Eimeldingen Gefährliche Engel, Gesellschaftskritik und blutige Hände

Eimeldingen - Die Eimeldinger Künstlerin Tanja Bürgelin-Arslan findet stets neue Wege, sich in ihren Werken mit Facetten der gesellschaftlichen Entwicklung auseinanderzusetzen.  Mit neuen Skulpturen, die sie ab Freitag in der Basler Galerie Katapult im Rahmen der Ausstellung „Room to breathe“ der Frontofbicycle Gallery zeigt, weist sie auf Gegensätze von Positivem und Negativem hin.

Das Material, das sie dafür gewählt hat, ist ebenso scharf wie die Beobachtungen, die durch die Werke zum Ausdruck gebracht werden. Denn die Skulpturen sind von Glasscherben überzogen.

Das Material Glas fasziniere sie bereits seit einiger Zeit, berichtet Bürgelin-Arslan. 2017 erfolgte mit „Wake Up“ – eine mit Glasscherben überzogene Skulptur einer schlafenden Person – eine erste Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten dieses Materials. Die Glasscherben sind für die Künstlerin Ausdruck von Ambivalenz. „

Alles hat eine Kehrseite“, bringt sie es auf den Punkt. Das gelte auch für die Arbeit mit dem Material selbst. „Es sieht sehr schön aus. Der Nachteil ist aber, dass man sich immer wieder schneidet.“ Allmählich heilen die Wunden an den Fingern wieder, sagt sie. Zum Schutz konnte sie während des Schaffensprozesses nur sehr dünne Handschuhe tragen. „Ich brauche schließlich weiterhin das Gefühl.“

Der Gegensatz von Anziehung und Gefahr, der im Lauf des vergangenen Jahres immer wieder zu blutigen Händen führte, ist auch in den Werken selbst zu finden. Eine mit Glasscherben überzogene Figur eines Engels betont die Schönheit der himmlischen Wesen, löst sie zugleich aber aus der Tradition der kindhaften Darstellung und betont die Macht und auch die Gefahr, die von ihnen ausgehen kann.

Eine ähnliche Idee kommt durch einen mit Glasscherben besetzten Stuhl zum Ausdruck, der nur auf den ersten Blick zum Ausruhen einlädt. Die Inspiration für dieses Werk fand die Künstlerin auch im Rahmen der von ihr angebotenen Führungen bei Vitra.

Hommage an Meret Oppenheim

Mit „Iced Coffee to go“ hat Bürgelin-Arslan zudem eine Hommage an das „Frühstück im Pelz“ vom Meret Oppenheim aus dem Jahr 1936 geschaffen. Zugleich ist Bürgelin-Arslans Werk auch ein Kommentar mit Blick auf die schnelllebige Gegenwart. Die Gemütlichkeit und Wärme in Oppenheims Werk weicht der Kühle, die schimmernden Glasfragmente lassen an Eis denken.

Die Gegensätze, die Bürgelin-Arslan in ihren Skulpturen zum Ausdruck bringt, sollen zum Nachdenken anregen. Denn viele Handlungen können negative Konsequenzen nach sich ziehen, selbst wenn sie erlaubt und teilweise auch gesellschaftlich akzeptiert sind, ist die Künstlerin überzeugt.

Bis zum 9. Mai sind die Werke in der Basler Galerie zu sehen. „Ich freue mich sehr, wieder in Basel ausstellen zu können“, sagt Bürgelin-Arslan. Für alle, die nicht die Möglichkeit haben, die Ausstellung zu besuchen, gibt es im Internet unter www.galeriekatapult.ch sowie unter www.frontofbicycle.com weitere Informationen.

Interessierte können sich zudem an die Künstlerin selbst wenden (Infos unter www.buergelin-arslan.de).

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