Efringen-Kirchen Es dürften noch mehr Gäste sein

Noch überwiegt die Vorsicht: Die Gastronomen hoffen, dass die Anzahl der Gäste bald wieder steigt.Symbolbild: sba Foto: Weiler Zeitung

Für die Gastronomen war es ein wichtiger Schritt auf dem Weg durch die Corona-Krise: Seit gut einer Woche haben sie die Möglichkeit, in ihren Restaurants wieder Gäste zu begrüßen. Diese allerdings reagieren derzeit noch eher verhalten.

Von Ingmar Lorenz

Rebland. „Wir sind natürlich froh, dass wir wieder für unsere Gäste da sein können“, sagt Matthias Walser vom Binzener Restaurant „Emma“. Während der Corona-bedingten Schließung hatte Familie Walser, die zudem das gleichnamige Hotel-Restaurant in Efringen-Kirchen betreibt, dort ihre Kräfte gebündelt (wir haben berichtet). Inzwischen sind beide Restaurants wieder geöffnet. „Die Gäste, die da sind, freuen sich sehr.“ Allerdings sei es derzeit noch sehr ruhig in den Gasträumen. „Es bestehen einfach noch Ängste“, glaubt Walser.

Ähnlich sieht es im Eimeldinger Restaurant „Loewen“ aus. „Es ist ganz arg verhalten, obwohl unser Garten so zum Verweilen einlädt und es einen Feiertag gab“, berichtet Barbara Hanemann. Man habe etwa 20 Prozent vom Normalumsatz erwirtschaftet. „Das war eine sehr bedrückende Woche.“

Noch Spielraum für positive Entwicklung

Auch Hanemann glaubt, dass bei vielen Gästen die Vorsicht derzeit noch die Lust am Ausgehen überwiegt. Matthias Walser betont diesbezüglich aber auch, dass es gilt abzuwarten. Denn nach einer Woche gebe es noch reichlich Potenzial für eine positive Entwicklung. „Das Vertrauen der Gäste wird wiederkommen“, ist er sich sicher.

Um dafür alles zu tun, werden in den Restaurants strenge Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten. „Die Vorschriften sind sinnvoll und unproblematisch zu bewerkstelligen, wir haben ja auch sehr viel Raum zur Verfügung“, berichtet Barbara Hanemann. „Wir mussten nichts umstellen, lassen einfach genügend Tische frei, damit der Abstand gut zu organisieren ist. Auch haben wir viele Fenster und Türen, frische Luft ist immer da.“

Auch Walsers legen großen Wert auf die Wahrung der Abstandsregeln. Den Gästen wird zudem an zahlreichen Schildern das richtige Verhalten erklärt.

Gastronomen wünschen sich mehr Gäste

Auch Desinfektionsmittel stehe ausreichend zur Verfügung, berichtet Walser. Die Tische werden nach jedem Gast desinfiziert. Diese Maßnahmen umzusetzen, sei nicht billig. „Auch dafür muss man Geld in Hand nehmen“, weiß der „Emma“-Chef.

Die Wiedereröffnung der Restaurants war für die Gastronomen ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bleibt viel zu tun, wie Barbara Hanemann betont: „Wenn die Menschen wieder gerne ausgehen und die Grenzen zu unseren Nachbarländern sich öffnen, haben wir sicher viel bessere Voraussetzungen. Schön wäre, wenn es eine Aussicht gäbe, wieder Feiern durchführen zu können. Das Kurzarbeitergeld brauchen wir sicher noch lange Zeit – bis zur Vollauslastung eben.“

Die von der Regierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent habe geholfen, ergänzt Matthias Walser. „Allerdings ist uns allen nicht klar, warum das nicht für Getränke gilt.“ Hier könne noch nachgebessert werden, findet er. Neben allen unterstützenden Maßnahmen seitens des Staats braucht es für die Gastronomen in der aktuellen Situation aber vor allem eines: mehr Gäste.

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