80 Jahre ist es in diesem Jahr her, dass die Synagogen brannten. Im November 2018 soll auch in Efringen-Kirchen der Reichspogromnacht von 1938 gedacht werden. Roy Paraiso aus Istein hatte zu einem ersten Treffen engagierte Bürger eingeladen, um Ideen für mögliche Veranstaltungen zu sammeln.

Von Jutta Schütz

Efringen-Kirchen .. Geplant ist, dass in der Woche vom 5. bis 11. November zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen wird, die sich zum einen mit dem jüdischen Leben in Efringen-Kirchen, zum anderen aber auch, ausgelöst durch die Flüchtlingskrise, mit dem Wiedererstarken von Populismus und rechtem Gedankengut beschäftigen.

Ein großes Anliegen ist den Organisatoren dabei die Einbindung auch junger Menschen. Die Themen Frieden, Freiheit, Demokratie, das Zusammenleben von verschiedenen Religionen, Toleranz – all dies soll Eingang in die Gedenkwoche finden.

Paraiso möchte dabei gezielt auf Volker Pietschmann, Rektor am Efringen-Kirchner Schulzentrum, zugehen „Vielleicht ergibt sich im Rahmen des Unterrichts eine Möglichkeit, dass die Schüler für das kommende Jahr eine Präsentation, eventuell sogar mit einer Publikation, oder eine Ausstellung erarbeiten, die sich mit dem jüdischen Leben hier vor Ort beschäftigt“, hofft er.

Für die Novemberwoche selbst gibt es einige feste Termine. Bürgermeister Philip Schmid hat bereits zugesagt, über den jüdischen Friedhof in Efringen-Kirchen zu führen. Dort erinnert am Zugang zum Friedhof übrigens ein von Schülern behauener Gedenkstein an die jüdischen Mitbürger. An die Synagoge, die im Ort stand, erinnert heute eine Gedenkplatte.

Einblicke in die Geschichte

Geplant ist ein Spaziergang auf den Spuren der jüdischen Mitbürger mit Museumsleiterin Maren Siegmann. Sie wird auf das jüdische Leben im Mittelalter in der Gemeinde eingehen. Ein Vortrag des historisch bewanderten Pfarrers im Ruhestand, Axel Huettner aus Grenzach-Wyhlen, ist ebenfalls geplant. Er möchte persönliche Schicksale in den Vordergrund stellen. Der Historiker Hansjörg Noe aus Maulburg hat sich ebenfalls für einen Vortrag gemeldet.

Wichtig wäre es Paraiso zudem, die Psychologie der nationalsozialistischen Propaganda und auch die neuerer rechts ausgerichteter Parteien zu untersuchen und zu entlarven. „Es wäre schön, wenn wir eine Podiumsdiskussion zustande bekämen mit Vertretern verschiedener Parteien, Forschern, aber auch jungen Leuten – vielleicht würden sich als Veranstalter die Tageszeitungen und als Moderatoren Redakteure bereit erklären, solch eine Podiumsdiskussion zu leiten“, hofft das Organisationsteam.