Efringen-Kirchen - Das Jugendzentrum in Efringen-Kirchen ist für die jungen Leute aus der Gemeinde eine bedeutende Anlaufstelle. Der 17-jährige Jannik Radermacher setzt sich dafür ein, dass das Juz seine wichtige Funktion auch weiterhin erfüllen kann. Er will einen Lehrgang besuchen, bei dem ihm die nötigen Kompetenzen vermittelt werden, um künftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Zudem will er auch auf politischer Ebene genau verfolgen, wie es mit dem Juz in Efringen-Kirchen weitergeht.

Denn bislang haben die Jugendlichen lediglich einen provisorischen Raum neben dem Sportplatz. „Wir sind dankbar, dass wir dort unseren Raum haben“, sagt Radermacher. Langfristig wünschen sich die Jugendlichen aber ein neues Domizil. Angedacht ist, dass das alte TuS-Heim, das nur wenige Meter vom Provisorium entfernt ist, zum neuen Juz umgebaut wird. Die dafür notwendige Sanierung wird aber voraussichtlich weitaus teurer, als bislang veranschlagt. In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses hakte Radermacher deshalb bei der Verwaltung nach, wie es mit Blick auf die Zukunft des TuS-Heims aussieht. Dass noch keine konkreten Aussagen zum Zeitplan getroffen werden können, findet Radermacher zwar enttäuschend, will aber auf jeden Fall weiter am Ball bleiben.

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Bis den Jugendlichen ihr neuer Raum zur Verfügung steht, will er sich aber auch im provisorischen Juz zusätzlich engagieren. Im Oktober wird er einen Ausbildungskurs besuchen, um künftig mehr Verantwortung tragen zu können. Dadurch wäre es unter anderem möglich, dass die Einrichtung auch länger geöffnet bleiben kann.

Das war eines der Anliegen, das in der Diskussion im Sommer um die sogenannten Problemjugendlichen am Bahnhofsplatz immer wieder zur Sprache kam. Damals hatten sich Anwohner beschwert, dass die Jugendlichen, die sich dort treffen, gerade am späten Abend zu laut seien und teilweise auch randalieren würden. Radermacher habe die ganze Situation aus erster Hand mitbekommen, erzählt er. Als es vermehrt zu Problemen kam und, auch die Polizei verstärkt Präsenz am Bahnhofsplatz zeigen musste, stellten er und seine Freunde sich den Krawallmachern entgegen.

Ein großes Anliegen des 17-Jährigen ist es darüber hinaus, sich für die Belange der Jugendlichen einzusetzen, die regelmäßig ihre Zeit im Juz verbringen. Er will bei Konflikten schlichten und für alle „ein offenes Ohr haben.“

Dieses Engagement, das Radermacher mit Blick auf das Miteinander unter den Jugendlichen an den Tag legt, kommt nicht von Ungefähr. „Ich bin lange Zeit gemobbt worden“, erzählt er. Das sei eine Erfahrung gewesen, die er anderen unter allen Umständen ersparen möchte. Zudem habe er im Juz einen Freundeskreis gefunden, der ihm in einer schwierigen Zeit Halt gegeben hat und für den er sich engagieren will.