Efringen-Kirchen Großes Interesse an neuer Flüchtlingsunterkunft

Der trotz Containerstandard gute Ausbau der Unterkünfte beeindruckte die Besucher der Flüchtlingsunterkunft beim Tag der offenen Tür am Samstag. Foto: Marco Schopferer Foto: Weiler Zeitung

Efringen-Kirchen (mao). Mehrere hundert Besucher nahmen am Samstag die Einladung des Landkreises wahr, sich ein eigenen Bild von der Unterkunft für Asylbewerber in Efringen-Kirchen zu machen. „Sehr hell“, „einfach, aber lichtdurchflutet“, „sehr sauber und schön“, „schon recht eng alles“ waren nur einige Kommentare der neugierigen Besucher. Insgesamt scheinen die Besucher dem Landkreis durchaus Lob für sein Engagement zu zollen.

Vor allem, dass nun tatsächlich große Spielflächen im Außenbereich zum Gelände gehören, sogar ein Bolzplatz fest eingeplant ist, wo derzeit noch eine Hügellandschaft zum Erklimmen einlädt, wurde positiv aufgenommen. Gemeinsam mit den Heimbewohnern will der Flüchtlingskreis „Fürenand“ außerdem einen kleinen Spielplatz auf einem angrenzenden Freigelände westlich der Unterkunft anlegen, so war zu erfahren.

Gerade die Kinder scheinen vielen Einwohnern am Herzen zu liegen. Eine Besucherin bemängelte im Gespräch mit Heimleiterin Susanne Kraft, dass der Zaun zu den Gleisen gen Süden hin nicht noch weiter führt. Das sei doch ein Unfall vorprogrammiert, fand die besorgte Besucherin, während anderen die B 3-Querung bei der Winzergenossenschaft nicht optimal gelöst schien.

Während sich so jeder seine eigene Gedanken machte, hatte Integrationsbeauftragte Thomas Vollbrecht sich am Eingang postiert und wurde unablässig mit Fragen gelöchert. Vor allem der Herkunftsort der neuen Bewohner beschäftigte dabei die Menschen. „Vom Balkan“ werde wohl der erste 40-köpfige Trupp kommen, bestehend aus Familien, wusste Vollbrecht lediglich. „Vielleicht aus dem Kosovo oder Serbien“, doch „wir haben das sowieso nicht in den Händen“, im zentralen Aufnahmelager würden die Flüchtlinge eben aufs Land verteilt, erklärte er. Nur wenn man beispielsweise ein Vierer-Zimmer mit nur zwei Frauen belegt habe, könne man zum Beispiel um die Zuteilung von zwei weiteren Frauen bitten, damit das Zimmer eben optimal ausgelastet sei, erklärte der Integrationsbeauftragte.

Immer wieder wurde Vollbrecht auch auf überregionale Medienberichte angesprochen, wonach die Heime teuer von privaten Firmen geputzt würden. Dem ist nicht so, versicherte der Integrationsbeauftragte. Ihre Wohnräume putzen die Bewohner selbst, für Gemeinschaftsräume wie Duschen, Toiletten oder Küchen werde von der Heimleitung unter den Bewohnern ein Putztrupp gebildet. Jede Arbeitskraft werde dann als Ein-Euro-Jobber entlohnt.

So wird es auch Heimleiterin Susanne Kraft in Efringen-Kirchen halten. Sie zeigte sich am Samstag ob des riesigen Besucheransturms tief beeindruckt. „Dass so viele Menschen kommen, hätte ich niemals gedacht“. Sie spüre in Efringen-Kirchen eine echte Willkommenskultur, „das ist eine ganz super Gemeinde – mit tollen Menschen“, gab sie sich überzeugt.

Ab Mittwoch, wenn die ersten 40 Bewohner per Bus nach Efringen-Kirchen gebracht werden, wird sich das auf 180 Personen ausgelegte Flüchtlingsheim dann nach und nach mit Leben füllen. Und durchaus auch das Straßenbild in Efringen-Kirchen verändern. Ihre Einkäufe dürfen die Bewohner nicht wie zunächst geplant mit Gutscheinen ausschließlich im Rewe-Markt machen. Sie bekommen nun Bargeld ausbezahlt und dürfen frei auswählen. Dies war von Anfang an eine Forderung des Flüchtlingskreises und spart dem Landkreis auch Verwaltungskosten.

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