Grenzach-Wyhlen Die Schule als Ganzes unterstützen

Die Oberbadische, 12.10.2017 00:01 Uhr

Von Manfred Herbertz

Es war der 12. Oktober 2007 als sich acht interessierte Personen in der Realschule trafen, mit dem Ziel, einen Verein zu gründen: Die Geburtsstunde des Freundeskreises der Realschule Grenzach-Wyhlen hatte geschlagen. Die Idee dazu aber reifte schon länger.

Grenzach-Wyhlen. Der ehemalige Realschulrektor Michael Koch erinnert sich: „Schon 2005/06 habe ich bei interessierten Eltern nachgefragt, ob die Bereitschaft zur Gründung eins Fördervereins besteht.“ Hintergrund war, dass die Schule Spendengelder erhalten hatte, und die Schulleitung vor der Frage stand, wie man Zuschüsse für sozial schwache Schüler verbuchen könnte, um ihnen die Teilnahme an Schullandheimaufenthalten zu ermöglichen. Denn damals entfielen die bis dahin von der Gemeinde dafür gewährten Zuschüsse.

Bei Tosca Vogt hatte Koch offene Türen eingerannt. Ihr ging es primär zwar nicht darum, einzelne Schüler finanziell zu fördern, sondern sie wollte schon damals die Schule als Ganzes unterstützen sowie eine Verbindung Schule zu Gewerbe und Handel herstellen, um so Schülern Möglichkeiten zu eröffnen, auch den Berufsalltag frühzeitig kennenzulernen. Vogt wollte zudem Bildungspartnerschaften und Ausbildungsbörsen etablieren.

Vor diesen Hintergrund wurde der Verein dann am 12. Oktober aus der Taufe gehoben und am 14. Dezember 2007 die Eintragung ins Vereinsregister vollzogen.

Der Verein wuchs. Schon im Herbst 2008 fand die erste Ausbildungsbörse mit einer aus heutiger Sicht überschaubaren Anzahl von Anbietern statt. Inzwischen wird die neunte Auflage vorbereitet. Vogt rechnet mit rund 60 teilnehmenden Betrieben und Organisationen, die sich im Schulzentrum vorstellen. Und es ist daraus auch eine Gemeinschaftsaktion mit dem Lise-Meitner-Gymnasium geworden.

Mit Blick auf die Kooperation erinnert sich Tosca Vogt: „Es war auch gar nicht schwierig, Kooperationspartner bei den Gewerbetreibenden zu finden“, und die ersten Fäden eines Netzwerkes waren geknüpft ,und das Ganze habe sich herumgesprochen wie ein Lauffeuer. Dennoch dauerte es ein Schuljahr, bis die Aktionen gestartet werden konnten. Es fanden Gespräche mit Lehrern und Ausbildungsbetrieben statt. Da es etwas völlig Neues war, sah man sich auch einer gewissen Hemmschwelle seitens des Kollegiums gegenüber, sagt Koch rückblickend. Auch sei befürchtet worden, dass diese Aktion eine Eintagsfliege sein könnte. Doch weit gefehlt: Heute ist gehört das jährliche Kooperationstreffen dem Schulalltag an.

Auch die Ausbildungsbörse, die es im Landkreis schon länger gab, wurde zu einem Selbstläufer. Mit viel Herzblut waren Tosca Vogt und ihre Mitstreiter an die Realisierung gegangen. Aus anfänglich 20 teilnehmende Betrieben sind knapp 60 geworden.

2010 erfolgte der Schulterschluss mit dem Verein der Freunde des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG). So organisiert man jetzt gemeinsam drei große Veranstaltungen für alles Schüler am Schulzentrum. Das wären die Ausbildungsbörse, eine Berufsinformation und ein Studieninformationsabend. „Hier hat ein Zusammenwachsen beider Förderkreise stattgefunden, und das ist gut so“, sagt Tosca Vogt.

Viele Veranstaltungen fördert der Freundeskreis inzwischen, es wird der Schüleraustausch mit Polen unterstützt, Musikprojekte wurden mitgetragen. „Und heute ist es so, dass Lehrer eine Idee haben und auch fragen, ob der Verein das unterstützt“, freut sich Vogt über die enge Zusammenarbeit zwischen Kollegium und Förderverein.

„Der Verein hat vieles in der Schule bewegt, vieles wäre nicht möglich gewesen“ sagt Koch rückblickend.

Und schon stehen die nächsten Projekte an: Am 16. November findet das alljährliche Kooperationstreffen statt, an dem die Partnerschaft erneuert wird, und am 14. Dezember will man mit einer kleinen Feier den zehnten Geburtstag des Vereins würdigen.

 
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