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Fischingen Feuerwehr rettet bei Abschlussübung fünf Menschen aus brennendem Haus

Daniel Hengst
Aktive der Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr übten zusammen mit dem Roten Kreuz den Notfall. Foto: Patrik Glauß

Bei der Abschlussübung der Feuerwehr Fischingen zeigen 52 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz ihr Können vor gut 60 Zuschauern.

52 Einsatzkräfte rückten am Samstagabend zu einem Wohnhausbrand in der Dorfstraße aus. Dabei wurden bei der Abschlussübung vor gut 60 Zuschauern fünf Personen gerettet. Harald Lehmann, Kommandant der Fischinger Floriansjünger war vollen Lobes, ebenso Stefan Ohm, der Bereitschaftsleiter des eingebundenen DRK-Ortsvereins Weil am Rhein-Haltingen.

Schlag 19 Uhr wurde der Alarm am Feuerwehrhaus in Fischingen ausgelöst. Die Feuerwehrleute aus Fischingen sowie aus Efringen-Kirchen und das DRK Weil am Rhein-Haltingen, die sich allesamt in Bereitschaft vor Ort befanden, rückten aus. Beteiligt waren 20 Aktive und zehn Jugendliche der Feuerwehr Fischingen sowie die Drehleiter der Kameraden aus Efringen-Kirchen mit drei Mann Besatzung. Mit involviert in die Übung waren noch 19 Mitglieder des DRK Weil am Rhein-Haltingen mit der Sanitäts- und Technik-Gruppe.

„Angenommen wurde ein Brand in einem Wohnhaus“, sagte Fischingens Feuerwehrkommandant Harald Lehmann. Dabei befanden sich drei Personen im Keller, in einem Raum mit Werkstatt und Heizung. „Eine Person hatte sich mit einer Flex verletzt, eine Zweite hatte eine Brandverletzung und ein weiterer Darsteller hatte einen Nagel in der Hand“, so der Kommandant. Damit aber noch nicht genug: „Eine Person war in dem verrauchten Gebäude auf der Suche nach dem Hauseigentümer, wobei sich beide auf den Balkon retteten.“ Fachmännisch geschminkt wurden die zu Rettenden von Britta Ohm, der Frau des DRK-Bereitschaftsleiters Stefan Ohm.

 Als Einsatzleiter musste Lehmann den Einsatz im Kopf vorausplanen

Vor Ort fungierte dann Kommandant Harald Lehmann als Einsatzleiter, der mit dem Mannschaftstransportwagen als Vorausfahrzeug am Brandort als Erster eintraf. Lehmann erkundete die Lage und wies den nach und nach anrückenden Fahrzeugen die entsprechenden Einsatzorte zu. Dabei musste der Kommandant bereits im Kopf die Planung für Löschangriff, Rettung und Versorgung der Verwundeten vorgenommen haben.

Mit Atemschutzgeräten erkundeten die Feuerwehrleute den Brand. Foto: Patrik Glauß

Gruppenführer Reiner Jacob war für den Innenangriff und die Rettung zuständig. Der zweite Gruppenführer, Kevin Weiß, war mit seinem Trupp für die Absicherung des Einsatzortes, die Beleuchtung und die Weitergabe der Verletzten an das DRK zuständig. Die Drehleiter aus Efringen-Kirchen war mit Löschangriffen von oben und der Rettung der beiden Personen auf dem Balkon beschäftigt. Wobei ein zu Rettender mit Unterstützung in den Korb der Drehleiter klettern konnte, im zweiten Fall aber eine Trage notwendig war. Die Atemschutzträger wurden im Keller mit den drei Verletzten konfrontiert, die nach einer Erstversorgung gerettet wurden.

Einsatzleiter Harald Lehmann unterstützt die Kammeraden bei der Montage der Trage am Korb der Drehleiter. Foto: Patrik Glauß

Die Technik-Gruppe des DRK Weil am Rhein-Haltingen errichtete ein Notzelt, sorgte für eine eigene Beleuchtung, Absicherung und unterstützte mit Material. Zur Versorgung der Verletzten, darunter waren zwei Betroffene mit Rauchgasvergiftung, legte die Sanitätsgruppe Hand an. Bereitschaftsleiter Stefan Ohm hatte die Einsatzleitung seiner Kollegin Elena Wlaschny überlassen, um selbst den Ablauf etwas distanziert zu verfolgen und Manöverkritik zu üben.

  Großes Lob für den Ablauf 

„Es ist alles sehr gut gelaufen“, sagte Ohm. Der Bereitschaftsleiter lobte vor allem die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr: „Es wurde sehr gut kommuniziert und die Übergabe der Geretteten war entsprechend gut.“ Ohnehin sei die Rücksichtnahme auf die Belange des DRK sehr gut gewesen.

Der DRK-Ortsverein Weil am Rhein-Haltingen errichtete zur Versorgung ein Notzelt. Foto: Dominik Rizzotti

Jede Übung sei eine Herausforderung, erklärte Stefan Ohm, denn es laufe immer wieder anders ab. Für Trainingsbedarf sorge im Speziellen derzeit das neue Logistikfahrzeug über welches der Ortsverein seit vier Wochen verfüge. „Das ganze Material ist darin untergebracht“, so Ohm, wie etwa das Notzelt, die Beleuchtung, Gegenstände zum Absperren von Straßen und Wegen sowie einiges an Material mehr, weshalb alle „damit möglichst viel üben sollten“, um sich besser auszukennen. „Auf jeden Fall geht es schneller als mit der bisherigen Lösung.

Harald Lehmann war als Einsatzleiter voll eingebunden und konnte nicht ganz so befreit den Einsatz seiner Kameraden betrachten, wie Ohm beim DRK. „Mein Stellvertreter Florian Krebs war auf einer Hochzeit, auch sonst fehlten uns einige Personen, die noch voll im Einsatz bei der Weinlese waren.“ Dies sei wie bei einem realen Einsatz, da wären auch nicht immer alle Kräfte verfügbar, so Lehmann.

Die Versorgung mit Löschwasser war sichergestellt. Foto: Patrik Glauß

„Der Ablauf der Übung war perfekt“, erklärte der Feuerwehrkommandant. Alles sei sehr ruhig und fachlich korrekt gelaufen. Lob hatte er auch für die Jugendfeuerwehr. „Sie haben ihre Aufgabe, das Nachbargebäude vor dem Übergreifen der Flammen zu schützen, sehr gut gemacht.“ Ein Lob, welches der Gruppenführer der Jugendfeuerwehr, Robert Klaue, der zugleich stellvertretender Jugendwart ist, sicherlich sehr gerne hörte.

Es sei seit einigen Jahren üblich, dass die Aktiven zusammen mit der Jugendwehr üben würden, so Lehmann. Dies fördere bei den älteren Jugendlichen bereits den Übergang zu den Aktiven. „Das halten wir nicht nur bei der Abschlussübung so, sondern auch die Übung am Ostermontag wird gemeinsam bestritten“, sagte der Kommandant. Werbung für den Nachwuchs machte auf ihre Art die Besatzung der Drehleiter, welche die Kinder vor Ort mit der Drehleiter hoch hinaus brachten.

Der Korb der Drehleiter wird zur Rettung eingesetzt. Foto: Manuel Osswald

Nach der gelungenen Abschlussübung ging es zurück in Feuerwehrhaus. Dort gab es für die Aktiven, auch jene mit der Drehleiter aus Efringen-Kirchen, sowie die Jugendfeuerwehr mit ihren Eltern zusammen und die Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes nicht nur die positive Kritik, sondern vor allem auch etwas zum Essen und Trinken.

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