Fußball In Thailand den Aufstieg klar gemacht

Mirko Bähr
Die Tinte ist trocken: Jörg Steinebrunner unterschreibt einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Zweitliga-Aufsteiger.                                                            Foto: zVg

Neuseeland, Singapur, Indonesien, Malaysia, Thailand, und dazwischen ein kurzes Intermezzo in seiner Heimat: Jörg Steinebrunner hat in seiner Fußballer-Karriere schon so manche Flugmeile gesammelt. Er ist als Spieler und vor allem als Trainer weit herumgekommen.

Von Mirko Bähr

Steinau. Asien fasziniert ihn, da fühlt er sich wohl. Die Menschen, das Leben, die Mentalität – das ist es, warum es ihn immer wieder dorthin zieht. Hier hat er sein Glück gefunden. Seit wenigen Monaten lebt und arbeitet er in Thailand. Genauer gesagt, beim frisch gebackenen Aufsteiger in die Thai League II, dem Nakhon Si United Football Club.

Bei den „Southern Dragons“ heuerte der 50-Jährige Anfang des Jahres an und führte das Team von Rang fünf noch auf den zweiten Tabellenplatz der Süd-Gruppe. In einer Aufstiegsrunde galt es sechs weitere Begegnungen zu absolvieren. Mit Erfolg. „Wir sind aufgestiegen in die zweithöchste Liga des Landes.“

Der größte Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte. „Der Klub hat noch nie so hoch gespielt“, sagt der Schönauer. Seit der Amtsübernahme Steinebrunners haben die Drachen in 17 Partien nicht verloren. Zehn Siege und sieben Unentschieden stehen zu Buche.

Nach seinem Rücktritt als Sportverantwortlicher beim Oberligisten FV Lörrach-Brombach im Oktober 2018 coachte Steinebrunner Teams in Malaysia und Thailand, außerdem kümmerte sich der ehemalige Junioren-Nationalspieler Deutschlands um seine Fußballlehrer-Ausbildung. Nach eineinhalb Jahren hatte er das „Asian Football Confederation Professional Coaching-Diplom in der Tasche“.

Die Kurse führten ihn unter anderem auch nach Südkorea und Japan. Mit dem Verein aus der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Nakhon Si Thammarat will Steinebrunner nun in der zweithöchsten Spielklasse für Furore sorgen. Man wolle sich auf diesem Niveau etablieren, sagt er.

In der bevölkerungsreichsten Provinz Südthailands hat der 50-Jährige einen 30 Mann umfassenden Kader zusammen. Unter anderem befinden sich zwei Brasilianer und ein Serbe im Kader. Nach Verstärkungen aus dem asiatischen Raum wird gerade noch Ausschau gehalten. Die Vorbereitung hat vor wenigen Tagen begonnen, gut neun Einheiten stehen pro Woche auf dem Trainingsplan.

Die zweite Liga Thailand schätzt Steinebrunner in Sachen Spielstärke ähnlich wie die deutsche 3. Liga ein. „Klar ist, dass die beiden thailändischen Ligen die stärksten Spielklassen in ganz Südostasien sind“, macht Steinebrunner klar. Die neue Saison beginnt am 12. und 13. August.

Steinebrunner hat bis dahin so einiges um die Ohren. Es gilt einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Für einen Abstecher in die alte Heimat wird wohl die Zeit nicht reichen. „Mitte Juli beziehen wir in Bangkok für zehn Tage ein Trainingslager. Insgesamt wurden neun Vorbereitungsspiele vereinbart“, informiert Steinebrunner, der gerade erst seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängerte.

In Asien fühlt er sich sehr wohl. „Da ist so viel, was man dazu lernen kann. Ob das nun die vielen verschiedenen Kulturen sind, die Sprachen, das Essen oder eben auch die unterschiedlichsten Menschen“, sagt Steinebrunner, der in Thailand als Trainer der Saison ausgezeichnet wurde.

Das Geschehen in der Regio hat er indes noch immer fest im Blick. Das kurze Engagement in der Regio, erst im Jugendbereich bei Old Boys Basel, dann als Trainer und Sportverantwortlicher des FV Lörrach-Brombach, hat er als gewinnbringende Erfahrung abgehakt.

„Es hat eben nicht sein sollen. Ich blicke nicht im Groll zurück, viel lieber schaue ich nach vorne. Und da gibt es einige Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, erklärt Steinebrunner. Dass der FC Zell in die Landesliga aufgestiegen sei, habe ihn sehr gefreut. Alles andere als erfreulich seien dagegen die Abstiege des FV Lörrach-Brombach aus der Oberliga und des SV Weil aus der Verbandsliga gewesen.

„Ich hoffe, dass es bald wieder einmal eine Oberliga-Mannschaft aus der Region geben wird.“ Das sei indes keine einfache Aufgabe. Steinebrunner ist der Meinung, dass das nur dann möglich sein werde, wenn gute Jugendarbeit mit Erfahrung und finanzstarken Sponsoren verbunden werde. „Es braucht einen langfristigen Plan, um höherklassig zu agieren und um dort dann auch auf lange Sicht zu bestehen.“ Als absolutes Vorbild nennt er den Bahlinger SC.

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