Grenzach-Wyhlen BASF will bei Einkapselung bleiben

Die Oberbadische, 16.05.2014 23:00 Uhr

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Zu einer Informationsveranstaltung zur Sanierung des Perimeters II der Kesslergrube hatte die BASF am Donnerstagabend ins Haus der Begegnung eingeladen. Nur rund 50 Zuhörer waren gekommen. Die BI Zukunftsforum und mehrere Fraktionen hatten im Vorfeld den Boykott der Veranstaltung angekündigt.

Dennoch wurde teils emotional, teils sehr sachlich diskutiert. Das Stimmungsbild, das die Vertreter von BASF und Landratsamt am Ende mitnahmen, war gekennzeichnet von weitgehender Ablehnung der geplanten Einkapselung der Altlast.

Am 13. Mai hat die BASF den detaillierten Plan zur Sanierung des Perimeters II der Kesslergrube beim Landratsamt Lörrach, der zuständigen Genehmigungsbehörde, eingereicht (wir berichteten). Der Plan, die Altlast mittels einer Umspundung mit einer rund 815 Meter langen, ein Meter dicken Mauer, die bis zu 30 Meter tief, davon neun Meter ins Gestein reicht, sowie einer Abdeckung basiere auf einer Sanierungsvariante, die die Altlastenbewertungskommission des Landes Baden-Württemberg im Vorfeld als zielführend, rechtmäßig sowie genehmigungsfähig bewertet und der sie im März 2013 zugestimmt habe, erläuterte zu Beginn Dr. Hans-Jürg Reinhart, Remediation Manager BASF Schweiz, verantwortlich für Altlasten.

Auf dem Podium saßen neben ihm Livio Ulmann (BASF-Projektleiter), von der ERM GmbH Dr. Matthias Weede und Thomas Wellmann, vom Landratsamt Dr. Georg Lutz, der Leiter des Fachbereichs Umwelt, sowie Bürgermeister Jörg Lutz.

Ausführlich wurde die BASF-Variante erläutert und dargelegt, warum für BASF die Umspundung die bevorzugte Variante sei. Der Perimeter II unterscheide sich wesentlich vom Perimeter I, wurde betont, und vor allem sei das Risiko eines hydraulischen Durchbruchs des Rheins bei einer Aushubtiefe von bis zu 20 Metern Tiefe in unmittelbarer Ufernähe sehr groß. BASF wolle das Risiko, dass der Rhein dann große Schadstoffmengen ausschwemmt, nicht in Kauf nehmen. Außerdem stünden einer Bauzeit von rund drei Jahren für die Umspundung bei einem Aushub 16 Jahre Baulärm, Staub und Verkehrsbelastungen für die Bewohner der Gemeinde entgegen. Für Manfred Müller keine Argumente: „Wenn ich was will, bekomme ich das auch hin.“

Für Dr. Herwig Eggers, BUND-Vorsitzender, ist das Projekt „unglaublich schlecht“. Altlasten könne man auf dem Betriebsgelände nicht liegen lassen. Er halte es für unrealistisch, dass man auf der Fläche nach der Einkapselung überhaupt noch etwas machen könne. „Das ist nicht das, was die Gemeinde braucht.“ Hier werde schön geredet und nicht gehandelt, kritisierte er. Die Ärztin Carola Lambelet fragte nach einem Bekenntnis für die „nächsten paar 1000 Jahre“. Walter Schwarz, CDU-Gemeinderat beklagte, dass BASF das Gutachten von Dörr nicht abgewartet habe. Livio Ulmann betonte, dass man weiterhin den Dialog mit den Menschen suchen werde und man die abgegebenen Voten ernstnehme.