Efringen-Kirchen Verantwortung versus Spaß

Der Mountainbike-Trail im Wald auf dem Läufelberg wurde illegal angelegt. Daher musste dieser von der Ortsverwaltung gesperrt werden. Foto: zVg

Egringen-Egringen - Für die einen ist es Spaß, doch für die Ortsverwaltung Egringen ist es eine Sache der Verantwortung: Der Mountainbike-Trail im Wald auf dem Läufelberg wurde nun gesperrt. Ortsvorsteher Bernd Meyer berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung über das Entstehen des Trails und die Gründe für die Schließung.

Den Mountainbike-Trail hatten Jäger entdeckt, da sich dort in der Nähe Hochsitze befinden. „Sie waren von dem illegal angelegten Trail natürlich nicht begeistert, da dieser durch das Waldgebiet verläuft. Es handelt sich dabei um einen Einschnitt in die Natur- und Tierwelt“, schildert Ortsvorsteher Bernd Meyer. Die Förster sind auf die Ortsverwaltung zugekommen, da sie diesen Trail durch den Gemeinde- und Privatwald so nicht dulden konnten. „Die Tierwelt wird durch diesen Fuhrpark gestört, da sich dort Dachsbauten und Tierwege befinden“, erklärt Meyer.

Wer für den Mountainbike-Trail verantwortlich war, wisse der Ortsvorsteher nicht: „Wir haben das nicht verfolgt.“ Doch durch Gespräche erfuhr Ortsvorsteher Meyer, dass die ersten Spuren mit einem motorisierten Gefährt freigelegt worden waren. Damals habe man bereits in einer kleinen Gruppe dafür gesorgt, diese zu renaturieren.

Doch dann müssen laut Ortsvorsteher Jugendliche auf den Trail aufmerksam geworden sein und haben diesen zu einem Mountainbike-Trail ausgebaut. „Der Trail hat einen rechten Zulauf bekommen und das nicht nur von Einheimischen. Es wurde immer wieder Verkehr dort oben gemeldet“, berichtet Meyer. Der Ortsvorsteher vermutet auch, dass dieser Trail Corona-geschuldet entstanden ist. Schließlich gab es für die jungen Menschen nicht allzu viel zu tun und dort oben sei es geschützt. „Irgendwas müssen sie tun.“

„Dieser Trail kann jedoch nicht auf einmal entstanden sein, denn er ist uns nicht sofort aufgefallen. Also muss er erst Stück für Stück aufgebaut worden sein.

Und dann hat es auch erst einmal gedauert, bis sich die Lage dort geklärt hatte“, erklärt Meyer. Bei dem illegalen Trail wurden zuerst die Einfahrtswege von der Forst- und Jagdverwaltung gesperrt. Doch das hatte die Mountainbiker nicht abgehalten, sodass sie sich alternative Eingänge gesucht haben, berichtet der Ortsvorsteher. Aber auch diese wurden nun wieder abgesperrt und vor zirka vier Wochen sind auch Schilder aufgestellt worden, die auf das Benutzungsverbot hinweisen. Außerdem wurde die angelegten Fahrbahnen zurückgebaut , damit sich die Natur dort regenerieren könne.

Schere zwischen Verantwortung und Spaß zu groß

„Bis jetzt ist dort zwar noch kein Unfall passiert, aber wir mussten den Trail dennoch vorbeugend schließen. Das tut mir sehr Leid für die Jugendlichen, aber die Schere zwischen Verantwortung und Spaß ist dabei zu groß“, sagt Meyer. Das Hauptproblem am illegal angelegten Mountainbike-Trail sei die Frage der Haftung. „Wenn wir als Ort diesen Trail dulden, dann werden wir auch dafür verantwortlich gemacht, wenn etwas passieren sollte“, erklärt Meyer.

Verein müsste Pflege übernehmen

Um einen solchen Trail zu erlauben, bräuchte es einen Verein, der die Pflege übernimmt und klare Öffnungszeiten vorgibt. „Außerdem benötigt Sicherheitsmaßnahmen für die Mountainbikefahrer, sprich ob Helm und Protektoren während dem Befahren auch getragen werden“, erklärt Meyer.

Gleichzeitig versichert der Ortsvorsteher, dass er eine Diskussion im Ortschaftsrat und auch in der Gemeinde Efringen-Kirchen anregen werde, was in Zukunft für diesen Altersbereich anboten werden könne. „Es wäre ein Versuch wert“, findet Meyer. Er fügt hinzu, dass es vielleicht auch eine andere Möglichkeit gebe, den Jugendlichen Abwechslung zu schaffen. „Aber es ist noch nichts spruchreif. Wir müssten erst einmal nach einem geeigneten Ort schauen und jemanden bei der Hand haben, der so etwas gestalten würde“, erklärt Meyer.

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