Forstwirtschaft Inzlingen legt beim Wald drauf

Tim Nagengast
Der Inzlinger Wald – hier am Brattlinsgrundweg. Foto: Tim Nagengast

Der Holzhieb im Inzlinger Wald fällt zuletzt immer höher aus als geplant. Gründe dafür gibt es mehrere.

Die Esche – diese Baumart ist weitflächig von einem tödlichen Pilz befallen – wird größtenteils verschwinden. Auch auf dem Dinkelberg macht sich dies zunehmend bemerkbar, wie Revierförster Markus Dischinger bei der Vorstellung des Forstbetriebsplans für das kommende Jahr im Gemeinderat berichtete. „Die Eschen fallen einfach um – auch bei schönem Wetter“, sagte Dischinger.

Eschen können umkippen

Er verband dies mit einem Appell an die Privatwaldbesitzer, ihr Eigentum im Auge zu behalten und Eschen aus Sicherheitsgründen zu fällen, bevor etwas passiert. Bei Bedarf könne technische Unterstützung gewährt werden. Es sei aber Sache der Waldbesitzer, selbst auf ihn zuzukommen. „Ich kann Sie gerne beraten“, sagte Dischinger.

Nicht nur die Pilzkrankheit der Eschen, sondern auch der Klimawandel setzt dem Forst rund um die Gemeinde Inzlingen weiter zu. Dischinger nannte im Gemeinderat merkliche Trockenschäden bei Buchen als Beispiel. Bei Fichten bestehe die Gefahr von Borkenkäferbefall.

Vor allem wegen des Eschentriebsterbens und des Borkenkäfers sei in den Jahren 2018 bis 2023 im Inzlinger Gemeindewald mehr Holz gehauen worden als geplant. Deshalb soll im kommenden Jahr nicht so oft die Kettensäge zum Einsatz kommen. Statt des üblichen Schnitts von 950 Festmetern – die Dischinger aus genannten Gründen immer „überhauen“ hat – ist für das kommende Jahr lediglich ein Hieb von 520 Festmetern (inklusive Puffer für Käferbefall oder Sturmschäden) vorgesehen.

Lichsenhalde und Erstel

Das betrifft unter anderem rund 270 Festmeter Eschen und Buchen an der Lichsenhalde sowie etwa 200 Festmeter Fichten und Douglasien im Erstel. Da die Marktsituation bei Fichten aber unsicher sei, würden im Falle einer Verschlechterung lediglich die Douglasien gefällt, sagte Dischinger.

Alles in allem legt die Gemeinde Inzlingen im kommenden Jahr bei ihrem Wald wohl drauf. Der Revierförster rechnet nach der Gegenüberstellung von zu erwartenden Holzerlösen und dafür entstehenden Kosten mit einem „relativ kleinen Minus von 3000 Euro“.

Immer mehr Habitatbäume

Generell geht man auch im Waieland weg vom reinen Wirtschaftswald hin zu einem Forst, der mehreren Zwecken dient: der gewohnten Holzerzeugung, aber auch der Erholung und dem Naturschutz. Unter anderem sind im Inzlinger Wald bereits 200 Habitatbäume ausgewiesen worden, wie Dischinger auf Nachfrage von Thilo Glatzel (SPD) sagte. Weitere 400 bis 450 Stück sollen bis 2025 noch dazukommen. Diese Zahl kommt dadurch zustande, dass Inzlingen am Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ teilnimmt. Die Gemeinde könne dafür mit insgesamt 12 860 Euro an Fördergeldern rechnen. Diese Summe sei bei den Holzeinnahmen aber bereits berücksichtigt.

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