Efringen-Kirchen Ein Stück Naturschutz entdecken

Sind mit dem Ergebnis zufrieden: Florian Kaufmann, Bürgermeister Philipp Schmid und Jérémie Tudoux vom Truz.Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Naturschutz in den Reben: Das Trinationale Umweltzentrum (Truz) hat gemeinsam mit der Gemeinde Efringen-Kirchen und dem Landratsamt Lörrach als Projektinitiator eine Weinbergmauer nach traditioneller Bauweise angelegt. In den Reben bei Efringen-Kirchen gibt es nun zusätzlich eine Tafel mit Informationen über Tiere und Pflanzen, denen die Mauer als Habitat dient.

Efringen-Kirchen. „In den Weinbergen des Markgräflerlandes gab es schon vor Jahrhunderten zahlreiche Trockenmauern. Ohne Mörtel wurden die Bruch- oder Natursteine geschickt aufeinander geschichtet und formten Terrassen in das Gelände. Mittlerweile werden Stützmauern vielerorts nicht aus einzelnen Natursteinen, sondern zunehmend aus glattem Beton angelegt“, wird in einer Mitteilung des Truz dargelegt. Neben dem Verlust des historischen Bildes der Weinberge sei mit der Aufgabe der traditionell gebauten Weinbergsmauern auch ein wertvoller Lebensraum verloren gegangen.

Doch rund um und in Trockenmauern finden Tiere und Pflanzen, die es trocken und warm mögen, einen Unterschlupf. Voraussetzung sei eine traditionelle Bauweise mit einer offenen Mauerstruktur, die sogar einen winter- und frostsicheren Unterschlupf bieten kann, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der nun angelegten Trockenmauer im Weinberg bei Efringen-Kirchen komme daher mit Blick auf den Naturschutz eine wichtige Rolle zu.

Die Gesamtfinanzierung wurde über das grenzüberschreitende Interreg-Programm Oberrhein im Rahmen des Projekts „Natur-Erlebnis grenzenlos“ ermöglicht.

Besondere Kenntnisse für den Bau erforderlich

Für den Bau traditioneller Trockenmauern sind ein besonderes handwerkliches Geschick und Fachkenntnisse erforderlich, um die Haftung ganz ohne Mörtel zu gewährleisten. Beauftragt mit dem Vorhaben wurde nach Ausschreibung über das Truz das ortsansässige Unternehmen Spenzer Bau von Karl-Heinz Dyballa, welches auf einer Länge von rund 40 Metern eine bereits bestehende Trockenmauer sanierte; diese wurde abgebrochen, instand gesetzt und teils komplett neu aufgebaut.

Die Winzer aus Efringen-Kirchen mussten von dem Vorhaben auf ihrem Wingert nicht lange überzeugt werde, denn der Natur- und Artenschutz sind ihnen besondere Anliegen. Als Obmann der Winzer hat Florian Kaufmann für das Projekt geworben und stand den Naturschützern als Ansprechperson zur Verfügung. Fertiggestellt wurde das Bauprojekt auf der Gemarkung „Gestad“ im Sommer 2019.

Vor wenigen Wochen wurde entlang des Panoramaweges Schafberg nicht unweit der entstandenen Trockenmauer nun eine ansprechende Informationstafel installiert, die die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten beschreibt. Dazu zählen die wärmeliebende Mauereidechse, der Steinpicker oder der Mauerfuchs, aber auch die mittlerweile häufiger vorkommende Gottesanbeterin.

Wer etwas Zeit und Ruhe zur Naturbeobachtung mitbringt, kann an der Trockenmauer besonders an sonnigen Tagen Tiere während ihres Sonnenbades auf den Steinen beobachten. Sobald es die Situation zulässt, wird das Truz gemeinsam mit der Familie Kaufmann zu einem Naturrundgang mit Weinprobe und Zwischenstopp an der Trockenmauer einladen. Bis dahin können sich nun alle Spaziergänger anhand der Illustrationen auf der gelungenen Informationstafel informieren.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Baden-Württemberg bleibt bei einer strengen nächtlichen Ausgangssperre, und zwar abhängig von der Inzidenz. Was halten Sie von dieser Maßnahme?

Ergebnis anzeigen
loading