FC Basel Nichts als Ammenmärchen

Präsident Bernhard Burgener (rechts) und Chefcoach Marcel Koller bei der Pressekonferenz. Foto: Mirko Bähr

Basel - Unter dem Eindruck der Irrungen und Wirrungen der vergangenen Tage hat die Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des FC Basel gestanden. Mehr als 50 Journalisten waren vor Ort, unzählige Kameras aufgebaut, dazu ständiges Klicken der Fotoapparate. Im Fokus: FCB-Präsident Bernhard Burgener, der sich unbequemen Fragen stellte.

Eigentlich geht es bei diesem Anlass immer um den Blick nach vorne. Nämlich auf die kommende Runde. Wie ist die Zielsetzung? Wie sieht es mit Transfers aus? An welchen Stellschrauben soll gedreht werden? Gestern Mittag im Media Center des St. Jakob-Parks war das anders. Der Blick ging zurück, zurück auf die Querelen rund um die Position des Trainers, die dann im Rücktritt des Sportchefs Marco Streller gipfelten.

„Wir haben als Verein ein schlechtes Bild abgegeben, vor allem in Sachen Kommunikation. Wir sind selbstkritisch. Da wollen wir uns verbessern“, machte Vereinsboss Burgener zu Beginn deutlich. Man wolle die gegenwärtige Situation als Chance begreifen, um noch enger zusammenzurücken.

Mehr als eine Stunde lang stand dann vor allem er im Kreuzfeuer der Medienschar. Interna wollte er nicht preisgeben, auch um die involvierten Menschen und Vereine zu schützen. Zudem seien so einige Gerüchte ja nicht vom FCB gestreut worden. Keinen Hehl machte er aber aus seiner Enttäuschung darüber, dass interne Infos den Weg an die Presse fanden.

So zum Beispiel die Abschieds-SMS Strellers, der an einen kleinen Spielerkreis ging und elf Minuten später im „Blick“ erschien. „Da werden wir uns Gedanken machen.“ Niemand dürfe sich über den Verein stellen. Einen Vorwurf an die Medien machte er nicht.

Rücktritt der Vereinsikone

Im Mittelpunkt der PK, bei der auch Cheftrainer Marcel Koller und CEO Roland Heri teilnahmen, stand natürlich der Rücktritt der Vereinsikone und die an die Öffentlichkeit gedrungenen Gespräche mit Patrick Rahmen als Nachfolger von Koller, der nun aber Cheftrainer bleibt.

Dabei, so schrieben einige Zeitungen, habe dieser während einer Zusammenkunft mit den FCB-Verantwortlichen sogar schon seine Kündigung beziehungsweise Freistellung erhalten. Das sei, wie vieles weitere auch, so Burgener, ein „Ammenmärchen.“ Er selbst und auch Koller dementierten dies.

Dass die Sportliche Leitung Kontakt mit Rahmen, also einem anderen Trainer, aufgenommen habe, sei alles andere als ungewöhnlich. Schließlich gelte es ja, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. „Man muss sich doch Gedanken machen, muss auf jede Situation reagieren können“, machte Burgener klar.

Den Rücktritt Strellers bedauere er, doch habe dieser aus freien Stücken so entschieden. „Dieser Rücktritt bedeutet aber noch lange keine Krise. Es ist kein Chaos ausgebrochen.“ Ins selbe Horn stieß Hegi, der die außerordentlichen Verdienste Strellers hervorhob. „Aber der Laden läuft“, meinte Hegi, der vorerst einem Gremium vorsteht, das sich um die sportlichen Angelegenheiten kümmert. „Es wird wieder einen Sportchef geben." In Ruhe wolle man besprechen, wie es weiter geht. Von einer zweistelligen Bewerberzahl sprach Burgener.

Dass der FCB in dieser Phase ohne Sportverantwortlichen da steht, sah Burgener ebenfalls nicht als dramatisch an. „Würden wir erst jetzt die Saison-Planungen anstellen, wären wir schlecht beraten.“ Streller habe diese Arbeit bereits erledigt, wie man an den eingetüteten Transfers von Omar Alderete und Kemal Ademi erkenne.

Überhaupt: Beim FCB ist alles in Ordnung. Daran glauben wollte das, bis auf die Vertreter auf dem Podest, aber niemand so recht.

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