Efringen-Kirchen Frostiges Wetter verzögert Wachstum beim Spargel

Das Spargelwachstum wurde durch die Kälte ausgebremst. Foto: sba

Efringen-Kirchen -  „Wir haben heute sämtliche Felder gestochen und sind heute Abend trotzdem bis auf das letzte Kilo ausverkauft“, teilte Kevin Brändlin am Samstag über Facebook mit. Der Spargelverkauf auf dem Hof in Huttingen sowie in Istein musste daher am Sonntag ausnahmsweise geschlossen bleiben. Inzwischen sind Ernte und Verkauf aber wieder in vollem Gang.

„Spargel wächst abhängig von der Temperatur“, erklärt der Landwirt. Bei Frostnächten und nur wenigen Grad Tagestemperaturen wie vergangene Woche wächst eine Spargelstange nur rund einen Zentimeter am Tag. Ist es wärmer, kann der Spargel hingegen bis zu zehn Zentimeter am Tag zulegen. „Daher variiert die Erntemenge stark mit der Temperatur“, erklärt Brändlin.

Mit der Spargelfolie, die unter anderem die Dämme trocken hält, damit das Stechen nicht zu mühsam wird, könne man das Wachstum ein wenig steuern: Liegt die schwarze Seite oben, dann wird der Damm erwärmt und man regt das Wachstum an. Liegt die weiße Seite oben, wird mehr Sonnenlicht reflektiert und das Wachstum wird gebremst.

„Grundsätzlich schließt man seine Stände natürlich nicht gerne, weil wahrscheinlich doch der ein oder andere Kunde enttäuscht war“, blickt Brändlin auf den vergangenen Sonntag zurück. „Leider blieb uns nichts anderes übrig, da bis auf das letzte Kilo alles ausverkauft war.“ Mit Folientunneln über den Dämmen könnte man zurzeit die Erntemenge etwas erhöhen, sagt er. „Diese Form des Anbaus sagt mir aber nicht wirklich zu und ich möchte das auch aus optischen Gründen für das Landschaftsbild, wenn irgendwie möglich, vermeiden.“ Er hoffe daher auf das Verständnis der Kunden.

Gleichzeitig freue man sich über die gute Nachfrage. „Wir haben die Spargelfelder in Istein schließlich erst vor drei Jahren übernommen. Seither nimmt der Verkauf aber jedes Jahr erfreulich zu.“ Daraus schließt Brändlin, dass der Spargel bei der Kundschaft gut ankomme.

Ob es dieses Jahr aufgrund der niedrigen Temperaturen generell weniger Spargel geben wird, sei schwer abzuschätzen, legt Brändlin dar. „Äußere Faktoren wie Temperaturen und Wasserverfügbarkeit beeinflussen immer auch die Gesamterntemenge eines Jahres.“ Für eine Spargelsaison benötige man mehrere Bestände mit früheren und späteren Sorten. Es lasse sich daher immer erst am Ende der Saison sagen, wie groß die Ernte tatsächlich ausgefallen ist.

Ideale Bedingungen in den kommenden Wochen

Der Preisdruck am Markt erhöht sich durch das verzögerte Stechen indes nicht, erläutert Brändlin. „Druck entsteht für gewöhnlich, wenn zum Beispiel in der Woche nach Ostern wie immer etwas weniger Nachfrage herrscht und die Temperaturen gleichzeitig Richtung 30 Grad gehen.“

Die steigenden Temperaturen der kommenden Wochen werden für die Spargelernte ideal sein, schaut Brändlin voraus. Die Erntemengen komme dann auf ein normales Niveau und das Frühlingswetter sorge auch bei der Kundschaft weiterhin für Lust auf Spargel.

Die „Kältebremse“ der vergangenen Tage habe allerdings zu organisatorischen Herausforderungen geführt. „Die Erntehelfer sind voll motiviert und wollen auch voll arbeiten“, beschreibt Brändlin. Wenn das aufgrund der Temperaturen nicht möglich sei, müsse man alle möglichen „Kleinkramarbeiten“ auf dem Hof zusammensuchen. Das sei jedoch gar nicht so einfach zu delegieren. Aber: „Immerhin ist nach so einer Woche, dann der Hof auf Vordermann“, fügt der Landwirt schmunzelnd hinzu.

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