Gemeindewald Grenzach-Wyhlen Den Rehbestand im Auge behalten

Tim Nagengast
Halbzeitrevision: Bereits zwei Drittel der auf zehn Jahre angesetzten Hiebmenge Holz ist bereits geerntet worden. Foto: Tim Nagengast

Im Grenzach-Wyhlener Gemeindeforst sind nur wenige Pflanzungen nötig, denn dieser verjüngt sich selbst. Und das sehr gut, wie Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer sagt.

Überwiegend positive Botschaften hatte der Chef des Kanderner Forstbezirks, dem Grenzach-Wyhlen zugeordnet ist, im Gepäck, als er im Gemeinderat das Ergebnis der Zwischenrevision des „Forsteinrichtungswerks“ vorstellte. Dies ist quasi dessen Halbzeitbilanz, denn der etwas sperrig anmutende Begriff „Forsteinrichtungswerk“ ist – vereinfacht gesagt - ein Inventar der Waldflächen und eine Planung für die Pflege des Bestands, die Holzentnahme und die Aufforstung mit einem Zeithorizont von zehn Jahren.

Fünf Jahre des aktuellen „Forsteinrichtungswerks“ für den Grenzach-Wyhlener Gemeindewald sind inzwischen um – also Zeit für einen Blick auf die erste „Halbzeit“.

Was Schirmer im Rat vortrug, war weitgehend ermutigend. So verjünge sich der Wald der Doppelgemeinde im Vergleich außergewöhnlich gut.

Eschen sterben fast aus

Dies mache es den Forstleuten leicht, die im Vergleich wenig Aufwand mit Neupflanzungen hätten. Aber – und das betonte Schirmer mehrfach im Zuge seines Vortrags: Diese Form der Waldverjüngung funktioniere nur so lange, wie auch die Jagd gut funktioniere. Denn zu hohe Rehbestände etwa sorgten für zu starken Verbiss. Die jungen Triebe schmecken ihnen eben. Schirmer bittet die Jägerschaft daher weiterhin um eine Kontrolle des Rehwildbestands und bei Anzeichen von Überbeständen um eine intensive Bejagung derselben, um den Ausgleich zwischen Wild und Wald zu wahren.

Doch auch weniger gute Nachrichten hatte der Kanderner Forstbezirksleiter mit Blick auf die erste „Halbzeit“ des Zehnjahresblocks zu vermelden. So schlägt das Eschentriebsterben weiterhin voll durch. Die Bäume werden von einem eingeschleppten Pilz befallen und können, da er die Wurzeln zerstört, einfach umkippen. Auch ohne starken Wind oder andere Natureinflüsse. „Von den Eschen wird vielleicht ein Prozent übrigbleiben“, rechnet Schirmer mit einem nahezu Totalausfall dieser einst den Wald auf dem Dinkelberg stark mitprägenden Baumart.

Dem Eschentriebsterben ist es auch geschuldet, dass die Holzhiebsätze mit Blick auf das Zehnjahresfenster bereits höher liegen als für die kommende halbe Dekade geplant. So liegt die Hiebmenge bereits bei rund 67 Prozent (12 459 Festmeter) der auf eine Dekade angesetzten Gesamtmenge.  Denn Eschen müssen gefällt werden, bevor sie jemanden gefährden können. Und auch an sich starke Buchenbestände zeigen immer öfter die negativen Folgen der langen Trockenphase in den Jahren ab 2018, wie Schirmer in seinem Vortrag verdeutlichte. So fallen also auch immer mehr Buchen aus.

Gezielte Pflanzungen

Um diese Verluste ein stückweit aufzufangen, sollen im Grenzach-Wyhlener Gemeindewald durch gezielte Pflanzungen weitere trockenheitsresistentere Baumarten Einzug halten. Aber auch das funktioniert dem Forstbezirksleiter zufolge mittelfristig nur, wenn die intensive Bejagung des Rehwildbestands beibehalten werde. Denn Rehe seien Feinschmecker. Zugunsten einer abwechslungsreichen Speisekarte bedienten sie sich gerne an Laubbäumen, die sie nicht so oft vors – wie Waidleute es ausdrücken – Geäse bekämen, hielt Schirmer erst.

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