Eimeldingen Die Lichter gehen früher aus

Beatrice Ehrlich
 Foto: Beatrice Ehrlich

Mit ambitionierten Einsparmaßnahmen bei Gas und Strom setzt die Gemeinde Eimeldingen die Energiesparverordnungen der Bundesregierung um. Der Gemeinderat schloss sich den Vorschlägen der Gemeindeverwaltung an, Diskussionsbedarf gab es einzig zur Frage der früheren Abschaltung der Straßenlaternen.

Von Beatrice Ehrlich

Eimeldingen - Werkhofleiter Werner Sturm stellte zu Beginn des Tagesordnungspunkts ein LED-Leuchtmittel vor, mit der alle noch nicht auf LED umgestellten Straßenlaternen im Gewerbegebiet „Reutacker“ und im Wohngebiet „Alte Säge“ in kürzester Zeit umgerüstet werden könnten – mit überschaubaren Kosten. Damit könne man für diese Lampen eine Energieersparnis von 90 Prozent erwirken, hatte Bürgermeister Oliver Friebolin zuvor klargestellt. Beim derzeitigen Strompreis würden nach der Umrüstung nur noch rund 700 statt derzeit 5000 Euro fällig. Um dies zu erreichen, müssten lediglich die bisher verwendeten Leuchtmittel aus der Fassung ausgeschraubt und die neuen, zu je 24 Euro, eingesetzt werden, erläuterte Sturm. Pro Laterne komme man damit auf Kosten von insgesamt 62 Euro einschließlich des Einbaus, im Vergleich zu 560 Euro, die die Umrüstung eines Lichtpunkts mit einer kompletten Leuchtanlage (Koffer) kosten würde. Für letztere könne man zwar Fördergelder beantragen, diese fielen angesichts des preislichen Vorteils der anderen Variante kaum noch ins Gewicht, ganz abgesehen von der zeitlichen Verzögerung von etlichen Monaten, die damit einherginge. Der Gemeinderat wertete dies positiv, insbesondere nachdem klargestellt war, dass auch die mit etwas weniger Strahlkraft ausgestatteten LEDLeuchten „insektenfreundlich“ im Sinne des Landesnaturschutzgesetzes sind.

Einspruch wegen „Sicherheitsgefühl“

Ein Punkt des Anstoßes in der neun kurzfristige und drei mittelfristige Maßnahmen umfassenden Liste der Sparmaßnahmen war für die Rätinnen Birgit Pohl und Elisabeth Azem die geplante Nachtabschaltung der Straßenlaternen zwischen 23 und 6 Uhr. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger leidet“, gab Pohl zu bedenken und regte an, die Abschaltung von 24 bis 5 Uhr auf fünf Stunden zu verkürzen. Dem schloss sich Azem an, die anmerkte, dass sie auch nicht gern „im Dunklen herumtappe“, wenn sie abends zu Fuß vom Zug oder von der Gemeinderatssitzung nach Hause laufe. „Ich fände schade, wenn wir damit den falschen Impuls setzen, und die Leute dann das Auto nehmen“, sagte sie. Auch nicht schön wäre es, wenn die Anwohner verstärkt Häuser und Vorgärten beleuchten würden, so Azem. Dieser Sichtweise schlossen sich die Gemeinderäte Christian Marx und Silke Voß-Schwarz an, während sich eine gleiche Zahl anwesender Stimmberechtigter mitdem Vorschlag der Verwaltung anfreunden konnte. Als Kompromiss zwischen beiden einigte man sich darauf, die Straßenbeleuchtung zwischen 23.30 und 5.30 Uhr abzuschalten.

Die notwendige Eindämmung des Gasverbrauchs betreffend, merkte Bürgermeister Oliver Friebolin an, dass alle kommunalen Gebäude derzeit mit Gas beheizt würden, auch die vor kurzem sanierte Reblandhalle. Einzig im Rathaus soll künftig ein Gas-Brennwert- Hybridsystem mit Luft-Wärme-Pumpe eingebaut werden.

Senkung der Raumtemperatur auf 19 Grad, bei Sportbetrieb 16 Grad, Steuerung der Raumtemperaturen in der Flüchtlingsunterkunft, Verbot von Elektroradiatoren in kommunalen Gebäuden, nur Kaltwasser an Handwaschbecken, keine Neuvermietung von Räumen in der Heizperiode, Schließung öffentlicher Einrichtungen über Weihnachten und Neujahr, kein Neujahrsempfang, Abschaltung Schmuck-Beleuchtung am Entenkreisel. Reduzierung der Weihnachtsbeleuchtung auf drei Standorte.

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