Grenzach-Wyhlen Der Lohn der Mühe                     

Am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) ist die Freude groß. Elisabeth Habeck, frischgebackene Zwölftklässlerin, hat beim Projekt „Jugend und Wirtschaft“ vom Bundesverband deutscher Banken und der Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) den Preis für die beste Einzelleistung gewonnen. Zur Verleihung im Bundeswirtschaftsministerium fuhr die ebenfalls als Ganzes ausgezeichnete Klasse nach Berlin.

Von Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen. Deutschlehrerin Inge Oppenhäuser ist ganz aus dem Häuschen vor Freude. „Ich bin total stolz auf meine ganze Klasse. Alle haben hervorragende Ideen für ihre Artikel gehabt und waren toll motiviert“, sagt sie. So hat ihr Deutschkurs einerseits einen Preis für seine herausragende Gesamtleistung bekommen, andererseits landete mit Elisabeth Habeck eine ihrer Schülerinnen ganz oben auf dem Treppchen. Die 17-Jährige erhielt den Preis für die beste Einzelleistung. Sie hatte Artikel über einen kleinen Käsekuchenhersteller aus der Region sowie über ein Unternehmen aus dem Schwäbischen eingereicht, welches mit uralten Strick- und Wirkmaschinen klassische Arbeiterhemden im Stil der 1920er Jahre produziert.

Oppenhäuser nimmt seit Jahren mit ihren Elftklässlern am Projekt „Jugend und Wirtschaft“ teil und wirft sie damit durchaus ein Stück weit ins kalte Wasser. Kern des Projektes sind nämlich Unternehmensporträts, welche die Schüler schreiben sollen. Und diese Aufgabe hat es in sich. So sollen die vorgestellten Firmen etwas „Besonderes“ sein, ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen und auch noch nie in der FAZ publiziert worden sein. Zudem mussten die Schreiber sehr tief in die Materie einsteigen, ihr Projekt beim gewünschten Unternehmen vorstellen, Vertrauen aufbauen, Gespräche führen, Hintergründe herausarbeiten und Kennzahlen recherchieren. „Und solche gibt nicht jede Firma gerne preis – eine wirklich große Hürde. Da muss man dicke Bretter bohren“, weiß Oppenhäuser, die mit 20 Schülern am Projekt teilgenommen hat. Rund 1000 Schüler aus 60 Klassen waren bundesweit beteiligt.

„Dicke Bretter bohren“

Der Projektzeitraum erstreckte sich über das ganze vergangene Schuljahr. Die Schüler hatten also genügend Zeit, sich um ihr jeweiliges Firmenporträt zu kümmern – neben dem normalen Unterricht, versteht sich. Wer seinen Artikel fertiggestellt hatte, legte ihn Inge Oppenhäuser vor, die den Draht zur Redaktion der FAZ hielt. Diese druckt(e) die besten Berichte einmal monatlich auf der Sonderseite „Jugend und Wirtschaft“ ab.

Oppenhäuser las die Artikel ihrer Schüler gegen und reichte sie dann in Frankfurt ein. Mit einer Abdruckgarantie war dies freilich nicht verbunden. „Da gehört dann auch schon eine gewisse Frustrationstoleranz dazu“, bekennt die Deutschlehrerin. Umso glücklicher ist sie, dass gleich mehrere Artikel der jetzigen Zwölftklässler in der Bankenmetropole auf Gefallen stießen und publiziert worden sind. „Bei Elisabeths Artikeln war obendrein kaum Nacharbeit nötig. Sie war bei beiden Firmen vor Ort, hat dann sehr gründlich recherchiert, etliche Gespräche geführt und sehr interessante Details herausgearbeitet“, sagt die Deutschlehrerin anerkennend.

Dass das LMG am Wettbewerb „Jugend und Wirtschaft“ so erfolgreich wie noch nie war, nötigt auch Direktor Frank Schührer allergrößten Respekt ab: „Ich finde es toll, dass die ganze Klasse nach Berlin eingeladen wurde.“ Bei der Preisverleihung im Bundeswirtschaftsministerium waren neben den Preisträgern unter anderem Staatssekretär Wolfgang Schmidt, Hans-Walter Peters (Präsident des Bankenverbandes) und FAZ-Herausgeber Gerald Braunberger zugegen. Den Wettbewerb „Jugend und Wirtschaft“ gibt es seit 19 Jahren.

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