Fußball Walthers Zirkelball in der 90. Minute

Die Oberbadische

Die Auggener Spieler und Offiziellen konnten ihr Glück kaum fassen. Abwehrmann Moritz Walther hatte in der 90. Minute einen direkten Freistoßball in den Weiler Kasten gezirkelt. Es war der 2:1-Siegtreffer in einem Duell, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Dementsprechend bedient war der Gast.

Von Uli Nodler

Auggen. In der Auggener Anfangsformation fehlte überraschend Ibrahim Sowe Musu Jaiteh. Sportchef Björn Giesel klärte lapidar auf: „Der har sich einfach so verabschiedet. Ich bin immer noch sprachlos. Irgendwo wird er sicher wieder auftauchen, aber nicht mehr bei uns.“ Da auch Bastian Bischoff und Jonathan Ehret verletzungsbedingt passen mussten, ging der FCA in der Offensive am Stock.

Die Partie verlief im ersten Abschnitt so, wie es alle eigentlich erwartet hatten. Auf dem kleinen Rasenplatz im Lettenpark pressten beide Mannschaften auf Teufel komm raus. Spielzüge über mehrere Stationen waren somit dünn gesät. Im Vordergrund stand der kompromisslose Zweikampf. Viel zu oft schlugen dabei beide Kontrahenten über die Strenge. Zahllose Freistöße waren die Folge.

Der SV Weil setzte im Spiel nach vorne die ersten Akzente. In der 4. Minute grätschte Marvin Stöhr in ein Auggener Zuspiel und passte zu Torjäger Ridje Sprich, dessen strammer Flachschuss nur knapp am langen Pfosten vorbei ging. Bei einem gefährlichen Freistoß (10.) von Hasan Ates war FCA-Keeper Kai Vogler auf dem Posten.

In der 16. Minute tauchte der FC Auggen erstmals vor dem Gehäuse von Torwart Sandro Keller auf. Yannis Kalchschmidts Abschluss war jedoch kläglich.

Julian Saur war es dann, der in Minute 35 den durchaus möglichen Weiler Führungstreffer verhinderte. Nach einem feinen Zuspiel von Buba Ceesay zog Sprich aus 14 Metern ab. Saur blockte den Schuss aber eher unabsichtlich noch ab. Da wäre Vogler wohl machtlos gewesen.

Nach dem Wechsel mussten die rund 300 Zuschauer nicht lange auf das erste Tor warten. Es fiel nach einer Stunde Spielzeit für den SV Weil. Die Gäste profitierten von einem Fehlpass des FCA. Sprich lief nach einem Zuckerpass in die Tiefe alleine auf Vogler zu und verwandelte eiskalt.

Die Freude im Lager der Blauen währte jedoch nicht lange. Sechs Minuten später startete Moritz Walther einen unwiderstehlichen Alleingang, bediente Kalchschmidt, der zum 1:1-Ausgleich einlochte. Danach verflachte die Partie wieder. Beide Mannschaften schienen mit dem Unentschieden zufrieden. Aufsehenerregendes passierte nicht mehr.

Bis zur 90. Minute. Der FC Auggen bekam 22 Meter vor dem Weiler Kasten einen direkten Freistoß zugesprochen. Und Moritz Walther, der schon den Ausgleich vorbereitet hatte, zirkelte die Kugel in den Weiler Kasten. Ein gigantisches Tor.

In der vierminütigen Nachspielzeit warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne. Doch ein nun leidenschaftlich verteidigender FC Auggen rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.

Während die Rebländer nun weiter an der Spitze mitmischen, ist der Weiler Vorstoß erst einmal gestoppt.

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