FC Basel Talente bekommen ihre Chance

Ein Ricky van Wolfswinkel muss sich derzeit hinten anstellen. In Bern wird er kurz vor Schluss eingewechselt. Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Coach Ciriaco Sforza meint es ernst: Bei seinem Amtsantritt beim FC Basel machte er klar, dass er junge, hungrige Spieler fördern und in der ersten Mannschaft integrieren wolle. Dass er diesen Worten auch Taten folgen lässt, wurde zuletzt auch im Top-Spiel bei den Young Boys klar. Heute wird wieder gekickt. Zuhause im „Joggeli“ geht es in der Nachholpartie gegen den FC Lausanne-Sport.

Von Mirko Bähr

Basel. Es war ein klares Zeichen, dass Sforza einmal mehr aussendete. Die Youngsters durften auf dem Kunstrasen ran, erhielten die Chance, sich zu bewähren, während routinierte, teils mit Champions League-Erfahrung ausgestattete Akteure gar auf der Bank Platz nehmen mussten oder gar nicht erst im Kader auftauchten.

Carmine Chiappetta ist so einer. 17 Jahre ist er alt, erst kürzlich kam er vom FC Schaffhausen in die Jugend des FCB, wo er sonst für die U18 aufläuft. Jetzt schaffte er es auf die große Bühne, als er nach 66 Minuten für Edon Zhegrova eingewechselt wurde. Offensivspieler wie Aldo Kalulu oder Dimitri Oberlin wurde von Sforza erst gar nicht nach Bern mitgenommen.

Julian von Moos, auch erst 19 Jahre alt, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Sforza auf unerfahrene Talente baut. Goalgetter Ricky van Wolfswinkel oder auch Raoul Petretta haben derweil das Nachsehen, sie werden in Bern erst kurz vor Schluss auf das Spielfeld geschickt.

Am Ende verliert der FCB mit 1:2 bei den Young Boys und reiht sich in der Tabelle erst einmal im Niemandsland ein. Die Basler haben nach der zweiten Pleite in Serie gerade den schlechtesten Saisonstart seit 19 Jahren hingelegt. Sieben Zähler aus sechs Partien schlagen zu Buche. Das ficht Sforza nicht an. Nach der Pleite bei YB macht er klar: „Unsere Strategie lautet, Talente einzusetzen. Sie sind unsere Zukunft.“

Dass der FC Basel keine Punkte aus der Bundeshauptstadt mit zurück ans Rheinknie brachte, lag indes nicht an den jungen Akteuren. Es waren zwei individuelle Fehler in der Abwehr, die den Berner ermöglichten, das Spiel zu drehen. Denn die Gäste hatten gut begonnen, zeigten eine starke erste Hälfte. „Das hat wirklich Spaß gemacht in der ersten Halbzeit. Wir waren griffig, hatten das Gefühl, uns Chancen herausarbeiten zu können“, blickt Valentin Stocker zurück.

Sich als Team finden und regelmäßig gewinnen

Doch YB schlug auch dank gütiger Mithilfe von Eray Cömert und Timm Klose zurück. „Solche Fehler dürfen wir nicht begehen, wenn wir vorne mitspielen möchten“, meinte der Kapitän weiter. Das ändere aber nichts daran, dass man eine gute Truppe habe und über Qualität verfüge. „Das Team muss sich jetzt so schnell wie möglich finden und anfangen, regelmäßig zu gewinnen.“

Die nächste Chance dazu bietet sich bereits heute Abend ab 18.15 Uhr, wenn der FC Lausanne-Sport im St. Jakob-Park zum Nachholspiel gastiert. Die Gäste haben zwei Punkte mehr auf der Habenseite und rangieren derzeit auf Platz fünf. Ein Sieg ist Pflicht für die Basler, um den Rückstand auf Spitzenreiter YB auf fünf Zähler zu verkürzen.

Gerade gegen die vermeintlich leichteren Gegner hat der FCB in der vergangenen Runde Punkte leichtfertig liegen lassen. Das weiß auch Stocker:­ „Wir haben schon in der vergangenen Saison gesehen, dass es eigentlich nicht um die Spiele geht, in denen wir gegen YB spielen. Es ist nach wie vor sehr wichtig, was wir gegen die anderen Gegner machen.“

Da sich Stammkeeper Djordje Nikolicć momentan noch immer in Quarantäne befindet, wird Heinz Lindner im Heimspiel erneut zwischen den Pfosten stehen. Ihn traf in Bern bei den Gegentoren keine Schuld. Ebenfalls in Isolation aufgrund eines positiven Corona-Tests befinden sich noch Silvan Widmer und Jasper Van Werff.

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