Eimeldingen „Bürgerhilfe Eimeldingen“ entsteht

Der Verein „Bürgerhilfe Eimeldingen“ steht kurz vor seiner Gründung. Die Satzung liegt bereits auf dem Tisch und aus den Reihen der sieben Gründungsmitglieder wird demnächst ein Vorstand gewählt, berichtet Mitinitiator Hartmut Kern. Das Ziel ist es, vor allem die Eimeldinger Senioren und deren Angehörige zu entlasten, damit die älteren Bürger so lange wie möglich in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben können.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Mit der Vereinsgründung ist Eimeldingen künftig neben Fröhnd die zweite Gemeinde mit einer Bürgerhilfe im Landkreis Lörrach. „Das Vorbild ist Fröhnd“, erklärt Hartmut Kern. Am Konzept der dort seit langem erfolgreich existierenden Bürgerhilfe habe man sich orientiert. „Der Austausch war und ist sehr eng.“ So verschafften sich die künftigen Mitglieder der Eimeldinger Bürgerhilfe vor Ort einen Eindruck von den Abläufen bei ihren Fröhnder Kollegen. Auch deren Satzung konnte als Grundlage für die Bürgerhilfe Eimeldingen verwendet werden.

Gleiches Modell wie in Fröhnd

Wie in Fröhnd ist künftig auch in Eimeldingen vorgesehen, dass besonders ältere Menschen die Bürgerhilfe in Anspruch nehmen können. Wie der Name schon sagt, sollen die Senioren dabei von Bürgern in ihrem Alltag unterstützt werden. Kleine Arbeiten rund ums Haus, Behördengänge, Fahrten zum Arzt oder in die Apotheke und vieles mehr können von den Helfern erledigt werden. Um alles zu koordinieren, werden sowohl die Senioren als auch die Helfer Mitglied im Verein. Das kostet pro Jahr 36 Euro. Dadurch haben die sogenannten Klienten, also die Senioren, die eine Leistung in Anspruch nehmen wollen, einen zentralen Ansprechpartner, der ihnen einen Helfer vermittelt.

Der Helfer wiederum bekommt für seine Tätigkeit eine finanzielle Entschädigung, die sich nach dem Mindestlohn richtet, sowie Kilometergeld. „Wie viel Zeit man investiert, kann dabei jeder selbst entscheiden.“ Allerdings sind die Einnahmen der Helfer auf 2400 Euro pro Jahr begrenzt. „Es braucht Engagement“, sagt Kern. Nur um Geld zu verdienen, sei die Mitarbeit bei der Bürgerhilfe nicht geeignet.

Für die Leistungen, die der Helfer erbringt, bezahlt der Klient. Stets wird festgehalten, für welche Leistungen wie viel bezahlt wurde. „Der Helfer und der Klient füllen dazu einfach gemeinsam eine Karte aus“, erklärt Kern. Diese Aufstellung wird dann bei der Krankenkasse eingereicht und die Senioren mit Pflegestufe bekommen von dort bis zum 125 Euro pro Monat zurückerstattet. Alle anderen Arbeiten, etwa im Organisationsteam, erfolgen rein ehrenamtlich.

Schulungen sind Pflicht

In Schulungen erhalten die Helfer und das Organisationsteam zahlreiche Informationen zum richtigen Umgang mit den Senioren. Insgesamt 30 Stunden sind angesetzt. Diese können aller Voraussicht nach verteilt über einen Zeitraum von sechs Monaten absolviert werden. „Entscheidend ist aber zunächst einmal, das die Helfer zuverlässig und freundlich sind“, betont Kern.

Daneben soll auch die Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst sehr eng sein, denn eine anleitende Fachkraft werde beim Verein angestellt. Allerdings, und das betont Kern mit Nachdruck, bewegen sich die Tätigkeiten der Helfer nie im Bereich der Pflege. „Das dürften wir schon reich rechtlich gar nicht.“ Es gehe deshalb auch nicht darum, den Pflegediensten das „Wasser abzugraben“, sondern schlicht darum, die Senioren bei Alltäglichem zu unterstützen. Und noch etwas ist Kern wichtig: „Wir arbeiten nicht mit Vollmachten.“ Denn andernfalls, so der Mitinitiator, wäre Unfrieden mit den Angehörigen beinahe vorprogrammiert.

Möglichst breite Beteiligung

Die Idee, in Eimeldingen eine Bürgerhilfe zu gründen, habe sich langsam entwickelt, berichtet Kern. Bei der Gemeinde G 5 sei er auf offene Ohren gestoßen. Zugleich ist es Kern ein großes Anliegen, dass die Beteiligung im neuen Verein möglichst breit gefächert ist. So habe sich auch Bürgermeister Oliver Friebolin angesichts der anstehenden Gründung des Vereins begeistert gezeigt, seine Frau habe ihre Unterstützung zugesagt und auch die Zusammenarbeit mit der Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Erika Hülpüsch, sei eng. „Ich würde mich zudem sehr darüber freuen, wenn einige Gemeinderäte mit im Boot wären“, so Kern.

Nachdem der langwierige bürokratische Prozess, den eine Vereinsgründung mitbringt, nun beinahe abgeschlossen ist, stelle sich noch die Frage, wo die Bürgerhilfe Eimeldingen künftig unterkommt. „Ideal wäre ein Platz im neuen Rathaus“, sagt Kern.

Zudem stehen zeitnah auch die Vorstandswahlen an. „Es wird drei gleichberechtigte Vorsitzende geben“, kündigt Kern an. Dadurch könne die Last auf mehrere Schultern verteilt werden und es sei sichergestellt, dass die Handlungsfähigkeit stets gewahrt bleibe.

Vorstellung des Projekts im Gemeinderat

Zudem müsse man noch klären, welche Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden können. Ihr Projekt wird die Bürgerhilfe Eimeldingen zudem im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 17. September vorstellen.

Wer Interesse hat, die Angebote der Bürgerhilfe künftig zu nutzen, oder sich als Helfer zu engagieren, kann sich bis zu den Vorstandswahlen vorerst bei Mitinitiator Hartmut Kern, Tel. 07621/12853, melden.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

Zu zweit

Zu zweit, betrunken oder auf dem Gehweg: Verkehrsverbände kritisieren, wie elektrische Tretroller  in deutschen Städten unterwegs sind.  Sollen für E-Roller verbindliche Verkehrregeln eingeführt werden?

Ergebnis anzeigen
loading