Efringen-Kirchen Mit Konzept zur Vereinsgründung

Vor etwas mehr als einem Jahr fiel in Efringen-Kirchen der Startschuss für die „Sorgende Gemeinde“ – damals noch unter dem Schlagwort Seniorenrat. Seitdem hat sich viel getan: Es wurden Anregungen eingeholt und der Blick für die Zielgruppe geweitet. Zwar war und ist die Arbeit in Corona-Zeiten nicht einfach, trotzdem gibt es auch für die nahe Zukunft schon konkrete Pläne.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Karl Rühl, der seinerzeit den Anstoß für das Projekt gegeben hatte, erklärt, dass sich die Beteiligten aktuell in erster Linie nach einem festen Raum umsehen, von dem aus sie agieren können. In diesem soll – sobald es die Corona-Situation zulässt – ein zwangloser Austausch möglich sein, ergänzt Christiane Breuer, die sich ebenfalls im Projekt „Sorgende Gemeinde“ engagiert. Ziel sei es, vor dem Hintergrund des bestehenden Bedarfs ein Konzept auszuarbeiten. Dabei sollen Bürger und Engagierte ihre Ideen einbringen, erklärt Rühl. „Wir wollen die Leute nicht einfach mit irgendeinem Angebot beglücken.“ Vielmehr solle geschaut werden, wo Interesse besteht, um dann entsprechend das weitere Vorgehen aufzugleisen. Die Abdeckung des bestehenden Bedarfs soll dabei ergänzend zu den Tätigkeiten der Gemeinde erfolgen.

Für das kommende Jahr stehe zudem die Gründung eines Vereins auf der Agenda, legt Rühl dar. Man werde sich bei der Ausarbeitung der Statuten voraussichtlich an bereits bestehenden Einrichtungen orientieren.

Wichtige Impulse „von außen“

Wichtig war und ist für die Beteiligten, sich Anregungen „von außen“ zu holen, um so den Blick für das zu weiten, was in Efringen-Kirchen möglich und sinnvoll ist. Geplant war dafür etwa der Besuch in der Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl. Dort wird die Idee der „Sorgenden Gemeinde“ bereits seit einiger Zeit in die Tat umgesetzt.

Die Fahrt nach Eichstetten musste allerdings aufgrund der Corona-Krise ausfallen und soll gegebenenfalls im Dezember oder Januar nachgeholt werden, legt Rühl dar. Wichtige Impulse erhielten die Engagierten zuletzt jedoch beim Familienzentrum in Rheinfelden. Dort gibt es bereits seit vielen Jahren ein breites soziales Angebot, vom „offenen Treff“ über Kleiderbörsen bis hin zu Betreuungsleistungen. Welche der dortigen Angebote sich unter Umständen auch in Efringen-Kirchen anbieten würden, werde nun geprüft. Wie Karl Rühl betont, sei etwa die Umsetzung einer Börse für Kinderkleider auch in Efringen-Kirchen denkbar. Und auch die in der Gruppe engagierte Gabriele Lehmann erklärt: Wenn man mit einer Börse für Baby-, Kinder- und Umstandskleidung beginnen und dazu ein entsprechendes Rahmenprogramm, also Kaffee, Gespräche und Moderation auf die Beine stellen könnte, wäre das ein guter Start.

Andere Ideen wie beispielsweise ein Computer-Kurs für ältere Mitbürger oder auch die Unterstützung bei Gartenarbeiten stünden ebenfalls im Raum, erklärt auch Christiane Breuer.

Die Umsetzung dieser und anderer Angebote sei jedoch zu einem guten Teil wiederum von den Räumlichkeiten und der Bereitschaft der Gemeinde, der Gruppe diese zu überlassen, abhängig, ergänzt Lehmann.

Der „harte Kern“ der Gruppe besteht derzeit aus vier Personen, die sich regelmäßig austauschen, so Rühl. Sobald es coronabedingt möglich ist, werde der Kreis sukzessive wieder erweitert. Bis dahin allerdings setzt die Gruppe zunächst weiterhin auf Gespräche im kleinen Kreis via Internet.

Zugleich betont Rühl, dass Vorschläge von allen Seiten willkommen seien und sich der Kreis der Engagierten nicht auf Efringen-Kirchen und die Teilorte beschränken müsse. „Jeder, der mitmachen will, kann gerne dazukommen.“

Fördertöpfe werden gesucht

Ein wichtiges Anliegen bleibt für die Engagierten auch das Thema Finanzen. Zuletzt hatte man versucht, für das Projekt „Sorgende Gemeinde“ Fördergelder aus dem Topf des Ideenwettbewerbs „Gemeinsam schaffen“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zu akquirieren. „Außer einer Urkunde haben wir aber leider nichts bekommen“, bedauert Rühl. Die Gruppe will nun weitere Möglichkeiten zur finanziellen Förderung ausloten. Denn auch wenn die Engagierten alle ehrenamtlich arbeiten, braucht es ein gewisses Kapital, weiß Christiane Breuer.

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