Von Daniela Buch

Die Neugestaltung des Biotops oberhalb von Fischingen wurde am Samstagvormittag bei einer Begehung im Beisein von zwei Dutzend Teilnehmern von den am Projekt beteiligten Fachleuten vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Lörrach und dem Naturschutzbund (NABU) erläutert.

Fischingen. Sigrid Meineke, die als Geschäftsführerin des LEV das Projekt in die Wege geleitet hatte, informierte über die durchgeführten Maßnahmen zur Unterstützung bedrohter Amphibienarten. Den Gehölzbestand zu reduzieren, sei eine notwendige Maßnahme gewesen, um mehr Lichteinfall für die Fläche zu gewinnen. Nach der Rodung eines Teils der Bäume und des dichten Buschwerks sei der Unterschied zu vorher freilich stark aufgefallen und in der Bevölkerung sei mehrfach Zweifel am Nutzen der Aktion geäußert worden.

Sicherlich sei es so, dass nun einige Bäume für Vögel fehlten, doch fänden die betroffenen Arten ausreichend alternative Baumbestände in der Umgebung, während der neu angelegte Lebensraum für Amphibien in dieser Form eben kaum mehr in der Natur vorkomme. Im Weiher habe man kaum mehr Leben vorgefunden und während des Ausbaggerns mehr als einen Meter tiefen, schwarz-fauligen Schlamm entfernen müssen, berichtete sie.

Klarheit für das konkrete Vorgehen habe auch eine gemeinsame Begehung mit Vertretern der Naturschutzbehörde und dem NABU gebracht. Um den großen bestehenden Weiher wurden vier kleinere Tümpel angelegt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fortpflanzung entsprächen, wie Stefan Kaiser, Projektleiter Amphibien im Vorstand des NABU Kreis Lörrach, erklärte. Einer der sogenannten „Satellitentümpel“ sei einen Meter tief, damit er nicht bis unten zufrieren und der Laich der Geburtshelferkröte sicher überwintern könne. Ein kleineres, flacheres Gewässer sei für die Gelbbauchunke bestimmt. Auch die nomadisch orientierte Kreuzkröte benötige ein flaches Gewässer, das mindestens ein Mal jährlich komplett austrocknet. Auf diese Weise stellt sie sicher, dass sich keine Fische am Laichplatz aufhalten. Von der Eiablage bis zum Landgang der Jungen vergingen nur vier Wochen.

Im großen Weiher werden unter anderem Erdkröten erwartet sowie Wasservögel wie der Zwergtaucher. Auch wird damit gerechnet, dass sich Blindschleichen und Eidechsen, Grasfrösche und Molche auf dem gesamten Biotop-Areal ansiedeln werden.

Aus den Reihen der Teilnehmer wurden Sorgen vor Vandalismus oder Verunreinigung des Biotops durch wilde Müllablagerungen geäußert. Denkbar sei es, durch Pflöcke oder eine Umzäunung den Grundstücksverlauf kenntlich zu machen, überlegte Sigrid Meineke. Ins Gespräch kam auch die Anbringung einer Infotafel, um Spaziergänger über die Anlage aufzuklären.