Efringen-Kirchen Erzeuger hatten es zuletzt schwer

Ralph Lacher

Das Jahr 2021 war auch für die Obst- und Gemüseerzeuger im Kreis Lörrach und im südbadischen Bereich herausfordernd. Das sagt der Geschäftsführer des Erzeugergroßmarkts (Egro) mit Sitzen in Oberrotweil und Efringen-Kirchen, Lorenz Boll, beim Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate.

Von Ralph Lacher

Rebland. Er betont, dass im Einzugsgebiet des Großmarkts Witterungsproblemen herrschten, gleichzeitig aber auch eine gute Preissituation zu verzeichnen war. Durch die Tatsache, dass man über die der Genossenschaft vorgeschaltete Vertriebsorganisation Obst- und Gemüsevertrieb Südbaden Produkte zukaufen konnte, war die wirtschaftliche Situation des Gesamtbetriebs in Ordnung. Der eigentliche genossenschaftliche Erzeugerbereich allerdings habe mit einem Gesamtumsatz von rund zwölf Millionen Euro die rückläufige Tendenz der vergangenen Jahre fortgesetzt.

Das Erntejahr 2021 begann mit Frost mitten in der begonnenen Spargelernte im März. Es folgte ein teilweise verheerender Spätfrost Anfang Mai. Die Spargelernte brachte dann mit 500 Tonnen eine Menge, die 30 Prozent hinter einem durchschnittlichen Jahren zurückblieb. Mit drei Millionen Euro war es knapp ein durchschnittliches Umsatzergebnis. Auch die Erdbeeren blieben mengenmäßig deutlich (im Geldumsatz wegen guter Preise knapp) hinter den Vorjahresergebnissen. Die Erzeuger lieferten 1350 Tonnen Erdbeeren an, die für fünf Millionen Euro am Markt platziert werden konnten.

Die weiteren Produkte litten dann sowohl unter den Nachwirkungen der Spätfröste als auch an der anschließenden wechselhaften Witterung. So fiel die Kirschenernte mit 550 Tonnen und 1,2 Millionen Euro sehr schwach aus – nur ein Drittel einer Durchschnittsernte, sagt Boll. Noch schwächer war die Zwetschgenernte: Die 650 Tonnen und die dreiviertel Million Euro Umsatz entsprechen nicht einmal einem Viertel eines Durchschnittsjahres. Die Apfelernte brachte mit 1500 Tonnen ein Durchschnittsergebnis.

Lage bleibt angespannt

Durch das Auftun neuer Erzeuger konnte die Situation über die vorgeschaltete Vertriebsorganisation OGS so gestaltet werden, dass der Umsatz dort mit mehr als dem Doppelten im Vergleich zum Egro-Ergebnis sehr zufriedenstellend ausfiel. Boll lobt insgesamt auch den Einsatz aller Erzeuger. Es sei sehr herausfordernd gewesen, was den Pflanzenschutz, die Düngung und die Arbeiten bei schwierigen Wetterbedingungen anging. „Wir haben aber tolle Qualitäten angeliefert bekommen“, sagt Boll. Er weiß aber auch, dass die Erzeuger im Jahr 2021 weitere Probleme zu bewältigen hatten, deren wirtschaftliche Situation insgesamt im Vergleich zu den Vorjahren angespannter ist.

Nachdem im Jahr 2020 als positive Auswirkung der Pandemie eine deutliche Tendenz hin zu verstärkter Nachfrage nach regional erzeugten Produkten bei den Verbrauchern verzeichnet worden war, habe sich diese Entwicklung leider nicht fortgesetzt, sagt Boll. Einzig im Bereich des Lebensmittelhandels habe man eine solche Tendenz weiter verzeichnet.

Schwierige Bedingungen

Die Erzeuger leiden unter den erschwerten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingen. Das bestätigt auch Susanne Denzer vom Weingartenhof in Fischingen. Die Stimmung sei bei den Verbrauchern irgendwie gekippt, man sei der Pandemie und ihrer Einschränkungen müde und schaue wohl wieder eher nur auf den Preis denn auf Regionalität und Saisonalität, meint die Landwirtin und Winzerin. Die Situation ihres Berufsstands sei nicht nur durch die Wetterkapriolen und das veränderte Kaufverhalten negativ beeinflusst, sondern noch mehr durch deutliche Preissteigerungen bei Düngern und Pflanzenschutzmitteln bis hin zur Energie und den Zulieferprodukten wie Schalen, Papiertüten und weiteren Verpackungen.

„Wir stehen vor einem sicherlich ähnlich herausfordernden Jahr 2022. Es gilt, weiter mit den Verbrauchern vor Ort im Gespräch zu bleiben und auf unsere Arbeit für und mit der Region und für die Versorgung der Menschen mit gesunden, hier produzierten Lebensmitteln aufmerksam zu machen“, sagt Denzer. Die weiteren Herausforderungen seien wirtschaftspolitischer Art – und deshalb sei hier eine Unterstützung der Politik nötig, betonen Denzer und Boll übereinstimmend.

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