Grenzach-Wyhlen Aus Nächstenliebe hinterm Steuer

Zum 50. Mal hat Frieder Baginski gestern betagte Menschen mit dem Einkaufsmobil zum Einkaufen gefahren. Begleitet wird die Fahrt von Claudia Haller. Foto: Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen - Die Zahl 50 schmückte gestern Morgen den blauen Bus der Gemeinde, als er kurz vor 9 Uhr am Emilienpark vorgefahren ist. Am Steuer ein strahlender Frieder Baginski. Der ehrenamtliche Fahrer des „Einkaufs-Busles“ feierte ein kleines Jubiläum.

Zum 50. Mal hat Baginski gestern betagte und mobilitätseingeschränkte Menschen aus Grenzach nach Wyhlen zum Einkaufen gefahren. Vor rund einem Jahr, es war der 3. April, startetet der Bus erstmals zu seiner Jungfernfahrt. Das Einkaufsmobil ist eine Kooperation der Gemeinde Grenzach-Wyhlen mit dem AWO Ortsverein und ist als verlässliches Angebot heute nicht mehr wegzudenken.

Von Anfang und zuverlässig am Steuer sitzt Frieder Baginski, der mit viel Freude die älteren Menschen zum Einkaufen nach Wyhlen chauffiert. Dort hält der Bus an „Hieber’s Lädele“. Banken, Metzger, Post und Apotheke sind ebenfalls in nur wenigen Schritten zu erreichen. Der Wyhlener Ortsker nist für die Senioren ideal, um die meisten ihrer Erledigungen zu tätigen. Begleitet wird Baginski von Claudia Haller, die den Senioren zur Hand geht.

Seit der Schließung des „Neukauf“ ist in Grenzach eine Lücke in der Nahversorgung entstanden. Gerade für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen wurde das Einkaufen schwierig, da die Wege zu den Discountern oder zum Hieber im Gleusen für sie oftmals zu weit entfernt sind.

Diese Lücke füllt das Einkaufsmobil, und der immer gut gelaunte Frieder Baginski steuert den blauen Bus jeden Dienstag. Zwölf bis 13 Personen nutzen diesen kostenlosen, weil ehrenamtlichen Service regelmäßig, so dass der Bus die Schleife sogar zweimal befährt.

Vor allem Frauen nutzen Angebot

Es sind vorwiegend Frauen, die das Angebot nutzen. Marie-Renate Wartmann ist mit 93 Jahren die Älteste. Gestützt auf ihren Gehstock namens „Egon“ besteigt sie den Bus, begrüßt an diesem sonnigen Morgen fröhlich ihre Mitfahrerinnen und beschwert sich bei Baginski, der sich gerade mit dem Autor dieser Zeilen unterhält, nicht ganz ernst gemeint: „Ich bin heute pünktlich – und der Bus fährt jetzt nicht ab?“

Barbara Ruf (91) ist seit der Jungfernfahrt immer dabei. „Ich finde es toll, dass es dieses Angebot gibt, so komme ich wenigstens auch noch unter die Leute“, sagt sie. „Wir sind glücklich, den Frieder zu haben“, freut sich Irmgard Mainer und fügt an: „Es ist wirklich Nächstenliebe was uns da widerfährt“.

Auch für Baginski sind die Fahrten zu einem Stück Lebensaufgabe geworden. „Es macht riesigen Spaß“, erzählt er. Auf den Fahrten gehe es immer recht lustig zu. Es ist für die Betagten nämlich mehr als nur eine Einkaufsfahrt, und „sie plaudern munter drauf los“. So hat Baginski manchmal seine liebe Not, um die Betagten aus dem kleinen Cafébereich im Hieber wieder hinaus in den Bus zu lotsen.

Eingestellt wurde inzwischen die Tour zum AWO Schatzkästlein im Fallberg: „Das Angebot wurde einfach nicht angenommen.“ Außerdem fährt jetzt auch der Ortslinienbus den Fallberg an.

►Wer dienstags im Einkaufsmobil mitfahren möchte, meldet sich unter Tel. 07624/ 320 bei der Gemeindeverwaltung oder direkt bei Frieder Baginski, Tel. 07624/ 63 19.

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