Fischingen (ag). Besuch von grünen Politikern hatte Markus Bürgin vom Hofgut Sonnenschein. Der Fischinger Landwirt betreibt seit 24 Jahren biologisch-dynamischen Obst- und Weinbau. Einzelheiten darüber berichtete er nun der Grünen-Bundestagskandidatin im Landkreis, Ina Rosenthal, und dem Grünen- Landtagsabgeordneten Dr. Bernd Murschel sowie anderen Interessierten.

Um möglichst wenig Ku-pferpräparate einsetzen zu müssen, setzt Markus Bürgin als Winzer auf pilzwider-standsfähige Rebsorten wie Solaris, Johanniter oder Souvignier gris. Bei letzterer Sorte sei er sogar der erste hier gewesen, der sie angebaut hat, sagt er. Vier- bis fünfmal weniger als normal müsse er seine Reben spritzen. Eine permanente Kupferanreicherung, so der Öko-Landwirt, sei in seinem Boden jedenfalls noch nicht festgestellt worden.

Markus Bürgin kritisierte, dass ökologischer Landbau an den Weinbauschulen vollkommen unter den Tisch falle, wie er von seinem Sohn weiß, der den Beruf des Winzers erlernt. In den wichtigen Bereichen Ausbildung, Forschung und Lehre bestehe Nachholbedarf, pflichtete ihm Bernd Murschel bei und stellte baldige Änderungen in Aussicht.

Ein weiteres Thema, das Markus Bürgin ansprach, war die Steuerpolitik. Denn für seinen zunächst eingelagerten Rotwein muss der Winzer Vermögenssteuer bezahlen. Eine Konstellation, die nicht selten dazu führt, dass er einen Kredit aufnehmen muss, um seine Steuerschuld zu begleichen. Murschel war auch dieses Problem bekannt. An Lösungen werde gearbeitet, sagte er.

Die Grünen-Politiker erkundigten sich aber auch nach dem Obstbau auf dem Hofgut und erfuhren, dass der Landwirt hier seit Jahren auf dieselben Abnehmer setzt.

Schließlich ließ man sich über den Öko-Hof führen, der auch durch Einsaaten etwa von Kräutern und Leguminosen in den Obst- und Weinkulturen auf eine Vielfalt von Flora und Fauna setzt.