Fasnacht in Hausen Sänger finden jede Menge Stoff

Ines Bode
Das Vereinsheim des FCs verwandelte sich erneut zum närrischen Club. Foto: Ines Bode

Man müsse nur 50 000 neue Bürger finden, um der klammen Gemeinde auf die Sprünge zu helfen, denn es gebe durchaus Gewerbe, das dem Ziel näherkomme, so der freche Vorschlag der Narren an den neuen Bürgermeister Philipp Lotter im Zuge der Schnitzelbank-Tour.

Ganz genau nahm es der närrische Lupenblick am Hebelfest: Am Festzug sei Lotter mitmarschiert, „doch öbbis passt nit. Er het den Azugtschobe uff, churz unterm Hals hörts Schilli uff.“ Ob das „Schilli“ (Gilet, also Weste) von seiner Kommunion sei? Auch im Rathaus selbst fanden die Sänger Mario Brugger und Jörg Thum Stoff zum Kritteln: Vier neue Bilder mit früheren Rathauschefs seien zu bewundern. Die Gemeinde habe sich „die Chuntschwerke öbbis choschte loh“. Die Bilder würden noch besser rüberkommen, wenn man „di Lüt uff Anhieb würd erkenne“.

Küchenkrepp statt Hemd

Das Septett der Hebelmusik schickte einen Tusch hinterher, die Gäste stimmten ein und schunkelten im Huuse Ho-Rhythmus. Voll besetzt war das bunt dekorierte FC-Heim am Fasnachtsfreitag. Die Großen ließen sich sportliche XL-Würste schmecken, die Kleinsten krabbelten zwischen ihren Beinen umher. Apropos: Die Hebelmusiker marschierten eifrig am großen Basel Tattoo-Marsch mit, wussten die Schnitzelbänkler zu berichten. In stolzer Tracht. „Doch het de Harry kei wissis Hemd gfunde ka. Also bedeckt er si Bruscht - des ischs Tolle - mit drei Blätter von re Chuchirolle“.

Im falschen Büro

Wie immer erreichte der kritische Blick die Nachbarmetropole: Eines „Strofzettels“ wegen habe „der Harald“ das Schopfheimer Ordnungsamt besucht. Stürmt in ein Büro ohne zu klopfen. Da hockt ein Mann, „un de Harald macht ihn flott, um z’erfahre, bim Schopf’mer Burgermeischter“ gelandet zu sein. Zudem werde „z‘ Schopfe“ die Hauptstraße neugestaltet und mit Bänken der Verkehr aufgehalten. „So Züüg bruchsch z‘ Huuse nit installiere, weil parkti Autos jedi Stross blockiere“.

Zeller abgefertigt

Die Sänger kamen auf künstliche Intelligenz (KI) zu sprechen. Doch selbst die KI werde es nie schaffen, aus einem Zeller einen Huusemer zu machen, womit die anderen Nachbarn abgefertigt wurden. Gekehrt wurde auch vor der eigenen Haustür: Im Tiefbau sei man in Huuse eifrig und beflissen, und jede Woche werde eine neue Straße aufgerissen. Es gebe schon Kinder, die kennen geteerte Straßen nur vom Hörensagen. Darüber hinaus wurden private Missgeschick der Ortsansässigen ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, und nicht zu vergessen die Weltpolitik: Annalena, Christian, Robert und Olaf – „des isch kei Chinderschuel, nei, des isch unsri Ample“, klagten die singenden Schnitzelwächter. Nach einer guten Stunde zog die Schnitzelbank ins Café Läubin um. Dort warten stets der Bürgermeister und die Ehemaligen der Narrenzunft, wusste Brugger zu berichten. Die letzte Station sei der Adler, wo man davon ausgehen könne, dass Eskalation angesagt sei.

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