Efringen-Kirchen Wenn junge Leute Hand anlegen

Beatrice Ehrlich

Über Monate hat die Landjugend Egringen ihr Jugendlokal, den „Bau“ im Haus der Vereine, in Eigenarbeit komplett renoviert. Das Ergebnis stellten die jungen Leute am Montag im Efringen-Kirchener Gemeinderat vor.

Von Beatrice Ehrlich

Egringen. Fertig sind sie jetzt fast schon seit zwei Jahren: die frisch renovierten Räume im „Bau“, dem Jugendraum der Landjugend Egringen. Am Montag haben Julian Enderlin, Mathis Kaufmann, Jürgen Herr und Beat Köster als die Initiatoren und Vertreter des alten und neuen Landjugend-Vorstands die Renovierungsarbeiten in einer Präsentation im Gemeinderat vorgestellt.

Wie versprochen hatte sich die Gemeinde mit insgesamt 30 000 Euro an den Renovierungsarbeiten beteiligt, rund 53 000 Euro hat die Landjugend, neben unzähligen Arbeitsstunden bei der Renovierung, aus ihren Vereinsmitteln eingebracht.

Sie sind kaum wiederzuerkennen, die Räume im Ober- und Dachgeschoss des historischen Fachwerkhauses mit den auffallenden Fenstern, die in den Ausfachungen zwischen den Holzbalken angebracht sind. Die Wände sind in dezenten Farben neu gestrichen, der Fußboden ist neu, und hinter dem Thekenbereich glänzt eine topmoderne Küche.

Auch wenn die Aufteilung in Sitz- und Thekenbereich mit Küche im Wesentlichen beibehalten wurde: Grundlegende Neuerungen haben vor allem im Hintergrund stattgefunden. So sorgen etwa die Dämmung von Dach und Außenwänden, die neue Dreifachverglasung der Fenster und der Ersatz des in die Jahre gekommenen Nachtspeicherofens durch eine moderne Wärmepumpe dafür, dass der Energieverbrauch in dem alten Gebäude künftig deutlich niedriger ausfällt.

Alles geschah in Eigenregie: Kassierer Julian Enderlin hat als Wirtschaftsingenieur die Planungen koordiniert, Zeichnungen angefertigt und Material beschafft. Handwerker aller Gewerke aus den Reihen der Landjugend haben kräftig mitangepackt und die Jüngeren angeleitet.

Stolz ist Enderlin auch auf den finanziellen Beitrag der Landjugend. Der Verein finanziert sich überwiegend aus der Veranstaltung verschiedener Feste, allen voran der jährliche Dorfabend und der „Bayrische Hock“ am Pfingstmontag, aber auch das Maibaumstellen und die Dorfolympiade im Herbst. „Wer’s kennt, weiß wie viele Schorlen man dafür verkaufen muss“, sagt er mit Blick auf die hohe Investitionssumme.

Feste haben in diesem Jahr schon zum zweiten Mal nicht stattgefunden. Der einzige Lichtblick sei ein gut besuchtes Konzert auf dem Sportplatz mit den „Dorfhockern“ im September gewesen, erinnert sich Enderlin.

Er hofft, dass sich die Lage bald zum Besseren wendet und wieder größere Zusammenkünfte stattfinden können.

Denn das Herz der Landjugend schlage bei gemeinsamen Aktivitäten, bei den Treffen im „Bau“ ebenso wie bei Aktionen, um das Dorf voranzubringen, sei es mit dem Bau einer Beach-Volleyball-Anlage, einer Natursteintribüne oder eines neuen Geräts auf dem Spielplatz im Rahmen der 70-Stunden-Aktion. Sobald es möglich ist, sollen die neu gestalteten Räume mit einem „Tag der Offenen Tür“ vorgestellt werden, kündigt Enderlin an.

Für ihr außerordentliches Engagement bekam die Landjugend aus den Reihen des Gemeinderats Anerkennung zugesprochen. Als erklärter „Fan des Do-it-yourself-Gedankens“ bedankte sich Kevin Brändlin im Namen seiner FDP-Fraktion ausdrücklich. „Toll habt ihr das gemacht“, lobte Karl-Friedrich Hess für die SPD. Dass er sich dem nur anschließen könne, verkündete Bürgermeister Philipp Schmid, verbunden mit dem Wunsch, die Räume bald noch intensiver nutzen zu können.

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