Fußball Sprich trifft in letzter Minute

Weil am Rhein - Die Freude, als Ridje Sprich nach einem allerletzten langen Freistoßball von Keeper Sandro Keller und einer zu kurzen Kopfballabwehr an den Ball kommt, die Ruhe behält und mit der Innenseite das runde Leder im Netz versenkt, ist riesig. Mit diesem Treffer in der Nachspielzeit hat Weil nun alle Chancen, in die Verbandsliga aufzusteigen.

Der SV Weil und der FC 08 Villingen II trennen sich im zweiten Spiel der Aufstiegsrelegation vor knapp 600 Fans 1:1 (0:0). Villingen ist nach dem 2:3 in der ersten Partie gegen Durbachtal aus dem Rennen. Die Entscheidung fällt am Donnerstag dieser Woche, wenn der SVW in der Ortenau antritt.

Vor der Halbzeit prägt die Taktik das Geschehen, beide Teams halten sich streng an die jeweiligen Vorgaben. Niemand will einen Fehler machen. So sind Chancen Mangelware. Almin Mislimovic sorgt für etwas Gefahr, seine Abschlüsse werden aber abgeblockt.

In der Pause öffnet der Himmel seine Schleusen, es regnet Bindfäden. Nach einer 20-minütigen Verlängerung der Kabinenansprache geht es zurück auf den Rasen, wo der Gastgeber immer mehr das Kommando übernimmt.

Auch wenn der Treffer der Hausherren quasi erst mit dem Abpfiff fällt, so wäre eine Niederlage des SVW doch unverdient. Vor allem nach der Pause spielt sich der Gastgeber eine Vielzahl an Möglichkeiten heraus. Doch was Marvin Stöhr (49.), David Groß (75./89.), Yannik Weber (81.) und Ridje Sprich (66./75./77.) da versemmeln, ist schier unglaublich.

So kommt es, wie es der eine oder andere Fan des Heimteams befürchtet. Nach einem Freistoß von Kamran Yahyaijan wird der Ball im Weiler Strafraum leicht von Tim Zölle und Tanh Nam Do Le berührt und landet via Innenpfosten im Kasten (86.).

Die Weiler beweisen jedoch Moral, fahren weiter einen Angriff nach dem anderen, scheitern aber weiterhin an ihrem eigenen Unvermögen, dem bärenstarken Keeper Marcel Bender oder Verteidiger Zölle, der in der 90. Minute das runde Leder nach einem Schuss von Sprich noch von der Linie kratzt. Schließlich gibt es dann aber doch noch die Belohnung für den hohen Aufwand, den der SVW betreibt.

Weils scheidender Trainer Tobias Bächle, der wie Mislimovic vor dem letzten Heimspiel verabschiedet wurde, meint, dass seine Elf diszipliniert agiert und gegen eine sehr kompakte Gästemannschaft die Ruhe behalten habe. „Wir wussten, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr Freiräume bekommen, weil Villingen aufmachen musste. Chancen hatten wir en masse. Da muss einfach das Ding rein.“ Nach den vielen vergebenen Chancen habe man dann gesehen, dass jeder die Verantwortung weitergegeben habe. „Um so größer ist die Erleichterung, dass Ridje dann doch noch getroffen hat. Dieses Tor war hochverdient und war sehr wichtig gerade auch für den Kopf im Hinblick auf das entscheidende Spiel am Donnerstag.“

Trotz des verpassten Aufstiegs war auch 08-Trainer Marcel Yahyaijan zufrieden: „Ich bin nicht enttäuscht, vielmehr stolz auf meine Jungs. Was die geleistet haben, war richtig stark. Sie sind leidenschaftlich aufgetreten. Nach dem 1:0 sind wir dem Wunder ein Stück weit nähergekommen. Spielen wir zwei, drei Konter besser aus, dann eskaliert das hier.“

SV Weil - FC 08 Villingen II (0:0). - Tore: 0:1 (86.) Yahyaijan, 1:1 (90.+6) Sprich. SR: Bartschat (Müllheim). Z.: 586. Rote Karte: Cakici (90.+3/FC 08 Villingen II) wegen einer Tätlichkeit.

SV Weil: Keller - Groß, Stöhr, Do Le, Sprich, Mislimovic, Lauber, Weber, Kaiser, Tschira, Justin Samardzic (72. Stergianos).

FC 08 Villingen: Bender - Ceylan, Yahyaijan, Wagner, Effinger (72. Jerhof), Chiurazzi, Zölle, Jallow (64. Cakici), Passarella, Dresel (73. Sari/83. Bak), Crudo.

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