Grenzach-Wyhlen Corona erreicht die „Himmelspforte“

Zwei Mitarbeiterinnen des Pflegeheimes „Himmelspforte“ sind an Covid19 erkrankt. Foto: Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen - Zwei Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung des Pflegeheimes „Himmelspforte“ in Wyhlen sind am Coronavirus erkrankt. Für die Pflegekräfte und die Bewohner gelten daher verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte gestern Andreas Gräff, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des St. Josefshauses Herten. Zugleich gibt er aber auch Entwarnung, „denn beide betroffenen Personen sind ausschließlich in der Administration und nicht in der Pflege mit direktem Kontakt zu den Bewohnern tätig“.

Senioren müssen weitgehend im Zimmer bleiben

Trotzdem müssen die rund 30 Senioren des kleinen Altenheimes im früheren Kloster – alte Menschen gelten als Hochrisikogruppe – derzeit aus Sicherheitsgründen mit Einschränkungen leben. Neben dem Besuchsverbot, das aufgrund des Erlasses des Landes Baden-Württemberg ohnehin für alle AltenpflegeEinrichtungen gilt, werden Kontakte in der „Himmelspforte“ aufgrund der beiden Coronafälle so gut es geht vermieden. Die Mitarbeiter verfügen über Mundschutz und Sicherheitskleidung.

Nach Informationen unserer Zeitung heißt dies für die Senioren: Sie sollen möglichst in ihren Zimmern bleiben und bekommen dort auch ihre Mahlzeiten serviert. Spaziergänge sind zwar weiterhin möglich – je nach Bedarf mit oder ohne Begleitung durch eine Pflegekraft –, aber eben nicht in Gruppen.

Betroffene reagieren hochprofessionell

Andreas Gräff geht davon aus, dass die Infektionskette in der „Himmelspforte“ gerade noch rechtzeitig gekappt worden ist. Die an Corona erkrankten Mitarbeiterinnen hätten daran maßgeblichen Anteil, „denn sie haben direkt, professionell und absolut richtig reagiert“.

Als die erste Betroffene Corona-Symptome bei sich beobachtet habe, sei sie gar nicht mehr zur Arbeit gekommen, sondern direkt zu Hause geblieben. Dann habe sie selbstständig die Heimaufsicht und das Gesundheitsamt informiert, welches alles Weitere veranlasst habe. „Die Mitarbeiterin, bei der es obendrein einen Hinweis auf einen Aufenthalt in einem Risikogebiet gab, wurde dann getestet“, berichtet Gräff. Und der Test fiel positiv aus.

Ihre Kollegin, mit der sie die Tage zuvor bei der Arbeit Kontakt hatte, arbeitete zunächst zwar weiter, erkannte bei sich einige Tage später dann aber ebenfalls Symptome des Coronavirus, wie Gräff im Gespräch mit unserer Zeitung bekundet. Die Folge waren die sofortige Isolierung und ein ebenfalls positiver Test.

„Der ärztliche Dienst des St. Josefshauses hat sich dann von der Situation ein Bild gemacht“, berichtet Gräff weiter. Eine weitere „Himmelspforte“-Mitarbeiterin, bei der zunächst ein Verdacht bestanden habe, sei negativ getestet worden. „Die Infektionskette ist damit unterbrochen“, ist Gräff überzeugt. Natürlich sei man nun sensibilisiert. „Wenn jemand Symptome zeigen sollte, wird getestet.“

Gräffs Dank gilt den beiden derzeit unter Quarantäne stehenden Betroffenen, die auf die einzig richtige Weise reagiert hätten. „Das ist hervorragend gelaufen“, anerkennt er.

Fünf bestätigte Corona-Fälle in Grenzach-Wyhlen

Bürgermeister Tobias Benz ist über die Corona-Fälle in der „Himmelspforte“ informiert, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. „Ich habe vollstes Vertrauen in die Himmelspforte und das St. Josefshaus, dass alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden“, sagt Benz im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm zufolge gibt es in der Gemeinde Grenzach-Wyhlen derzeit fünf bestätigte Corona-Fälle.

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