Efringen-Kirchen Volkstanzgruppe Egringen hebt ab

Bodenständiges und Beflügeltes, ein ernstes Thema und seine heitere Auflösung: Beim Heimatabend der Trachten– und Volkstanzgruppe Egringen war für Abwechslung und Unterhaltung bestens gesorgt. Die bewährte Kombination aus Trachtentänzen, Mundartkomödie und reichhaltiger Tombola sorgte bei der Premiere für einen brechend vollen Rathaussaal. Eine weitere Aufführung folgt am Samstag.

Von Silke Hartenstein

Egringen. Zu Beginn gab es von Moderator Hubert Heller erst mal eine Runde Markgräfler Wein für die acht Tänzerinnen und Tänzer: „Dass Schwung iine chunnt“. Für Heller war dieser Abend etwas ganz Besonderes. Erstmals hatte er seine Tochter Jasmina Hilpert-Krumm als Tanzpartnerin – dass sie kurzfristig für ein erkranktes Mitglied eingesprungen war, sah man ihren Tanzschritten nicht an.

Höhepunkt: „Krüz König“

Mal beschwingt, mal kraftvoll zeigte die Gruppe Volkstänze aus Schwaben, Norddeutschland und der Schweiz und widerlegte nebenbei ein Vorurteil: Mit Fersentritt und Wechselschritt, Schwenkhops und Galopp erwies sich der Schweizer Tanz „Dr Seppl“ als flotte, beschwingte Angelegenheit. Interessant anzusehen war auch der „Halbmond“ aus der Nordheide zur mitunter mittelalterlich anmutender Musik.

Der Höhepunkt jedoch war der beflügelte Tanz „Krüz König“. Hier hoben die Tänzerinnen am Arm ihrer Partner regelrecht vom Boden ab. Die Zuschauer waren begeistert, forderten lautstark eine Zugabe und bekamen sie mit dem Schweizer Tanz „G‘spässig“.

Viel Spaß gab es im Anschluss mit Ulla Klings Dreiakter „Die Schiinheilige Dreifaltigkeit“, obwohl das Thema gar nicht so heiter war. Drei alte Frauen, die gemeinsam seit Jahrzehnten ein Gasthaus führen, werden von der jüngeren Generation aus dem Familienbetrieb gedrängt. Um hierfür alles in die Wege zu leiten, schieben Sohn Klaus (Stefan Trotter) und seine herrschsüchtige Frau (Melanie Asal) das Trio in den Kur-Urlaub ab.

Dort warten auf die Seniorinnen ein kleines Apartment, fade Kost, Kräutertee, Brettspiele, Brotkörbchenflechten und ein viel zu tiefes Sofa. Die Versuche der Damen, sich aus eigener Kraft daraus zu erheben, ziehen sich als Running Gag durch das turbulente Geschehen.

Wie das ungleiche Trio lernt, Streitsucht und Verbitterung in Selbstbewusstsein und Lebenslust zu verwandeln, ist dank der Schauspielkunst von Sonja Müller (Elvira), Marianne Fischer (Mia) und Daniela Ritter (Amalie) absolut sehenswert und sehr witzig. Und es ist köstlich anzusehen, wie sich die drei grundverschiedenen Charaktere zusammenraufen und verbünden: Die quirlig-kraftvolle Elvira, die bissig-energische Amalie und die von Marianne Fischer grandios verkörperte gutmütige Phlegmatikerin Mia: „Ich bin nit langsam, ich bruuch numme e bizzeli länger“.

Spielfreudiges Ensemble

Unter Heidi Brunners Regie zeigt sich das Ensemble spielfreudig, und so treiben auch der nichtsnutzige Neffe (Philipp Götzmann), der gewitzte Pizzabote (Florian Gabriel), die strenge Krankenschwester (Ronja Wenk), zwei Kurschatten (Hubert Heller und Joachim Ritter), ein „Halbgott in Weiß“ (Martin Heizmann) und die süße Dagmar (Lena Riegert) die temporeiche Handlung voran. Zuletzt gibt es ein Happy End mit einer überraschenden, Mut machenden Wendung.

Über die Ehrungen am Heimatabend berichten wir noch.

  Hinweis: Am Samstag, 10. November, ab 20 Uhr gibt es im Rathaussaal Egringen eine weitere Aufführung des Heimatabends der Trachtengruppe Egringen..

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