Feuerwehr im Kleine Wiesental Eine große Baustelle

Maximilian Müller
Baustelle Feuerwehr: Strukturreform und Kommando beschäftigen die Gemeinde. Foto: M. Müller

Gleich mit zwei Herausforderungen ist die Gemeinde Kleines Wiesental konfrontiert: Da ist zum einen das Problem mit dem nicht bestätigten Kommandanten, zum anderen die anstehende Strukturreform.

Er sei durchaus überrascht gewesen, als der Gemeinderat den bisherigen Kommandanten Thorsten Hornsteiner abgelehnt hatte, sagte Bürgermeister Gerd Schönbett im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar habe einiges darauf hingedeutet, aber das Ausmaß sei schon unerwartet gewesen.

Wahlergebnis spielt mit rein

Da habe zum einen das Wahlergebnis reingespielt, glaubt Schönbett. Hornsteiner war bei der Hauptversammlung mit etwas mehr als 50 Prozent im Amt bestätigt worden, allerdings fehlte bei der Versammlung auch rund die Hälfte der Mannschaft. Zudem seien einige Gemeinderäte wohl immer noch wegen des früheren Brandbriefs verärgert gewesen, den Hornsteiner nicht verhindert habe. Und dann habe es wohl auch Zweifel gegeben, ob Hornsteiner der richtige Mann für die geplante Umstrukturierung sei. Da schon mit einem knappen Ergebnis gerechnet wurde, sei die Bestätigung in die nichtöffentliche Sitzung verlegt worden.

Doch wie geht es weiter? Die Feuerwehr hat nun gut drei Monate Zeit, einen neuen Kommandanten samt Stellvertreter zu wählen. Denn Jochen Schwald hatte schon angekündigt, dass es ihn und Hornsteiner nur im Doppelpack gebe. Ob dieser Schritt Schwalds so möglich ist, habe er noch nicht geprüft, sagte Schönbett. Sollte die Feuerwehr auf Hornsteiner bestehen, müsste der Gemeinderat ihn noch einmal bestätigen. Ob das Gremium dies tatsächlich macht, könne er nicht absehen, sagte Schönbett. Im Falle einer Ablehnung müssten Verwaltung und Gemeinderat selbst einen neuen Kommandanten bestimmen.

Da die Ablehnung Hornsteiners unerwartet gekommen sei, geben es keinen Kommandanten in der „Hinterhand“, sagte Schönbett. Seines Wissens sei durchaus schon nach möglichen Kandidaten gesucht worden, aber viele seien nicht in der richtigen Lebenssituation, hätten gerade gebaut oder kleine Kinder. Schönbett betonte, dass es bei der Entscheidung gegen Hornsteiner um gewisse Verhaltensweisen, nicht aber um sein fachliches Können gegangen sei. Die nächste große Baustelle bei der Feuerwehr ist die Strukturreform. Acht Standorte hat die Gesamtwehr der Gemeinde derzeit, bis zum Sommer waren es sogar neun. Das sei mit hohen Kosten verbunden und mittelfristig angesichts der Preissteigerungen nicht finanzierbar, sagte Schönbett. Zumal Investitionen in Feuerwehrautos und -häuser anstehen.

Wichtige soziale Rolle

Schönbett wünscht sich einen Prozess, wie es ihn in Vogtsburg im Kaiserstuhl gab. Damit meint er die Art, wie die Reform dort angegangen wurde, nämlich unter anderem mit einem externen Moderator und internen Diskussionen. „Ein einziger Standort ist sicher kein Thema“, betonte Schönbett. Das werde der geografischen Lage des Kleinen Wiesentals nicht gerecht. Darüber hinaus müsse man bedenken, dass die Feuerwehr in den Orten auch eine wichtige soziale Rolle spiele, sei es bei der Fasnacht oder beim Maibaumstellen.

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