FC Basel Der Meister legt eine Schippe drauf

Für Eray Cömert (rechts) und seine Basler Teamkollegen gibt es in Bern nichts zu holen.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Nun hat es das erste Mal auch Patrick Rahmen erwischt. Im sechsten Spiel als Interimstrainer des FC Basel setzt es für ihn die erste Niederlage. Beim alten und neuen Meister Young Boys Bern müssen sich die Gäste am Samstagabend mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Ein Doppelschlag sorgt für die Entscheidung.

Von Mirko Bähr

Basel. Ganze 25 Punkte trennen beide Mannschaften vor dem Anpfiff. Und dennoch war es lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe. Innerhalb von 85 Sekunden ist diese intensive Partie dann aber entschieden.

Bern hat in der zweiten Hälfte mehr vom Spiel und geht in der 71. Minute durch Christian Fassnacht in Führung. Ein tolles Tor. Der Berner nimmt den Ball direkt, der dann auf den Boden springt und unhaltbar für Heinz Lindner im Basler Kasten einschlägt. „Das Tor war recht glücklich. So ein Schuss geht nicht immer rein“, lässt Eray Cömert, der Verteidiger des FCB, nach dem Spiel wissen.

Und es dauert nicht lange, da legt YB nach. Unter gütiger Mithilfe von Matias Palacios , der den Ball vertändelt, sorgt Bern für die Entscheidung. Christopher Martins braucht nach einer Kombination über Marvin Spielmann und Felix Mambimbi dann nur noch einzuschieben.

Sieg geht aufgrund der zweiten Hälfte in Ordnung

Der Sieg der Hausherren geht in Ordnung. Denn: Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte, legt Bern nach Wiederbeginn eine Schippe drauf. Die Basler beschränken sich aufs Verteidigen. „Es ist ärgerlich, dass wir in der zweiten Halbzeit den einen oder anderen Schritt zu spät dran waren. YB hat das sehr gut ausgenutzt. Wir bringen uns in ein, zwei Minuten um unseren Lohn“, lässt FCB-Keeper Lindner wissen.

Nach fünf Spielen ohne Niederlage (drei Siege, zwei Remis) muss Basel wieder als Verlierer vom Feld. Es ist ein Rückschlag im Rennen um den zweiten Rang. Für Rahmen, der seit gut einem Monat im Amt ist, ist es die erste Pleite. Die schlägt Cömert durchaus auf das Gemüt: „Ich bin sehr enttäuscht, weil wir einen großen Aufwand betreiben haben, aber keinen Punkt mitnehmen.“

In Halbzeit eins sehen die 100 zugelassenen Zuschauer im Stadion Wankdorf ein ausgeglichenes Match. Die große Chance zur frühen Führung haben die Gäste. Cömert schlägt einen weiten Ball auf Arthur Cabral, der nach einem Zusammenspiel mit Valentin Stocker zum Abschluss kommt. Er scheitert aber am Berner Schlussmann David von Ballmoos.

Chancen gibt es nur sehr wenige. Auf beiden Seiten zeigen die Abwehrreihen eine starke Leistung. Auch die Basler Hintermannschaft steht stabil. Und das, obwohl Rahmen gleich drei Wechsel im Vergleich zum St. Gallen-Spiel vornehmen muss. Fabian Frei sitzt eine Sperre ab, während Timm Klose und Amir Abrashi verletzungs- beziehungsweise krankheitsbedingt ausfallen. Luca Zuffi, Albian Hajdari und Matías Palacios rücken in die Startformation.

Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wird es wieder gefährlich. Michel Aebischer fasst sich aus gut 18 Metern ein Herz und trifft mit seinem Schuss aber nur den Pfosten. Es ist das erste echte Lebenszeichen der Berner.

Basler können Schalter nicht mehr umlegen

Und die Gastgeber machen nach Wiederbeginn gleich weiter. YB ist tonangebend. Und nach einem Doppelpass mit Mambimbi steht Jean-Pierre Nsame nach einer Stunde alleine vor Heinz Lindner. Sein Schuss geht aber über das Tor. „Wir waren in der zweiten Halbzeit zu wenig aggressiv“, befindet Luca Zuffi. Zwei Gegentore sind das Resultat.

Und nach dem 0:2-Rückstand kann der FC Basel den Schalter auch nicht mehr umlegen. Es sind nämlich die Berner, die einem weiteren Torerfolg näher sind als der FCB. Tore fallen in der Schlussphase aber keine mehr.

„Das war eine seriöse Leistung von Anfang an“, freut sich YB-Trainer Gerardo Seone. Bern hat nun die Chance, einen weiteren Rekord den Baslern abzuluchsen. So hat es der FCB bisher zweimal geschafft, nach 36 Saisonspielen 20 Zähler Vorsprung auf den zweiten Platz zu haben. Es sieht ganz danach aus, als könnten die Gelb-Schwarzen diesen Top-Wert heuer auch erreichen.

Seit zwölf Spielen in Bern nicht mehr gewonnen

Alles andere als top ist die Ausbeute des FCB, wenn er in der Hauptstadt antritt. Seit zwölf Spielen ist der Gast sieglos. Gegen keinen anderen Klub hat Basel so eine schwache Bilanz vorzuweisen. Übrigens: Der letzte Sieg des FC Basel im Stadion Wankdorf datiert vom Mai 2016, als unter Urs Fischer ein 3:2-Erfolg zu Buche schlägt. Die Torschützen: Jean-Paul Boëtius (2) und Matias Delgado.

In Bern stehen sich auch die Liga-Topscorer gegenüber. Jean-Pierre Nsame (YB) und der Basler Cabral. Beide haben bisher 18-mal getroffen. Im direkten Duell gehen sie leer aus. Beide Stürmer kommen jeweils zu einer Chance, beide vergeben sie sie. Schon morgen, Dienstag, haben beide Torjäger die Möglichkeit, ihr Konto entsprechend aufzufüllen. Während Bernd in Vaduz antritt, empfängt der FCB am selben Abend den FC Lugano im „Joggeli“.

BSC Young Boys – FC Basel 2:0 (0:0). – Tore: 1:0 (71.) Fassnacht, 2:0 (72.) Martins. Z.: 100. SR: Tschudi.

FC Basel: Lindner; Widmer, Cömert, Hajdari, Petretta; Kasami, Zuffi (76. Marchand); Males (76. Zhegrova), Palacios (76. van Wolfswinkel), Stocker (81. Pululu); Cabral.

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