Efringen-Kirchen Der Buß- und Bettag wird in St. Peter groß gefeiert

Ines Bode
Die Blansinger Kirche St. Peter ist in diesem Jahr 850 Jahre alt – am Buß-und Bettag sowie Sonntag, 22. und 26. November, werden Gottesdienste in ihr gefeiert. Foto: Ines Bode

Dekanin Bärbel Schäfer kommt zum „stillen Feiertag“ nach Blansingen in den Gottesdienst.

Die evangelischen Christen begehen am heutigen Mittwoch, 22. November, den Buß- und Bettag, der nur noch als stiller Feiertag gilt und im Alltagsgeschehen etwas untergeht. Umso größer ist die Freude bei Susanne und Horst Teichmanis, die als Organisatoren des Gottesdienstes „kirchliche Prominenz“ begrüßen können: Die Dekanin Bärbel Schäfer kommt.

Kirche ist 850 Jahre alt

Die Blansinger Kirche St. Peter war dieses Jahr schon mehrfach Ziel eines wahren Gästestroms. Besucher aus Nah und Fern strömten in das kleine Gotteshaus, etwa anlässlich der Konzertreihen. Urkundlich erstmals im Jahr 1173 erwähnt, ist der spätgotische Sakralbau St. Peter nunmehr 850 Jahre alt. Auch verschiedene christliche Anlässe zogen dieses Jahr die Gäste an. Einige Veranstaltungen, etwa Andachten, gestaltete das Ehepaar Teichmanis als Bewohner des Pfarrhauses. Der Buß- und Bettag stehe im Zeichen der Besinnung und Umkehr, früher sagte man Reue, so Horst Teichmanis. Den liturgischen Rahmen des Gottesdienstes gestalte die Dekanin, die Predigt halte Prälat Professor Traugott Schächtele.

Der stille Feiertag sorgt vor allem in grenznahen Regionen für Verwirrung. Denn seit Mitte der 1990er Jahre ist der Buß- und Bettag ein normaler Werktag – außer im Freistaat Sachsen. Im Freistaat Bayern sind zumindest die Schulen geschlossen. Für viele Gläubige gilt die Abschaffung als Fehlentscheidung. 1995 war es, als die Bundesregierung beschloss, den Feiertag fallen zu lassen. Die evangelische Kirche habe ihn geopfert, damit der Arbeitgeberanteil an der neu geschaffenen Pflegeversicherung ausgeglichen werden konnte, wie es heißt. Das Positive: Teilweise steht der Tag höher im Kurs als zuvor.

Totensonntag

Am kommenden Sonntag, dem Ewigkeitssonntag – im Volksmund Totensonntag – wird in Blansingen in einer gottesdienstlichen Veranstaltung der im zurückliegenden Jahr verstorbenen Gemeindeglieder namentlich gedacht.

Neben biblischen Texten werden Mundarttexte aus der Feder des bekannten Mundartdichters Gerhard Jung vorgetragen. Dafür konnte der Sohn Karlheinz Jung gewonnen werden. Die Leitung obliegt Susanne Teichmanis, die Orgel bedient Horst Teichmanis, der sich als Orgelspieler einen Namen gemacht hat. Zu Gehör kommen Werke von Bach.

Zu diesem letzten Sonntag des Kirchenjahres gehört als Sonntagsevangelium das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, die Grundlage für das Wochenlied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ sowie die darauf aufbauende Bachkantate gleichen Namens, sagt Teichmanis. Passend dazu zeigt das Wandbild am Chorbogen die „Klugen und törichten Jungfrauen“.

St. Peter besitzt übrigens gleich drei Pforten-Gleichnisse. Und noch eine Zahl lässt aufhorchen: Vor 99 Jahren wurden die Wandfresken entdeckt. Das war 1924, doch aus finanziellen Gründen begann die Freilegung erst 1953.

Der Ewigkeitssonntag biete laut Teichmanis eine Besonderheit: Nach der Feier wird neben der Kirche eine Linde gepflanzt, genau da, wo Jahrzehnte früher eine Linde stand. Hier können Kinder und Erwachsene später an heißen Tagen im Schatten sitzen. Gestiftet wurde die Linde von einem Bürger. Auch an der Orgel findet sich das Holz der Linde mit den Schleierbrettern, die Holzschnitzereien. Sie gelten als Zierde und bestimmen das Erscheinungsbild mit. Ein Umtrunk rundet die Veranstaltung ab.

Buß- und Bettag, Gottesdienst, Beginn: 19 Uhr. Ewigkeitssonntag, 26. November, gottesdienstliche Veranstaltung mit „Wort und Musik zum Ewigkeitssonntag“, Beginn: 15 Uhr.

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