Efringen-Kirchen Nach langfristigen Lösungen suchen

Das Thema Kinderbetreuung spielt in der Gemeinde Efringen-Kirchen eine wichtige Rolle. Foto: sba

Efringen-Kirchen - Selina Denzer (Grüne) nimmt künftig als jüngstes Mitglied des Gemeinderats am Ratstisch Platz. Trotz ihres jungen Alters bringt sie langjährige parteiinterne Erfahrungen mit.

Dass es besonders soziale Themen sind, die Denzer bei ihrer kommunalpolitischen Arbeit am Herzen liegen, erklärt die künftige Gemeinderätin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frage: Mit 28 werden Sie künftig das jüngste Mitglied im Efringen-Kirchener Gemeinderat sein. Hat Sie Ihre Wahl überrascht, oder hatten Sie sich schon ausgerechnet, dass es etwas werden könnte?

Ich hatte mich vor zehn Jahren schon mal aufstellen lassen und habe damals relativ gut abgeschnitten. Durch die unechte Teilortswahl hatte es mir damals knapp nicht gereicht. Von daher war ich optimistisch, dass ich gewählt werden könnte.

Frage: Bringen Sie für Ihre künftige Arbeit im Gemeinderat schon kommunalpolitische Erfahrung mit?

Nicht in Gremien, aber ich interessiere mich schon lange für Kommunalpolitik und bin seit zehn Jahren bei den Grünen engagiert.

Frage: Wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte in der kommunalpolitischen Arbeit?

Das ist eine schwere Frage, weil es derzeit noch darum geht, die Schwerpunkte genau zu definieren. Soziale Themen interessieren mich stark, wobei es mir auch wichtig ist, die sozialen Aspekte in Bereichen im Auge zu behalten, wo sie auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind, zum Beispiel im Bau- und Planungsrecht.

Kinderbetreuung ist zudem ein Thema, das mich besonders interessiert, allein schon, weil ich die Probleme aus meinem familiären Umfeld kenne.

Frage: Inwiefern?

Meine Zwillingsschwester hat ihr Kind nicht bereits in der Schwangerschaft für einen Betreuungsplatz angemeldet und hatte später große Schwierigkeiten, einen Platz zu finden. Ich dachte mir, dass kann in einer tollen Gemeinde wie Efringen-Kirchen eigentlich nicht sein.

Frage: Die Gemeinde will als Übergangslösung stärker auf die Betreuung durch Tageseltern setzen.

Von der Idee bin ich nicht ganz so begeistert. Es besteht die Gefahr, dass man auf Übergangslösungen sitzen bleibt, wenn sie funktionieren und dabei vergisst, weiter nach langfristigen Lösungen zu suchen. Viele Tageseltern leisten sehr gute Arbeit, aber die Betreuungsleistung unterscheiden sich doch von denen der Erzieherinnen – allein schon aufgrund der kürzeren Ausbildung der Tageseltern.

Frage: Waren es in erster Linie diese Erfahrungen, die Sie dazu bewogen haben, für den Gemeinderat zu kandidieren?

Zum Teil. Auf der anderen Seite spielte auch meine Tätigkeit bei den Grünen eine Rolle, und der Wunsch mitzugestalten. Es war eine Mischung aus Frustration und Motivation.

Frage: Sie haben erwähnt, dass sie es vor zehn Jahren aufgrund der unechten Teilortswahl nicht in den Gemeinderat geschafft haben. Sind Sie trotzdem eine Verfechterin des Systems?

Das ist ein schwieriges Thema. Die unechte Teilortswahl hat viele Vorteile und es ist wichtig, dass alle Ortsteile im Gemeinderat repräsentiert sind. Aber es werden nach wie vor zu viele ungültige Stimmen abgegeben, weil das System kompliziert ist. Man muss zwischen Kosten und Nutzen abwägen. Auf jeden Fall sollten die Bürger noch umfangreicher informiert werden.

Frage: Es gibt bei der Wahl das Infoblatt.

Das habe ich auch gewissenhaft durchgelesen. Trotzdem habe ich lange gebraucht, den ganzen Kontext zu verstehen. Gerade für Ältere ist das häufig noch schwieriger. Da wäre die Gemeindeverwaltung noch stärker in der Pflicht, dass System allen Bürgern zu verdeutlichen.

Frage: Wie sollte sich die Gemeinde bis zur nächsten Wahl in fünf Jahren verändert haben?

Auf jeden sollten die Jugendräume keine Bungalows mehr sein. Auch das Angebot für die Jugendlichen muss vielfältiger werden. Jedes Kind soll einen Betreuungsplatz bekommen. Und bezahlbarer Wohnraum muss vorhanden sein.

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