Fröhnd Über neues Finanzierungssystem diskutieren

Tanja Steinebrunner ist die einzige Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl in Fröhnd am Sonntag.Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Fröhnd. Rund 400 Wahlberechtigte sind am Sonntag in Fröhnd zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Einzige offizielle Kandidatin ist Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner. Unser Redakteur Peter Schwendele hat sich mit der 53-Jährigen, die vor acht Jahren erstmals zur Bürgermeisterin gewählt worden war, unterhalten.

Frage: Wenn Sie auf Ihre erste Amtszeit als Bürgermeisterin von Fröhnd zurückblicken: Welche Vorhaben konnten sie erfolgreich umsetzen, welche Fortschritte hat Ihre Gemeinde in den vergangenen acht Jahren gemacht?

In meiner ersten Amtszeit sind wir gemeinsam mit dem Gemeinderat viele Projekte angegangen und haben manches erfolgreich beendet. Unter breiter Bürgerbeteiligung wurde erst mal ein Strategieprozess in Fröhnd erarbeitet, um nachhaltig in die Zukunft zu planen. Wichtig war auch die Gründung der „Bürgerhilfe Fröhnd – Nachbarschaftshilfe Oberes Wiesental“. Weiter möchte ich erwähnen: Die jährliche Pflanzentauschbörse, die Schaffung eines monatlichen Seniorentreffs, die Veröffentlichung eines Heimatbuchs, den Architektenwettbewerb für die „Neue Ortsmitte Fröhnd“, die Erarbeitung eines Konzepts für ein Mehrgenerationenhaus, die Silbermedaille beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 und die Teilnahme am Projekt „NaDu“ (Natürlicher Dorfurlaub).

Frage: Die finanzielle Lage der Gemeinde Fröhnd hat sich in jüngster Zeit nicht gerade zum Positiven entwickelt. Unter welchen monetären Rahmenbedingungen wird die nächste Amtsperiode stehen?

Die finanzielle Situation ist nicht nur bedingt durch die wenigen Einnahmen und die hohen Aufarbeitungskosten beim Wald, sondern auch aufgrund der Corona-Pandemie sehr angespannt.

Im Zusammenschluss mit anderen betroffenen Flächengemeinden und der Landesregierung muss über ein neues Finanzierungssystem gerade für die kleineren und wenig besiedelten Gemeinden diskutiert und nachgebessert werden. Die Zuwendung für Flächengemeinden reicht nicht aus, um nachhaltig und strukturell unsere Haushaltsprobleme zu beseitigen. Für das Jahr 2021 werden wir uns auf unsere Pflichtaufgaben konzentrieren.

Frage: Welchen Spielraum sehen Sie mittelfristig noch für das Dorf?

Wir haben ein sehr gutes Ehrenamt in unserer Gemeinde, dies ist der Kitt unserer Gemeinschaft und macht unseren Charme aus.

Frage: Wie steht es um das Großprojekt „Neue Dorfmitte Fröhnd“, das Sie nun schon seit einigen Jahren verfolgen, um das es in letzter Zeit allerdings ruhiger geworden ist?

Im Frühjahr 2021 werden wir hoffentlich den positiven ELR-Bescheid erhalten und dann zusammen mit den verschieden Akteuren an die Planungsgespräche gehen. Dieses Projekt kann nur umgesetzt werden, solange der GVV Schönau ELR-Schwerpunktgemeinde ist. Diese Zuschüsse werden dringend für die Realisierung benötigt.

Frage: Das Projekt Solarpark liegt auf Eis. Wie sehen Sie die Chancen, dieses oder ähnliche Vorhaben doch noch umzusetzen? Und hat die „grüne“ Bürgermeisterin weitere Ideen für ihr Dorf in Sachen Klima- und Umweltpolitik?

Die angedachte Photovoltaik-Freifläche befindet sich in Privateigentum, da hat die Kommune keinen wirklichen Einfluss darauf. Wir alle gemeinsam müssen uns anstrengen, die Energie- und Klimaschutzziele des Landkreises zu erreichen. Hier sind alle Kommunen gefordert. Wir müssen unseren Energieverbrauch verringern, den CO2-Ausstoß reduzieren und erneuerbare Energien stärken. Bürgernahe Mobilitätskonzepte, gerade für den ländlichen Raum, sind ein Beispiel. Die Gemeinde Fröhnd beteiligt sich auch am 365-Dächer-Programm des Landkreises.

Frage: Seit 2019 sind Sie für die Grünen Mitglied des Lörracher Kreistags. Welche Erfahrungen bringen Sie von dort mit ins obere Wiesental?

Die Arbeit im Kreistag ist gerade für uns ländliche Kommunen wichtig. Der Landkreis benötigt auch starke ländliche Gemeinden für seine Attraktivität. Ich setze mich dafür ein, die Daseinsvorsorge für die Bürger zu gewährleisten

Frage: Wenn Sie drei Wünsche für Ihre zweite Amtszeit als Bürgermeisterin von Fröhnd frei hätten, wie würden die aussehen?

Schnelle Ausweisung eines neuen Wohngebiets, Vereinsförderung und ein tolles Einweihungsfest fürs „Neue Bürgerhaus Fröhnd“.

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