Eimeldingen Schwierige Situationen meistern

Eimeldingen - An der Schopfheimer Grundschule hat das Projekt „Friedensträger“ einen erfolgreichen Start hingelegt. Die Fortsetzung folgt derzeit in Eimeldingen: Insgesamt zwölf Kinder lernen an der dortigen Grundschule spielerisch, richtig mit Konfliktsituationen umzugehen.

„Friedensträger sind kleine Streitschlichter“, erklärt Schulsozialarbeiterin Svenja Müller vom Diakonischen Werk im Landkreis Lörrach, die das Projekt in Kooperation mit Melanie Vahl (Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim) und Tanja Hübschmann (Dr.-Max-Metzger-Schule) ins Leben gerufen hat. Zwar sei der Ausgangspunkt bei der Erarbeitung des Konzepts die Friedensstifter-Ausbildung gewesen, allerdings habe man die Inhalte an die Grundschule angepasst.

Es gehe daher bei dem Projekt nicht darum, dass die Kinder beispielsweise auf dem Pausenhof aktiv bei einem Streit eingreifen. Vielmehr erlernen sie, mit ihren eigenen Emotionen umzugehen, in sich hineinzuhören und zu verstehen, was in der jeweiligen schwierigen Situation am nötigsten ist. „Die Kinder vertiefen ihr Wissen“, erklärt Müller. Das eigene Handeln und die eigene Wahrnehmung werden dadurch stärker reflektiert.

Inhalte werden spielerisch vermittelt

Ziel des Projekts ist deshalb, dass die Drittklässer aus Schallbach, Rümmingen und Eimeldingen möglichst viel für ihre soziale und emotionale Entwicklung mitnehmen. Das wiederum wirke sich auch positiv auf das Klassenklima aus, weiß Müller. Indem die Kinder lernen, ein offenes Ohr für ihre Mitschüler zu haben, könne mit dem Projekt darüber hinaus Ausgrenzung entgegengewirkt werden.

Die Inhalte werden den Acht- bis Neunjährigen dabei spielerisch vermittelt. Dazu gibt es viele Übungen. Beispielsweise wird eine Konfliktsituation nachgestellt und als „Standbild“ eingefroren. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, ohne Zeitdruck in sich hineinzuhören, sich zu fragen, was jeder einzelne Beteiligte in diesem Moment fühlt. „Das ist wertvoll und macht gleichzeitig Spaß.“

Darüber hinaus werden auch grundlegende Begriffe wie „Frieden“ oder „Gewalt“ definiert. Und zwar ganz einfach, indem sich die Kinder die Frage stellen, was angenehm ist und was nicht.

An insgesamt vier Tagen werden den „Friedensträgern“ die Inhalte jeweils zwischen 11.40 und 15.30 Uhr vermittelt, erklärt Müller. Zwei Termine an der Eimeldinger Grundschule haben bereits im April stattgefunden, zwei weitere folgen in der kommenden Woche. Am Ende ihrer Ausbildung erhalten die Kinder ein Zertifikat.

Die Reaktionen auf das Projekt fallen nicht nur vonseiten der Eltern durchweg positiv aus, berichtet die Schulsozialarbeiterin, auch die Kinder sind begeistert. Häufig zeige sich, wie tief bei ihnen der Wunsch verwurzelt ist, anderen zu helfen. „Es ist unheimlich schön, das zu sehen.“

Dass das Projekt nach dem gelungenen Auftakt in Schopfheim nun für die Grundschulen im vorderen Kandertal in Eimeldingen stattfindet, habe übrigens einen ganz pragmatischen Grund: Die Räumlichkeiten hätten sich dort schlichtweg gut angeboten, so Müller.

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