FC Basel Raus dem Tief

Für Raoul Petretta, den Rheinfelder in Diensten des FCB, und seine Teamkollegen geht es am Kaspischen Meer um die ersten Punkte auf europäischer Bühne.                                                                               Foto: Grant Hubbs

Qarabag? Nein, dabei handelt es sich nicht um eine osteuropäische Süßspeise. Qarabag FK heißt heute, 18.45 Uhr, der erste Gegner des FC Basel in der Gruppenphase der Conference League. Und auf eine Kaffeefahrt brauchen sich die „Bebbi“ dabei auch nicht einzustellen. Es wartet gleich ein hartes Stück Arbeit.

Von Mirko Bähr

Basel. Das liegt einerseits an der langen Reise in die Hauptstadt Aserbaidschans und die Zeitverschiebung von zwei Stunden, andererseits auch am Gegner, der, im Gegensatz zum FC Basel, am vergangenen Wochenende in der heimischen Premyer Liga dreifach gepunktet hat.

Bei der Generalprobe besiegte das Team von Coach Qurban Qurbanov auswärts Neftchi Baku, den amtierenden Meister, mit 2:1. Beide Tore erzielte der Senegalese Ibrahima Wadji noch vor der Pause. Qarabag FK – in dieser Runde noch unbesiegt – hat gleich sieben Meistertitel in Folge eingefahren, vergab die achte Meisterschaft in der vergangenen Saison aber noch am letzten Spieltag.

Seine Heimspiele trägt der aus Agdam stammende Klub seit fast 30 Jahren im über 250 Kilometer weit entfernten Baku aus. Der Grund dafür ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in der Region Karabach, in der Agdam liegt.

Exakt 3 426,66 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Basel und Baku. Gut fünf Stunden werden die Basler Kicker im Flieger verbracht haben, ehe sie in die Stadt an der Westküste des Kaspischen Meeres landeten. Viel Zeit also, um über die alles andere als zufriedenstellende Leistung am vergangenen Sonntag nachzudenken. Beim FC Lugano kam Rotblau nicht über eine 1:1-Remis hinaus. Während nach drei Niederlagen zuletzt immerhin wieder Zählbares aus dem Tessin mitgebracht wurde, war die Leistung des FCB nach dem Seitenwechsel ungenügend.

„Wir hatten zu wenig schnelle Ballzirkulationen, dann wird es gegen einen defensiv gut organisierten Gegner wie Lugano schwierig“, stellte Keeper Heinz Lindner nach dem Match fest. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Gegner aufkommen lassen und daher auch zu Recht den Ausgleich kassiert“, erklärte Fabian Frei.

Spielfreude, Kreativität, Tempo – das alles ging dem FCB in Lugano ab. Und den unbändigen Willen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen und die drei Punkte aus dem Cornaredo mitzunehmen, zeigten die Gäste nicht.

Diesen sollten sie in Baku aber auf alle Fälle wieder auf den Platz bringen. Nach zuletzt eher schwächeren Leistungen ist Coach Patrick Rahmen gefordert. Auch muss der Trainer versuchen, die neuen Akteure schnellstmöglich zu integrieren.

Ein lockerer Spaziergang wird das erste Match auf europäischer Bühne nämlich nicht. Kaderplaner Philipp Kaufmann kennt die Qualitäten von Qarabag: „Uns erwartet ein guter Gegner, der ein ähnliches Spielsystem spielt wie wir. Wir erwarten eine schwierige Partie. Trotzdem haben wir den Anspruch, als Sieger vom Platz zu gehen.“

Klar ist, dass es in diesen stressigen „Englischen Wochen“ wieder zu Wechsel in der Startformation des FCB kommen wird. Frei beispielsweise bekommt nach den Nationalmannschafts-Einsätzen eine Pause. Ebenso nicht dabei sind Jordi Quintillà (angeschlagen) und Sebastiano Esposito (muskuläre Probleme).

„Es ist eine wichtige Partie für uns. Wir wollen in diesem Wettbewerb weiterkommen. Wir sind uns bewusst, dass wir jeden dritten Tag spielen, und versuchen, trotzdem immer die bestmögliche Performance auf den Platz zu bringen“, meint Kaufmann.

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