Eimeldingen Bürgerhilfe mit Startschwierigkeiten

Gelegentlich eine Fahrt zum Arzt oder das Erledigen von Einkäufen ist oft alles, was es braucht, damit ältere Menschen ihre eigenen vier Wände nicht frühzeitig verlassen müssen. Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Die Bürgerhilfe Eimeldingen will nicht so richtig in Fahrt kommen. Noch immer fehlt es an Personen, die bereit sind, sich in das Projekt tatkräftig mit einzubringen. „Wir haben für Eimeldingen nur zwei Aktive“, bedauert Mitinitiator Hartmut Kern.

Von Alexandra Günzschel

Eimeldingen. Aufgeben will er deshalb aber noch lange nicht. Und auch Bürgermeister Oliver Friebolin engagiert sich sehr für das Projekt. Gestern Abend hat er zum Beispiel im Gemeinderat einen Aufruf gestartet, damit doch noch ein paar Helfer zusammenkommen.

Dieser erneuten Offensive ging am Montagabend ein Treffen im Rathaus voraus. Mit dabei waren neben Hartmut Kern und dem Bürgermeister auch die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Erika Hülpüsch, sowie Pfarrer Jochen Debus. Einig war sich die Runde darin, dass das Projekt mit nur zwei aktiven Helfern aus Eimeldingen – einer von ihnen ist übrigens Hartmut Kern – nicht starten kann. Deshalb will man nun versuchen, weitere Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Bei der Bürgerhilfe geht es darum, älteren Menschen zu ermöglichen, in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben, so lange es eben geht. Dafür werden Personen gebraucht, die Einkäufe erledigen, die Senioren zum Arzt oder in die Apotheke fahren, oder auch mal zum Vorlesen vorbeikommen. Den Umfang ihrer Tätigkeit bestimmen die Teilnehmer selbst.

Vergütet werden die Hilfestellungen im Alltag mit 8,50 Euro pro Stunde. Das Geld kommt von den Senioren selbst, die für die Leistungen elf Euro pro Stunde zahlen. Derzeit liegt der Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten im Jahr bei 2400 Euro.

Das Konzept Bürgerhilfe hat im Landkreis sein Vorbild in Fröhnd. Von dort kam auch der Tipp, die Sache etwas größer aufzuziehen und die anderen Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal gleich mit ins Boot zu holen. In Binzen gibt es derzeit immerhin drei aktive Mitglieder, berichtet Kern.

Er glaubt, dass man in Eimeldingen ab fünf Aktiven loslegen kann. Denn letztlich geht es darum, den Bedarf auch decken zu können, ohne dass einzelne Helfer zu sehr belastet werden. Ist der Stamm an Aktiven groß genug, wird auch der interkommunale Austausch denkbar.

Dass es großen Bedarf gibt, weiß Kern auch aufgrund seiner Tätigkeit beim Seniorenmittagstisch in Eimeldingen. Da bleiben ältere Leute schon mal gerne ein wenig länger sitzen, weil sie noch nicht zurück wollen in die einsame Wohnung.

Weitere Informationen: Erika Hülpüsch, Seniorenbeauftragte, Tel. 07621/ 550099-4, E-Mail: seniorenbeauftragte@eimeldingen.de oder bei Hartmut Kern, Tel. 07621/12853

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