Efringen-Kirchen Kindergarten öffnet erst 2025 wieder

Jutta Schütz
Die Schließung des Kindergartens in Blansingen bewegt weiter die Gemüter. Foto: Arwen Stock

Die Schließung des Blansinger Kindergartens sorgt für Diskussionen.

Wird der Kindergarten in Blansingen wieder öffnen? Diese Frage treibt die Bürger um. Das Interesse daran, wie es weitergeht, zeigte sich an der Anzahl der Anwesenden bei der Ortschaftsratssitzung, die von mehr Blansingern als sonst besucht wurde.

Der Ortschaftsrat hat zusammen mit Ortsvorsteherin Andrea Wahler eine Stellungnahme zur Kindergartenschließung verfasst. Einer der wichtigen Punkte ist, dass Blansingen, um als Wohnort für jüngere Menschen und Familien interessant zu bleiben, einen Kindergarten brauche. „Gerade im ländlichen Raum ist solch ein Angebot wegen kurzer Wege wichtig“, mahnte Wahler. Man habe einen schönen Kindergarten mit attraktiven Freiflächen, der Personalmangel, so beurteilte es der Ortschaftsrat in der Stellungnahme weiter, sei kein Grund für eine dauerhafte Schließung. „Wir wünschen uns, dass die Gemeindeverwaltung im Sinne der Menschen vor Ort handelt und nicht danach, ihren eigenen Willen durchzusetzen“, zitierte Wahler.

Neuanfang

Ein Neuanfang mit neuem Personal wurde vorgeschlagen. Die Leitung müsse dabei nicht vor Ort sein, sondern könne von einem anderen kommunalen Kindergarten übernommen werden. Dazu müsse tragfähiges Konzept entwickelt werden, forderte Wahler. „Einer dauerhaften Schließung des Kindergartens werden wir nicht zustimmen“, beendete sie ihren Vortrag.

Carolin Holzmüller äußerte Verständnis für die Sorgen. Man habe vor, den Kindergarten wieder zu öffnen, allerdings nicht mehr zum neuen Kindergartenjahr 2024/2025, sondern eher ein Jahr später, erklärte die Bürgermeisterin. Die Mitteilung sorgte für Misstrauen. „Ich befürchte, dass die Wiedereröffnung immer weiter verschoben wird, bis der Kindergarten endgültig geschlossen bleibt“, kritisierte ein Vater.

Holzmüller legte dar, welche Schwierigkeiten dazu führen, dass es mit der Wiedereröffnung so schnell nichts werde. Nur vier Kinder wurden für den Kindergarten neu angemeldet, die Leiterin schied aus, und der Personalschlüssel stimmte nicht mehr. „Wir haben zu wenig Betreuungspersonal, das sieht man auch daran, dass jetzt, wo es viele Krankheitsfälle gibt, wir ständig mit Notbetreuungen arbeiten müssen“, warb die Rathauschefin um Verständnis, dass die vorhandenen Kräfte dort gebündelt werden müssten, wo es gerade mehr Kinder gebe.

Die Betreuungskräfte würden „auf Volllast fahren“, noch mehr könne man die vorhandenen Kräfte nicht belasten, „denn dann gehen diese woanders hin“, bemerkte die Bürgermeisterin. Gerade werde eine Auszubildende übernommen, acht weitere Auszubildende im Betreuungsbereich habe die Gemeinde, informierte Holzmüller. Aber es fehle in den vier verbliebenen Efringen-Kirchener Kindergärten immer noch an Personal. Eine Zuhörerin erklärte, dass eine Interessierte keine Antwort auf ihre Bewerbung für die Leitungsstelle im Kindergarten Blansingen bekommen hätte. Holzmüller ließ sich den Namen mitteilen und versprach, der Sache nachzugehen.

Konzept erarbeiten

Wolle man einen Neustart in Blansingen angehen, dann gehe das „am ehesten mit einem neuen Team, wenn man ihm Freiheiten lässt“, zeigte sich Holzmüller überzeugt. Aus dem Publikum kam darauf von zwei Zuhörern die erneute Frage nach einem Konzept, das man einem Neustart voranstellen müsse, „denn Bewerber wollen ja auch ungefähr wissen, auf was man sich bewirbt.“

Wahler warf ein, dass man in anderen Bundesländern mehrere Kindergärten unter einer Leitung laufen lässt. „Wenn Chef und Team zusammenpassen, geht das sicher, dann braucht es keine Führung vor Ort. Aber oft läuft es nicht von allein“, meinte Holzmüller dazu. Zudem gebe es den Trend zu Teilzeitverträgen. Eine Leitungsstelle aber verlange meist eine Vollzeitkraft, ergänzte sie.

Andrea Wahler fragte danach, ob man, wenn es genügend Anmeldungen gebe und auch Betreuungspersonal dazu, den Kindergarten überhaupt wieder sofort öffnen könne. Die Ortsvorsteherin nannte dazu das Stichwort Renovierungsstau. Für die Toilettenanlagen stehe Geld im Haushalt bereit und „da es keinen Trägerwechsel gibt, muss man den Kindergarten auch nicht neu abnehmen lassen und könnte wiedereröffnen“, erklärte Holzmüller. Auf die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Schließung ohne zuvor den Ortschaftsrat und den Gemeinderat angehört zu haben, bekannte Holzmüller: „Ja, das war ein Fehler, den ich gemacht habe.“

Kostensteigerung

Ortschaftsrat Jochen Bahlinger schlug vor, ein neues Konzept zu erstellen. „Wir sollten jetzt im Sommer ein Zukunftskonzept ausarbeiten und Angebote formulieren, die man umsetzen kann“, stimmte Holzmüller zu. Angebote, die es in anderen Kindergärten nicht gebe, denn Eltern würden dies in ihre Entscheidung zur Anmeldung einfließen lassen.

Die Kostensteigerungen bei den Kindergartenbeiträgen kamen ebenfalls auf den Tisch. „Die Elternbeiträge sollen 20 Prozent der Kosten decken, darum kommt man nicht herum, wenn die Beiträge mehrere Jahre nicht erhöht werden“, bedeutete die Bürgermeisterin.

Der Ortschaftsrat beschloss nach der Diskussion einstimmig, die Stellungnahme zur Kindergartenschließung in Blansingen der Bürgermeisterin und dem Gemeinderat vorzulegen.

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