die Leute den Flieger oft erst gar nicht, und der Pilot muss es so steuern, dass das Banner einen Schatten wirft“, weiß Brändlin. Dass Korella dies gelungen ist, zeigt die positive Resonanz auf den Werbeflug.

Flug ist keine Umweltsünde

Direkt mit dem angehängten Banner startete der Pilot in Bremgarten, in der Nähe von Hartheim. „Das Banner ist bereits vor dem Start ausgefaltet und wird dann hinter dem Flugzeug hergezogen.“ Der Tank wird mit regulärem Benzin gefüllt, das auch Autos tanken.

„Der 1,4 Liter Motor hat nur 100 PS“, weiß Korella. Der Spritverbrauch für einen Werbeflug könne man mit einem längeren Tagesausflug mit dem Auto vergleichen, sagt Brändlin. „Das Flugzeug schluckt tatsächlich weniger, als man denkt.“

Obwohl Korella seit 44 Jahren fliegt und unter anderem Gewinner der World Air Games ist, hat er noch nicht oft mit dem Bannerschlepp für Firmen geworben. „Meist mieten uns Privatpersonen für Heiratsanträge oder besondere Glückwünsche.“

Brändlin hat sich aber ganz bewusst für diese Art der Werbung entschieden: „Es erreicht die Menschen auf einer ganz anderen, wesentlich emotionaleren Ebene als gängige Werbung über die sozialen Netzwerke.“

Werbung der anderen Art

Ob es vertretbar sei, für sein Startup-Unternehmen „Wochenmarkt 24“, das online den Einkauf regionaler und saisonaler Produkte ermöglicht und auf nachhaltige Lieferung spezialisiert ist, auf diese Weise Werbung zu machen? „Ja“, findet Brändlin mit Verweis auf die geringe Umweltbelastung, die vom Flugzeug ausgehe.

„Natürlich haben wir uns im Vorfeld beraten lassen und abgewogen.“ Dabei sei herausgekommen, dass die Werbung mit dem Flugzeug bei einem minimalen Einsatz von Treibstoff gerade diejenigen im Einzugsgebiet des Online-Wochenmarkts erreicht, die man über die sozialen Netzwerke weniger gut anwerben könne. „Besonders die ältere Generation in den umliegenden Gemeinden nimmt uns so viel eher wahr.“ Außerdem würde der beim Flug verbrauchte Treibstoff an anderer Stelle eingespart.

„Kunden, die bei uns bestellen, verzichten auf die Fahrt zum Supermarkt, Dorfladen oder Wochenmarkt und werden stattdessen von uns über Nacht auf optimierter Route mit geringstmöglichem Spritverbrauch und damit sehr geringer Umweltbelastung beliefert.“

Für Samstag, 9. Oktober, ist ein weiterer Flug geplant. Diesmal können Interessierte das Flugzeug am Himmel über dem Wiesental, Steinen, Maulburg, Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein, Binzen, Efringen-Kirchen, Kandern, Müllheim, Neuenburg und Badenweiler beobachten. Zudem ist eine Gewinnspiel-Aktion für den Tag beabsichtigt.

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