FC Basel Sforza demonstriert Wir-Gefühl

Kopfsache: Der neue FCB-Trainer Ciriaco Sforza (schwarzer Trainingsanzug) im Kreise seiner Spieler.Foto: dpa Foto: Die Oberbadische

Alles auf Null: Der FC Basel hat in dieser Woche mit seinem neuen Cheftrainer Ciriaco Sforza die Vorbereitung auf die neue Saison 20/21 gestartet. Wohin wird die Reise mit dem ehemaligen Schweizer Topfußballer auf nationaler und internationale Ebene gehen? Keine Frage: In der anstehenden Meisterschaftssaison wird vom FCB eine Kehrtwende um 180 Grad erwartet.

Basel (pd/nod). Im Fahrrad-Pulk traf die Mannschaft samt Trainerstab kurz vor 15 Uhr auf dem Trainingsplatz ein. Mittendrin Neu-Coach Ciriaco Sforza, der sich im schwarzen Habit von den blaugewandeten Spielern deutlich abhebt.

Nach gut einer Stunde entschwanden die Spieler wieder geschlossen in Richtung Stadion-Katakomben. Nur Sforza blieb zurück, stellte sich den wartenden Journalisten und ließ aufhorchen: „Wir sind ein Team. Wir kommen zusammen und gehen zusammen. Wir gewinnen miteinander und verlieren miteinander. Das wollen wir zeigen, und hoffen jetzt, dass der ganze Verein mitzieht.“

Den kämpferischen Worten muss Sforza nun Taten folgen lassen. Der demonstrative Zusammenschluss ist zumindest ein hoffnungsvolles Zeichen. Die Gemeinsamkeit, die der neue Chefcoach mit seinem Team vorlebt, soll auch auf die anderen Abteilungen des Vereins ausstrahlen. Und Sforza macht deutlich: „Ich erlebe eine absolut intakte Mannschaft. Sie hat Qualität und will die gesteckten Ziele erreichen.“

Bleibt Ramirez nun doch?

Deutlich wird auch, dass es im Kader keine Erbhöfe gibt. Jeder fängt bei Null an. Das gilt auch für die ausgeliehenen Rückkehrer. Der französische Flügelstürmer Aldo Kalulu ist nach seiner Leihe zu Swansea zurück in Basel. Auch Yves Kaiser (Schaffhausen) und Konstantinos Dimitriou (Wil) trainieren wieder beim FCB. Sie können sich unter Sforza für höhere Aufgaben bewerben. Überraschend ist aktuell auch noch Eric Ramires mit von der Partie, obwohl die Leihe des Brasilianers eigentlich am 31. August abgelaufen ist. Sforza will sich ein Bild von ihm machen. Dann wird abgeklärt, ob ein langfristiger Verbleib von Ramires in Basel möglich ist. Allerdings ist der 20-Jährige wohl nicht ganz billig. Sein Marktwert beträgt knapp vier Millionen Franken.

Am Spielsystem wird Sforza wohl festhalten. Das wurde in der ersten Trainingseinheit deutlich. Er nahm sich zehn Minuten Zeit, um seine Spieler wie Magnete an der Taktiktafel übers Feld zu schieben. „Entweder wir verschieben alle und machen Druck auf den Ball. Oder wir ziehen uns zurück“, so die seine Ansage. Sforza will mit dem FCB einen druckvollen Spielstil zeigen. „Wir wollen dominanten Fußball zeigen“, sagt er. Das grundsätzliche Spielsystem dürfte ein 4-2-3-1 bleiben. Das hatte Sforza auch mit dem FC Wil zuletzt gespielt.

In zwei Wochen beginnt für den FCB die neue Saison. In der zweiten Runde der Europa League-Qualifikation trifft Sforza mit seinem Team auswärts auf die Kroaten von NK Osijek. Drei Tage später startet auch die Liga mit einem Heimspiel in Vaduz, ehe es am 24. September in der dritten Runde der Europa League-Qualifikation zum Aufeinandertreffen mit Famagusta aus Zypern kommen könnte. Für den Trainer bleibt da nicht viel Zeit, um seine Ideen zu vermitteln. Nach eigener Aussage kein Problem für Sforza.

Stocker bleibt der Kapitän

Valentin Stocker wird auch in der kommenden Saison den FCB als Kapitän aufs Feld führen. Das hat Sforza bereits entschieden. Ihm gefallen die Emotionen, die Stocker mitbringt.

Verpasst hat das erste Training Silvan Widmer. Er zählt zum Kader der Schweizer Nationalmannschaft für die Nations League-Spiele gegen die Ukraine und Deutschland. Für die Junioren-Nationalteams sind Yannick Marchand, Tician Tushi, Orges Bunjaku und Lirik Vishi aufgeboten. Raoul Petretta trainierte gar nicht, Taulant Xhaka (Innenband) und Luca Zuffi (Kreuzband) waren zwar auf dem Rasen, absolvierten aber größtenteils ein separates Training.

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